Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bakterien erzeugen Strom für Handy-Akkus

05.10.2007
Lösung für Mobiltelefone in Entwicklungsländern

Studenten des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben eine mikrobielle Brennstoffzelle (MFC) entwickelt, die ihre Energie aus Pflanzenabfällen gewinnen kann. Damit könnten in Zukunft Handy-Akkus auch in entlegenen Regionen, in denen es keinen Stromanschluss gibt, geladen werden, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Experten haben immer wieder betont, dass Mobilfunk in Ländern der Ditten Welt ganz wesentlich für die wirtschaftliche Entwicklung sei. Viele der Projekte scheitern jedoch daran, dass kleine Dörfer nicht ans öffentliche Stromnetz angeschlossen sind.

Das MIT-Team hat für die Herstellung des ersten Prototyps einen Preis von 5.000 Dollar beim MADMEC-Wettbewerb http://dmse.mit.edu/madmec gewonnen. Bei dem Wettbewerb, der von Dow-Chemicals gesponsert wurde, ging es darum, neue Möglichkeiten zur Stromherstellung zu entwickeln. BioVolt http://dmse.mit.edu/madmec/biovolt.html , so der Name des Prototypen, nutzt die Energie, die von Bakterien aus Zucker, Stärke und anderen organischen Materialien hergestellt wird. Das Potenzial solcher Brennstoffzellen sei groß und reiche von Kläranlagen, die Energie aus dem Klärschlamm bekommen, bis hin zum Betreiben von MP3-Playern oder aquatischen Robotern.

Sony hatte im August 2007 einen ähnlichen Brennstoffzellen-Prototypen vorgestellt, der auf Zuckerbasis läuft (pressetext berichtete http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=070414008 ). Der Vorteil des neuen Systems ist, dass der "Treibstoff" weniger raffiniert sein kann als bei der Glukose-Batterie. Die Bakterien bei BioVolt verdauen die Zellulose des pflanzlichen Abfalls. "Gerade in ländlichen Gebieten gibt es jede Menge solcher Abfallstoffe", erklärt das Teammitglied Gerardo Jose la O'.

Um in einem Entwicklungsland tatsächlich Fuß zu fassen zu können, muss der Preis des Systems passen. "Wir verwenden zum Beispiel einen Nicht-Platin-Katalysator, um die Kosten niedrig zu halten", so la O'. Die Kosten des gesamten Systems belaufen sich derzeit auf rund zwei Dollar. Der einzige Wermutstropfen ist die lange Ladezeit eines einzigen Akkus von derzeit rund sechs Monaten. Eine Verbesserung des Katalysators könne die Geschwindigkeit allerdings ums 100-fache steigern, zeigt sich la O' überzeugt.

Kritisch beurteilt ein deutscher Brennstoff-Experte von der Universität Greifswald das Vorhaben. Der Wissenschaftler, der anonym bleiben wollte, erklärte gegenüber pressetext seine Bedenken: "Anhand der Informationen handelt es sich um ein zweiteiliges Herstellungsverfahren: Zunächst wird die Zellulose mit anderen Mikroben zu Zucker abgebaut, dann wird dieser Zucker im einem Gefäß mit Geobacter-Mikroben zugegeben, die durch Reduktion Energie herstellt." In Deutschland habe man Geobacter wegen dem langsamen Metabolismus nicht mehr für Brennstoffzellen verwendet. Fraglich sei demnach auch, wie der Prozess einfach beschleunigt werden könne. "Das gesamte Vorhaben ist sehr optimistisch, allerdings wird etwas zu hoch gepokert", erklärt der Wissenschaftler.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mit.edu

Weitere Berichte zu: Bakterie Brennstoffzelle Handy-Akku

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen
12.12.2017 | Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES

nachricht Meilenstein in der Kreissägetechnologie
11.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung