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Umweltfreundliche Trinkwasser-Reinigung mit UV

21.11.2007
  • UV-Strahlen zerstören Krankheitskeime im Trinkwasser ohne Chemikalien
  • Umweltfreundliche Methode wird immer wichtiger

Trinkwasser ist ein wertvolles und knappes Gut, es macht nur 2,5 Prozent der weltweiten Wasserbestände aus, der „Rest“ ist Salzwasser. Sauberes Trinkwasser ist noch seltener. Verunreinigtes, mit Krankheitskeimen belastetes Wasser wird immer mehr zu einem Gesundheitsrisiko. Laut einer Studie der Weltgesundheitsbehörde WHO sterben jährlich zwei Millionen Menschen an den Folgen von verunreinigtem Trinkwasser, z.B. durch Infektionen oder Durchfallerkrankungen.



Heraeus Technologietag 2007: Ultraviolette Strahler ermöglichen eine umweltfreundliche Trinkwasserreinigung ohne Chemikalien (Fotos: Heraeus)

Seit dem Jahr 1900 ist der Trinkwasserverbrauch weltweit um das sechsfache angestiegen, während sich die Weltbevölkerung in dieser Zeit lediglich verdreifacht hat. Bedrückende Zahlen, die aber eines der Hauptprobleme unserer Zeit verdeutlichen. Steht uns für die Zukunft genügend sauberes Trinkwasser zur Verfügung, und wie lässt sich dies technisch bewerkstelligen? Antworten auf diese Fragen gab der Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus auf dem Heraeus-Technologietag in Hanau, der unter dem Motto „Klima- und Umweltschutz mit innovativen Produkten“ stand.

„Neben den herkömmlichen Verfahren Trinkwasser zu reinigen - etwa der Einsatz von Chemikalien wie Chlor und Ozon oder Filtersysteme - nimmt die Bedeutung von ultraviolettem Licht als zuverlässige, umweltfreundliche und ökonomisch sinnvolle Alternative immer mehr zu“, stellte Referent Dr. Sven Schalk, Bereichsleiter Umwelttechnik bei Heraeus Noblelight, in einem Fachvortrag vor.

UV-Lampen: immer leistungsfähiger und langlebiger

Die Behandlung von Trinkwasser mit UV-Strahlung gilt als sehr wirksamer physikalischer Prozess, um Wasser zuverlässig zu desinfizieren und Schadstoffe abzubauen. Die energiereichen Strahlen im Wellenlängenbereich um 254 Nanometer werden von der Erbsubstanz absorbiert und zerstören deren Struktur. Damit inaktivieren die Strahlen in Sekunden die Zellen der im Wasser befindlichen Krankheitserreger wie Bakterien, Mikroorganismen, Viren, Pilze oder Parasiten und bauen gesundheitsschädliche Chemikalien ab. Selbst gegen Chlor resistente Parasiten wie Giardien und Cryptosporidien lassen sich mit UV-Licht inaktivieren. Erreger können keine Resistenzen gegen UV-Licht entwickeln. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass dieser Reinigungsprozess ganz ohne Chemikalien erfolgt und keine chemischen Rückstände entstehen. Weder pH-Wert, Geschmack noch Geruch des Wassers werden beeinträchtigt.

Innovative Longlife-Beschichtung für Hightech-UV-Lampen

Die erste patentierte UV-Reinigung erfolgte bereits 1910 in Frankreich mit Hilfe von Quarzglaslampen - einer Entwicklung, die auf den Heraeus-Chefentwickler Richard Küch (1860-1915) zurückgeht. Zwischen diesen Anfängen und modernen Hightech-UV-Lampen liegen Welten. „Die Herausforderungen für die UV-Lampen bestehen heute darin, den Wirkungsgrad und die Lebensdauer der Lampen deutlich zu erhöhen“, beschrieb Sven Schalk. Heraeus hat für die Trinkwasserreinigung innovative Hochleistungs-Amalgam-Lampen entwickelt, die bis zu 16.000 Betriebsstunden mit nahezu konstanter UV-Ausgangsleistung ermöglichen und damit doppelt so lange halten wie konventionelle Standard-Niederdrucklampen.

Zu verdanken ist dies einer innovativen Longlife-Beschichtung. Dabei wird auf die Innenseite des die Lampe umhüllenden Quarzglases eine hauchdünne, geschlossene Schutzschicht aufgebracht, die den Alterungsprozess der Lampe deutlich hemmt. Bei herkömmlichen UV-Lampen diffundiert Quecksilber in das Quarz, und diese liefern nach 8000 Betriebsstunden gewöhnlich nur noch 50 Prozent der ursprünglichen UV-Leistung. Die neue Technologie verbessert nicht nur die Nutzungsdauer der Lampen, sondern ermöglicht darüber hinaus eine nahezu konstante UV-Leistung über den Einsatzzeitraum.

„Im Vergleich zur bisher genutzten Lampentechnologie liefern UV-Amalgamlampen die beste Kombination aus Effizienz und Nutzungsdauer“, ist Schalk überzeugt. Dank der höheren UV-Leistung und der langen Lebensdauer benötigen Anlagenbauer zudem weniger Lampen bei der Auslegung von Entkeimungsanlagen. Dadurch eröffnet sich für Wasserwerke und Trinkwasseraufbereitungsanlagen ein erhebliches Einsparpotenzial in Lampenanzahl, Anlagenkomponenten, Energiebedarf und Servicekosten.

Der Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus mit Sitz in Hanau ist ein weltweit tätiges Familienunternehmen, dessen Geschäftsfelder die Bereiche Edelmetalle, Sensoren, Dental- und Medizinprodukte, Quarzglas und Speziallichtquellen umfassen. Mit einem Umsatz von über 10 Milliarden Euro und weltweit mehr als 11.000 Mitarbeitern in über 100 Gesellschaften ist Heraeus seit mehr als 150 Jahren ein weltweit anerkannter Edelmetall- und Werkstoffspezialist.

Weitere Informationen:
Dr. Jörg Wetterau
Konzernkommunikation
Heraeus Holding GmbH
Heraeusstraße 12-14
63450 Hanau
Telefon: +49 (6181) 35-5706
E-Mail: joerg.wetterau@heraeus.com

Dr. Jörg Wetterau | Heraeus Holding GmbH
Weitere Informationen:
http://www.heraeus.com

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