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Größtes Gezeitenkraftwerk in Großbritannien geplant

05.10.2007
Umweltschützer protestieren gegen Megaprojekt im Bristol-Channel

Das größte Gezeitenkraftwerk Großbritanniens soll - geht es nach den Plänen eines Regierungskomitees - im Bristol-Channel in der Severn-Flussmündung errichtet werden. Das Kraftwerk mit einem 16 Kilometer langen Damm wird rund fünf Prozent des gesamten Strombedarfs in Großbritannien erzeugen, berichtet BBC-Online. Die Errichtungskosten werden auf rund 20 Mrd. Euro geschätzt.

Die Sustainable Development Commission SDC sieht in dem Projekt schwierige Umweltbedingungen. Der Nutzen sei aber groß, da das Kraftwerk in beide Richtungen, das heißt sowohl bei Eintreffen der Flut als auch bei Eintreten der Ebbe, Strom liefern wird. Jährlich soll das Severn-Project 17 Terrawattstunden Strom erzeugen. Geht es nach der SDC könnten mindestens zehn Prozent des Strombedarfs in Großbritannien mit solchen Gezeitenkraftwerken hergestellt werden. Eine Machbarkeitsstudie des "visionären Projekts" soll demnächst folgen, wie Wirtschaftsminister John Hutton erklärte. Klimaschutz sei das Hauptmotiv ergänzte der Minister.

Doch nicht überall stößt das Megaprojekt auf derart große Freude. Umweltgruppen wie Friends of the Earth http://www.foe.co.uk , der WWF http://www.wwf.org und die Royal Society for the Protection of Birds RSPB http://www.rspb.org.uk sind nicht überzeugt. Der Tidenhub im Severn Delta beträgt 13 Meter und gehört zu den größten der Welt. Die Ausnutzung für ein Kraftwerk biete sich daher an, berichtet FoE Cymru in seiner Aussendung. Allerdings soll der Damm, der zwischen Lavernock Point westlich von Cardiff bis Brean Down in Somerset reicht, bis 2019 zu einer Großbaustelle werden. Das 60 Mio. Tonnen Konstrukt mit 370 Senkkästen wird die Flora und Fauna der Küstenregion massiv beeinflussen, warnen die Umweltschützer. Betroffen davon wären neben Fischen auch Vögel.

Die Umweltorganisation argumentiert, dass es auch andere weit günstigere und schonendere Möglichkeiten der Gezeitennutzung gebe. Dazu gehören etwa künstliche Lagunen, deren Zu- und Abstrom genutzt werden könnte oder die Errichtung von Strömungsturbinen am Meeresgrund. Ähnlich argumentiert auch die RSPB. Sie wirft den Planern vor, Millionen Tonnen CO2 beim Bau des Kraftwerks zu verschwenden, ehe es zur Produktion von Öko-Strom komme. Zudem sei die Mündung des Severn ein wertvolles Umweltschutzgebiet.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sd-commission.org.uk

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