Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biogastechnologien erforschen und ausbauen

21.12.2012
Nordbayerische Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft haben ein neues Kompetenznetzwerk gegründet, um Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Biogas-Technologien mit Nachdruck voranzubringen.

Mit dem Ziel, ihre themenbezogene Zusammenarbeit in Forschung und Lehre zu stärken, haben sich die Universitäten Bayreuth und Bamberg sowie die Hochschulen für angewandte Wissenschaften Coburg und Hof vor mehr als einem Jahr zur TechnologieAllianzOberfranken (TAO) zusammengeschlossen.

Dabei wurden als inhaltliche Schwerpunkte im Bereich der Forschung die Themenfelder "Energie" und "Mobilität" sowie die Querschnittstechnologien "Werkstoffe" und "Informationstechnologie / Sensorik" ausgewählt. Diese Rahmenvereinbarung, die auch die Bedeutung des Wissenstransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft betont, gewinnt jetzt durch ein neues Gemeinschaftsprojekt weiter an Dynamik. In dem vor kurzem gegründeten Kompetenznetzwerk Biogas Nordbayern werden die Universität Bayreuth, die Hochschulen in Coburg, Hof und Amberg-Weiden, die Bayerische Forschungsallianz, die Bayerische Forschungsstiftung, die Bioenergieregion Bayreuth, nordbayerische Biogasanlagenbauer und -betreiber sowie weitere Partner kooperieren, um Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Biogas-Technologien mit Nachdruck voranzubringen. Denn wenn künftig ein steigender Anteil an der Energieversorgung durch erneuerbare Energien abgedeckt werden soll, sind Biogasanlagen eine unverzichtbare Technologie.

Im Unterschied zu fossilen Brennstoffen wird Biogas durch den mikrobiellen Abbau organischer – also pflanzlicher oder tierischer – Stoffe gewonnen. Es kann nach einer entsprechenden Aufbereitung in das Erdgasnetz eingespeist werden, um beispielsweise vorübergehende Versorgungslücken auszugleichen; es kann aber auch in Blockheizkraftwerken zur Erzeugung von Wärme und Energie genutzt werden. Zahlreiche technologische, wirtschaftliche und ökologische Fragen sind aber bis heute nicht zureichend geklärt. Deshalb hat das Zentrum für Energietechnik (ZET) an der Universität Bayreuth unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Dieter Brüggemann die Initiative zu dem neuen Kompetenznetzwerk ergriffen. Die Mitglieder aus Wissenschaft und Wirtschaft wollen ihr Know-how nutzen, um die Potenziale der Biogastechnologie weiter auszuloten und Innovationen auf den Weg zu bringen.

"Diese Initiative macht deutlich, wie sehr die Partner der TechnologieAllianzOberfranken daran interessiert sind, ihre vereinbarte Zusammenarbeit mit Leben zu füllen", erklärt Dipl.-Ing. Iris Hetz, die an der Universität Bayreuth die Geschäftsstelle von TAO leitet. "Die Weiterentwicklung der Biogastechnologie hat einen nicht zu unterschätzenden Anteil am Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland, und es freut mich sehr, dass unser neues Netzwerk dazu einen Beitrag leisten wird. Die Vielfalt der Kompetenzen, die hier in Oberfranken angesiedelt ist, ist beeindruckend. Indem sich auch die Hochschule Amberg-Weiden in diesem Verbund engagiert, öffnet sich TAO – wie es bereits die Rahmenvereinbarung vorsieht – für die themenspezifische Zusammenarbeit mit anderen bayerischen Hochschulen."

Die Teilnehmer des Gründungstreffens identifizierten folgende Bereiche, in denen ein besonders hoher Bedarf an anwendungsnahen Forschungen zur Biogastechnologie besteht: Stoffströme, Gärbiologie, Substrate, Metabolit-Analytik, Verfahrenstechnik, Prozesstechnik und Anlagentechnik. "Die systematische Vernetzung unserer Kompetenzen bietet uns jetzt die Chance, in einigen noch offenen – und deshalb umso dringlicheren – Fragen Klarheit zu gewinnen und praxistaugliche Lösungen zu entwickeln", meint Prof. Dr. Ruth Freitag, die an der Universität Bayreuth den Lehrstuhl für Bioprozesstechnik innehat und auf diesem Gebiet im ZET mitarbeitet. "Schon heute zeichnet sich ab, dass Biogas eine erneuerbare Ressource ist, die eine bedeutende Rolle bei einer dezentral organisierten Energieversorgung in ländlichen Räumen übernehmen kann."

Auf diese Weise ergänzt sich das Kompetenznetzwerk mit den Zielen der Bioenergieregion Bayreuth, die seit 2009 vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird. Mit dem anspruchsvollen Vorhaben einer Bioabfallvergärungsanlage und zehn weiteren Fachprojekten soll die Erzeugung und Nutzung von Bioenergie in der Region Bayreuth vorangebracht werden. Bernd Rothammel, Projektleiter der Bioenergieregion, begrüßt daher den neuen Zusammenschluss im Bereich der Biogastechnologie: "Das ist eine hervorragende Chance, um unser Profil als Pilotregion für erneuerbare Energien weiter zu stärken."

Christian Wißler | Universität Bayreuth
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht »ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern
18.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Intelligentes Lademanagement entwickelt – Forschungsprojekt ePlanB abgeschlossen
18.10.2017 | Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise