Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Im Einsatz für Energieeffizienz: Bundeswehr spart in kurzer Zeit eine Million Euro Stromkosten

30.04.2007
Erfolgreiche Kooperation von Bundesamt für Wehrverwaltung und EnergieAgentur.NRW

Seit einem halben Jahr spart die Bundeswehr mit Unterstützung der EnergieAgentur.NRW Energie - durch Sensibilisierung des Nutzerverhaltens. Die erste Zwischenbilanz der "mission E" - zunächst aus dem Wehrbereich Ost - kann sich sehen lassen: Allein hier hat die Bundeswehr zwischen Oktober '06 und März '07 die Stromkosten um rund eine Millionen Euro gesenkt. Insgesamt wurde der Stromverbrauch um 7,2 Millionen Kilowattstunden (kWh) reduziert, das bedeutet eine Verbrauchsminderung um 9,6 Prozent. 7,2 Million kWh entsprechen dem Jahresverbrauch von 2.200 Privathaushalten.

Fünf Bundesländer, sechs Monate, zehn Prozent Einsparung

Die Anpassung des Nutzerverhaltens ist ein bewährtes Instrument, um Energiekosten zu senken. Die EnergieAgentur.NRW schult deshalb seit Jahren das Personal von Unternehmen und Kommunen. "Aufgrund der vielen Aktionswochen, die wir durchgeführt haben, wissen wir, dass in Verwaltungsgebäuden die Stromkosten durch bewusstes Nutzerverhalten um maximal 15 Prozent gesenkt werden können", erläutert Tom Küster, zuständiger Projektleiter bei der EnergieAgentur.NRW. "Wenn die Bundeswehr im Wehrbereich Ost über einen langen Zeitraum Ausdauer beweist und Einsparungen von nahezu zehn Prozent erzielt, dann ist das ein außergewöhnlich gutes Ergebnis", weiß der Experte. Bundeswehr und EnergieAgentur.NRW unterstreichen zudem den ökologischen Nutzen der erzielten Einsparungen. So werden durch die Verbrauchsminderung gleichzeitig die CO2-Emissionen um rund 4.320 Tonnen reduziert.

Grund war nicht der milde Winter

Während für den Rückgang der Heizenergieverbräuche vor allem der milde Winter verantwortlich gemacht werden kann, gehen die Experten von Bundeswehr und EnergieAgentur.NRW davon aus, dass der Stromverbrauch unabhängig von den vergleichsweise moderaten Temperaturen sank. Hans Titze aus dem Bundesministerium der Verteidigung: "Der letzte Winter hat zu einem deutlich niedrigeren Heizenergieverbrauch geführt. Bei den Heizenergieverbräuchen müssen wir jedoch erst noch eine Witterungsbereinigung durchführen, um die Witterungseinflüsse sauber herauszurechnen - erst dann können wir bei der Heizenergie die Halbjahresverbräuche miteinander vergleichen. Anders als der Wärmeverbrauch ist jedoch der Stromverbrauch mit Ausnahme der Heizungspumpen nicht witterungsabhängig", führt Titze aus.

Einsparung durch langfristiges Engagement - und die "mission E"

"Als Erklärung für die Reduzierung des Stromverbrauchs bleiben nur die bereits längerfristigen Aktivitäten im Wehrbereich Ost", erklärt der Leitende Baudirektor Klaus Harder, Leiter des Dezernates Technik der Wehrbereichsverwaltung Ost. Dazu gehören laut Harder die ständige Analyse und anhaltende Einflussnahme auf Verbräuche und Kosten, die gemeinsame Arbeit aller Beteiligten im Rahmen der Steuergruppe modernes Liegenschaftsmanagement, die kontinuierliche Einflussnahme der Bundeswehr-Dienstleistungszentren auf die Verbrauchsreduzierung - und die "mission E", die Energieeffizienzkampagne für die Angehörigen der Bundeswehr. "Wenn ständig Einfluss auf die Betreiber und Nutzer genommen wird, wenn Verbräuche kontinuierlich kontrolliert und analysiert werden und die Energiebereitstellung bedarfsgerecht erfolgt, dann sinkt natürlich auch der Stromverbrauch der Liegenschaften. So sind die erreichten knapp zehn Prozent Einsparung zu erklären", fasst der Leitende Baudirektor zusammen. "An dieser Verbrauchsreduzierung hatte die "mission E" mit ihren sehr nutzerorientierten Energiespartipps einen wesentlichen Anteil", stellt Harder abschließend fest.

"mission E": Energieeffizienzkampagne für die Bundeswehr

Die "mission E" ist die bundeswehrweite Energieeffizienzkampagne, die das Bonner Bundesamt für Wehrverwaltung (BAWV) gemeinsam mit der EnergieAgentur.NRW seit 1. Oktober 2006 für die 350.000 Bundeswehrangehörigen durchführt. Das "E" steht für Energie, Effizienz, Einsparung, Emission und Engagement. Ziel ist die Senkung der Energieverbräuche in den rund 1.600 Bundeswehr-Liegenschaften allein durch die Sensibilisierung des Nutzerverhaltens - ohne dass die Soldaten und zivilen Bediensteten auf Komfort verzichten müssen. "Innerhalb eines Jahres sollen durch die ,mission E' mindestens 60 Mio. Kilowattstunden Energie, 20.000 Tonnen CO2 und 3,8 Mio. Euro eingespart werden", so Küster. Durch vielfältige Aktionen, Materialien und Online-Angebote erhalten die Soldaten und zivilen Bediensteten wertvolle Informationen, um bares Geld zu sparen - "beim Bund", aber auch zuhause.

Weitere Informationen gibt es bei der EnergieAgentur.NRW, Tel. Kasinostraße 19-21, 42103 Wuppertal, Tel. 01803 19 0000 (9 Ct/Min aus dem dt. Festnetz) oder im Internet unter www.energieagentur.nrw.de .

Thomas Reisz | EnergieAgentur.NRW
Weitere Informationen:
http://www.energieagentur.nrw.de

Weitere Berichte zu: Energieeffizienzkampagne Stromkosten Stromverbrauch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Neue Sensortechnik für E-Auto-Batterien
08.12.2016 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Siliziumsolarzelle des ISFH erzielt 25% Wirkungsgrad mit passivierenden POLO Kontakten
08.12.2016 | Institut für Solarenergieforschung GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie