Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umwelt- und Klimaschutz für moderne Biomassefeuerungen kein Gegensatz

05.04.2007
Bundeslandwirtschaftsministerium fördert die Entwicklung staubarmer Biomassefeuerungen
Kleine Ursache - große Wirkung: So lässt sich die gegenwärtige Diskussion in den Medien um den Feinstaubausstoß von Biomassefeuerungen, insbesondere Holzfeuerungen, beschreiben. Dabei wird ein vermeintlicher Gegensatz von Umweltschutz auf der einen Seite und Klimaschutz auf der anderen Seite beschworen. Der Blick hinter die Kulissen zeigt, dass dem nicht so ist.

Biomasse ist derzeit die wichtigste erneuerbare Energiequelle Deutschlands. Im Jahre 2006 wurde 68% der erzeugten regenerativen Endenergie aus Biomasse gewonnen. Im Wärmebereich, z.B. für die Raumheizung, dominiert Biomasse sogar mit 94% die erneuerbare Wärmebereitstellung. Damit trug 2006 Biomasse wesentlich zu den durch erneuerbare Energien eingesparten 97 Mio. t Kohlendioxid bei.

Doch wo gehobelt wird, fallen auch Späne: Bedingt durch die steigenden fossilen Energiepreise werden auch Biomassefeuerungen, hier sind besonders kleine handbeschickte Feuerungen zu nennen, betrieben, die nicht oder nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen und daher mehr Schadstoffe emittieren als eigentlich notwendig. Da bei diesen Schadstoffen der ohnehin in der Öffentlichkeit heiß diskutierte Feinstaub einen wesentlichen Anteil hat, entstand das schiefe Bild von der Biomasseheizung als (vermeintlichem) "Umweltkiller". Hinzu kommt die Fehlbedienung von Anlagen.

... mehr zu:
»BMELV »Biomasse »Biomassefeuerungen »FNR

Doch die Zukunft hat auch in diesem Bereich längst begonnen. Durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) werden über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als zuständigem Projektträger seit 2004 10 Projekte mit 2 Mio. Euro zur Weiterentwicklung von Biomassefeuerungsanlage mit dem Ziel, die Schadstoffemissionen, speziell die Staubemission, weiter abzusenken, gefördert. Eine ganze Palette von Entwicklungen, angefangen bei der verbesserten konstruktiven Gestaltung der Verbrennungsräume bis hin zu Filtern wird dabei untersucht. Im Jahre 2006 wurde durch BMELV und FNR dieser FuE-Schwerpunkt weiter ausgedehnt, die zusätzliche Förderung von bis zu 20 weiteren Projekten wird derzeit geprüft.

Untersucht wird gegenwärtig in zwei Projekten ebenfalls die Frage, ob der Feinstaub aus Biomassefeuerungen den als gesundheitsschädlich erkannten Dieselruß gleichzusetzen ist. Erste Zwischenergebnisse deuten an, dass diese Gleichsetzung unzulässig ist.

Handeln statt zerreden - in diesem Sinne haben BMELV und FNR weitsichtig und frühzeitig die rasche Fortschreibung des Standes Technik bei Biomassefeuerungen eingeleitet. Damit auch in Zukunft die Wärmeerzeugung aus Biomasse beides bleibt: Umweltverträglich und klimafreundlich.

Dr. Thorsten Gottschau

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
Hofplatz 1
18276 Gülzow
Tel.: 03843/69 30-0
Telefax: 03843/69 30-102
e-Mail: info@fnr.de
Internet: http://www.fnr.de
V.i.S.d.P.: Dr.-Ing. Andreas Schütte
Nr. 518 vom 02. April 2007

Dr. Torsten Gabriel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fnr.de

Weitere Berichte zu: BMELV Biomasse Biomassefeuerungen FNR

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Forscher entwickeln effizientere Systeme für Brennstoffzellen und Kraft-Wärme-Kopplung
19.04.2017 | EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie e. V.

nachricht Forscher entwickeln Elektrolyte für Redox-Flow-Batterien aus Lignin aus der Zellstoffherstellung
18.04.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie