Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Care-O-bot® 4 feiert Premiere als Einkaufsassistent

08.11.2016

Im Januar 2015 hat das Fraunhofer IPA den Serviceroboter »Care-O-bot® 4« als Prototyp vorgestellt. Jetzt beweist sich der charmante Helfer erstmals in der Praxis. Als Roboter »Paul« begrüßt er seit Ende Oktober 2016 die Kunden im Saturn-Markt Ingolstadt und zeigt ihnen den Weg zum gewünschten Produkt.

Care-O-bot 4® alias Paul kommt den Saturn-Kunden am Eingang entgegengerollt und heißt sie herzlich willkommen. Fragt man ihn nach einem bestimmten Produkt, begleitet er den Kunden in die Abteilung und bringt ihn zum entsprechenden Regal.


Als Roboter Paul begrüßt Care-O-bot® 4 seit Oktober die Kunden bei Saturn in Ingolstadt und begleitet sie zum gewünschten Produkt.

Quelle: Saturn

Bei einem Small Talk über das Wetter oder über ein anderes Thema entpuppt sich Paul als charmanter Gesprächspartner. Die Kundenberatung selbst überlässt er jedoch lieber seinen menschlichen Kollegen, die er per »Voice over IP« zur Unterstützung zu sich rufen kann.

Bevor Paul sich verabschiedet und zum Eingang zurückrollt, stellt er noch einige Feedback Fragen, um herauszufinden, wie die Interaktion mit ihm bei den Kunden ankommt. »Mit dem Einsatz von Paul bieten wir unseren Kunden die Gelegenheit, einen der fortschrittlichsten Roboter der Welt kennenzulernen«, erklärt Martin Wild, Chief Digital Officer der Media-Saturn-Holding.

Modularer Aufbau ermöglicht viele Anwendungsbereiche

Den Prototyp des interaktiven Roboters entwickelte das Fraunhofer IPA ursprünglich als Assistenzroboter zur aktiven Unterstützung des Menschen, z. B. in den Bereichen Haushalt, Hotel, Pflegeheim oder Krankenhaus. An der Fertigstellung seiner vierten Generation haben die IPA-Forscher zusammen mit dem Designstudio Phoenix Design und der Firma Schunk drei Jahre getüftelt.

Während die Vorgänger des Care-O-bot 4® seit 1989 primär zur Entwicklung technologischer Grundlagen genutzt wurden, bietet die neuste Version als modulare Produktfamilie erstmals die Basis für kommerzielle Lösungen. Nun arbeitet das Fraunhofer IPA mit seiner Ausgründung »Unity Robotics« daran, die Anwendung für verschiedene Einsatzfelder in der Industrie auszugestalten.

Saturn ist der erste Kunde, der die Roboterplattform in der Praxis einsetzt. Das Projekt wird vorerst sechs Monate dauern, wobei die Erkenntnisse aus den Praxiserfahrungen mit den Kunden und Mitarbeitern unmittelbar in die Weiterentwicklung der Robotertechnologie einfließen.

Für die Aufgabenstellung von Saturn haben die Stuttgarter Wissenschaftler die Soft- und Hardware von Care-O-bot® 4 um weitere Features ergänzt. »Z. B. haben wir seine Navigation, dialogische Kommunikation und Mimik spezifiziert und mit den Firmen Semvox und Phoenix Design umgesetzt«, erklärt IPA-Projektleiter Ulrich Reiser. Laserscanner in Schienbeinhöhe geben ihm Orientierung.

Mit seiner Frontkamera und der vom Fraunhofer IIS entwickelten Software »Shore« kann er die Laune seines Gegenübers erkennen und eigene Gemütszustände zum Ausdruck bringen. Mikrophone zur Spracherkennung und Kameras zur Gestenerkennung ermöglichen es ihm, zu kommunizieren.

Care-O-bot® 4 für Forschung und Industrie zugänglich

Care-O-bot® 4 macht nicht nur als Assistent im Handel eine gute Figur. Mit seinem modularen Aufbau und den offenen Softwareschnittstellen lässt sich das System für vielseitige Anwendungsbereiche nutzen. Denkbar wäre z. B. der Einsatz als mobiler Informationskiosk in Einkaufsläden oder Flughäfen, für Hol- und Bringdienste in Heimen oder Büros, für Sicherheitsanwendungen oder als Museumsroboter zur Attraktion. »Wir sind weiterhin daran interessiert, dass möglichst viele Wissenschaftler und Firmen mit dem System arbeiten, um seine Einsatzmöglichkeiten zu erweitern«, informiert Reiser. Im Rahmen der Forschungsplattform von Care-O-bot® 4 können Experten aus aller Welt die Soft- und Hardwarekomponenten weiterentwickeln. Mit der Ausgründung Unity Robotics wollen die IPA-Experten die Anwendung auf die Bedürfnisse von Unternehmen anpassen und als kommerzielles Produkt verfügbar machen.

Weitere Informationen:

http://www.ipa.fraunhofer.de/care-o-bot-4_saturn.html

Jörg Walz | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht TU Ilmenau erforscht innovative mikrooptische Bauelemente für neuartige Anwendungen
21.09.2017 | Technische Universität Ilmenau

nachricht Bald bessere Akkus?
21.09.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften