Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biogasaufbereitung und Einspeisung ins Netz - Status quo Deutschland und Polen

15.06.2011
Welche Grundvoraussetzungen müssen vorhanden sein, damit die Biogasaufbereitung und Einspeisung erfolgreich umgesetzt werden kann?

Diese Forschungsfrage war Gegenstand der gemeinsamen Betrachtungen von Forschern des Deutschen BiomasseForschungsZentrums und des EC BREC Institute for Renewable Energy. Ihr Ziel war, die technischen Möglichkeiten der Biomethanbereitstellung auf Basis von Biogas darzustellen, Erfahrungen aus Deutschland zu bündeln und dieses Know-how für den polnischen Markt bereitzustellen.

In der am 12. April 2008 in Kraft getretenen Verordnung zur Erleichterung der Einspeisung von Biogas wurde das Ziel definiert, bis 2030 10 Mrd. Kubikmeter Biomethan pro Jahr in das Erdgasnetz einzuspeisen. Das Ziel von sechs Milliarden Kubikmeter Biomethan im Jahr 2020 erfordert den Bau von rund 1.000 (mit je 700 m3/h Kapazität) Großbiogasanlagen, was etwa 120 Anlagen pro Jahr entspricht. Konservative Schätzungen gehen davon aus, dass hierfür Investitionen in Höhe von 10-12 Mrd. EUR für Anlagentechnik erforderlich sind. Außerdem müssten bis 2020 1,2 Mio. Hektar Anbaufläche zum Anbau von Biomasse für Biogasanlagen zur Verfügung gestellt werden. Daher wird ausgehend von den heute gut 50 in Betrieb befindlichen Biomethananlagen in sehr dynamisches Wachstum in diesem Markt erwartet.

Das Einspeisen in das Erdgasnetz ermöglicht den Verkauf von Biogas respektive Biomethan auf nationaler Ebene und damit verbunden die Möglichkeit, höhere Preise als auf dem lokalen Markt zu erzielen. Die Produktion von Biomethan im großen Maßstab kann darüber hinaus eine wichtige Rolle im Hinblick auf die Energie-Unabhängigkeit Polens spielen.

Allerdings müssen die wirtschaftlichen Aspekte bei der Einspeisung von Biomethan in das Gasnetz genau analysiert werden. Diese Analyse sollte in diesem Zusammenhang auch die technischen, ökologischen, und sozialen Aspekte mit einbeziehen. Außerdem sind eine gut abgestimmte Beihilferegelung sowie eine transparente Gesetzgebung unverzichtbar für die Realisierung erfolgreicher Projekte.

Auch für den polnischen Energiemarkt birgt die Einspeisung von Biomethan ins Erdgasnetz neue Perspektiven - die Aufbereitung von Biogas erschließt weitere Möglichkeiten der Nutzung, vor allem weil Biomethan unabhängig vom Ursprungsort verwendet werden kann. Jedoch sind für eine erfolgreiche Umsetzung entsprechender Vorhaben klare rechtliche Rahmenbedingungen zu definieren, welche einen langfristigen Anlagenbetrieb gewährleisten. Mittelfristig bietet der polnische Markt im Bereich der Biomethanproduktion deutliche Potenziale sowohl auf Basis von kommunalen Abfällen als auch Reststoffen aus dem Bereich der Landwirtschaft sowie der verarbeitenden Industrie.

Der gesamte Artikel ist in polnischer Sprache unter dem folgenden Link verfügbar:

http://www.cire.pl/pokaz-pdf-%252Fpliki%252F2%252FMroczkowski_Seiffert_oczyszczanie_biometanu.pdf

Antje Sauerland | idw
Weitere Informationen:
http://www.dbfz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht SmartMeter analysieren mit Algorithmen den Stromverbrauch
01.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS

nachricht Energiehybrid: Batterie trifft Superkondensator
01.12.2016 | Technische Universität Graz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie