Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DBU-Projekt entwickelt Methoden zum Einsparen von Energie und Ressourcen in Unternehmen

20.12.2012
Energie sparen und Abfall vermeiden: In Unternehmen ist dafür modernste Technologie gefragt. Aber nicht nur. Auch die Motivation von Vorgesetzten und Angestellten kann ein wichtiger Faktor sein.

„Nach einer Fraunhofer-Studie lassen sich in der Produktion allein dadurch mittelfristig mindestens 25 Prozent Energie einsparen – großes Umweltentlastungspotenzial, das es auszuschöpfen gilt“, betont Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Die Universität Bayreuth erarbeitet nun einen Leitfaden, der auch Firmen auf höchstem technischen Stand zeigen soll, wie sie durch den „Faktor Mensch“ noch umweltfreundlicher produzieren können. Im Projekt sollen Daten zum Energie- und Ressourcenverbrauch erfasst und über Leuchtanzeigen sichtbar gemacht werden. So sollen beispielsweise „Nachlässigkeiten“ im individuellen Verhalten direkt aufgespürt und vermieden werden. Auch Möglichkeiten materieller Anreize sollen geprüft werden. Die DBU gibt 220.000 Euro.

Im Vordergrund steht das Optimieren von Nebenprozessen

„Wir wollen zunächst in den beteiligten Unternehmen prüfen, wie die Mitarbeiter den Ressourcenverbrauch beeinflussen können, um dann Einsparpotenziale festzulegen“, sagt Prof. Dr.-Ing. Rolf Steinhilper vom Lehrstuhl Umweltgerechte Produktionstechnik der Universität Bayreuth. Im Vordergrund stehe das bisher eher vernachlässigte Optimieren von Nebenprozessen wie etwa das Einrichten von Maschinen. Ein Problem sei etwa, dass ein schnelleres Umstellen von Maschinen auf neue Produkte oft mit einem hohen Verbrauch von Reinigungsmitteln einhergehe – das verbessere zwar die Produktivität, erhöhe aber die Kosten. Zi el sei es, den Ressourcenverbrauch im gesamten Produktionsprozess zu verbessern, erklärt DBU-Experte Dr.-Ing. Jörg Lefèvre.

Aus Ergebnissen soll Leitfaden zur Mitarbeiter-Motivation erstellt werden

Ein wichtiger Schritt sei es dann, auf Basis der Ergebnisse Methoden zu entwickeln, mit denen alle Mitarbeiter zu einem ressourcensparenden Verhalten motiviert werden. „Wann ist es zum Beispiel wirksam, den Arbeiter mit Leuchtanzeigen auf seinen individuellen Ressourcenverbrauch und Möglichkeiten zum Einsparen hinzuweisen?“ Die erfassten und verarbeiteten Daten sollten zum einen für Fortbildungen in Form von Flyern und Broschüren zur Verfügung stehen. Zum anderen sollten sie auch branchenübergreifend in einem Leitfaden zur Mitarbeiter-Motivation zusammengefasst werden.

Weiterentwickeln von Bonussystemen und materiellen Anreizen

Von dem Leitfaden profitierten vor allem Untern ehmen, die ohne eine neue Anlagetechnik Ressourcen einsparen wollen, sagt Steinhilper. „Wir orientieren uns dabei zum Beispiel an Leitfäden zur Mitarbeiter-Motivation für umweltbewusstes Verhalten vom Bayerischen Landesamt für Umwelt und der Initiative EnergieEffizienz der Deutschen Energie-Agentur. Allerdings ist durch verschiedene Studien bekannt, dass schriftliche Informationen allein Mitarbeiter nicht ausreichend motivieren.“ Deshalb arbeiteten einige Unternehmen mit Bonussystemen und materiellen Anreizen, um zu ressourcenschonendem Verhalten anzuregen. Diese Methoden sollten ebenfalls weiterentwickelt werden.

"Leuchtanzeigen können Einfluss auf individuelles Handeln haben"

Brickwedde: „Ob ein Mitarbeiter zum Beispiel darauf achtet, weniger Abfall zu produzieren oder eine Maschine mit Sorgfalt auf ein neues Produkt einzustellen, hängt stark von seiner Motivation ab. Die wächst, wenn er eigenverantwortlich arbeiten kann. Daher können richtig eingesetzte Rückkopplungs-Systeme zum Beispiel in Form von Leuchtanzeigen großen Einfluss auf sein individuelles Handeln haben und somit auch direkt auf den Energie- und Ressourcenverbrauch eines Unternehmens haben.“

Projekt verspricht erweiterte und betrieblich umsetzbare Ergebnisse

„Durch das Zusammenspiel von Wissenschaft und mehrerer mittelständisch organisierter produzierender Unternehmen verspricht das Projekt erweiterte und betrieblich umsetzbare Ergebnisse“, sagt Steinhilper. Kooperationspartner sind das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung aus Nürnberg, Lauterbach-Kießling aus Seybothenreuth, Federnfabrik Dietz aus Neustadt, Klubert + Schmidt aus Pottenstein, Sebald & Co. aus Marktredwitz und Wibond Informationssysteme aus Parkstein.

Ansprechpartner für Fragen zum Projekt (29897): Prof. Dr.-Ing. Rolf Steinhilper, Dr.-Ing. Stefan Slawik, Lehrstuhl Umweltgerechte Produktionstechnik, Universität Bayreuth, Telefon: 0921-557302.

| DBU-Presseabteilung
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Digitale Messtaster von WayCon – höchst präzise und vielseitig einsetzbar
14.11.2017 | WayCon Positionsmesstechnik GmbH

nachricht FAU-Forscher entwickeln neues Materialsystem für effiziente und langlebige Solarzellen
10.11.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte