Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stromfresser schnell erkannt

03.04.2007
Schluckt die Waschmaschine zu viel Strom, weil sie verkalkt ist oder die Lager verschlissen sind, kommt das böse Erwachen erst mit der Stromrechnung am Ende des Jahres. Ein neues Monitoring-System entlarvt Stromfresser, bevor es teuer wird - und gibt Wartungsempfehlungen.

Eilig stapelt die Gastgeberin den Aufschnitt und den Käse im Kühlschrank, um Platz zu schaffen für die sperrige Tortenplatte. Im Durcheinander der Vorbereitungen merkt sie nicht, dass die Platte die Kühlschranktür blockiert - ein Teil der Leistung geht verloren. Prompt blinkt eine Anzeige am Display in der Küche auf: "Bitte schließen Sie die Kühlschranktür." Ein weiteres Szenario: Die Lager der Waschmaschine sind verschlissen, die Trommel frisst unnötig viel Strom, um gegen die Reibung anzukommen. Die SMS "Bitte lassen Sie Ihre Waschmaschine überprüfen" warnt den Eigentümer rechtzeitig und verhindert so eine horrende Stromrechnung am Ende des Jahres.

Grundlage dieser Warnungen ist ein Monitoring-System, das Forscher am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen entwickelt haben. "Sensoren an jedem Elektrogerät messen kontinuierlich die Stromleistung", erklärt Peter Heusinger, der das Projekt am IIS leitet. "Die Sensoren senden diese Information an einen Server, der sich als Hutschienenmodul im Sicherungskasten verbirgt." Im Server berechnet ein kleines Computerprogramm für jedes Gerät den aktuellen Stromverbrauch und vergleicht die Werte automatisch mit den früheren. Steigt der Stromverbrauch eines Kühlschranks langsam immer weiter an, könnte dies etwa daran liegen, dass die Dichtung brüchig geworden ist: Das System sendet einen entsprechenden Hinweis an den Besitzer. "Das kann in Form einer SMS sein, einer Nachricht auf einem Display in der Küche oder einer Nutzeroberfläche am Computer - je nachdem, wie der Anwender es wünscht", sagt Heusinger. Der Nutzer kann sich nicht nur den mittleren Stromverbrauch der einzelnen Geräte anzeigen lassen, sondern den Verbrauch erstmalig auch während des Betriebs verfolgen. So lässt sich beispielsweise kontrollieren, ob das Sparprogramm der Spülmaschine hält, was es verspricht. Kommt ein neues Gerät hinzu, erkennt der Server dies selbstständig - ähnlich wie der Computer einen neuen Scanner erkennt.

Den Prototypen des Systems stellen die Forscher vom 16. bis 20. April auf der Hannover-Messe vor (Halle 13, Stand E27). "Es ist denkbar, dass zukünftig in jedem handelsüblichen Elektrogerät ein Stromsensor integriert ist", sagt Heusinger. "Dazu müssten die Sensoren allerdings zum Massenprodukt werden, was noch etwas Entwicklungsarbeit erfordert." Das Monitoring-System selbst ist dagegen schon recht weit fortgeschritten: In etwa einem Jahr könnte es marktreif sein.

Dr. Janine Drexler | idw
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2007/04/Mediendienst42007Thema1.jsp

Weitere Berichte zu: Monitoring-System Stromfresser Stromverbrauch Waschmaschine

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht IT-Kühlung: So schaffen Kleinbetriebe den Sprung in die IT-Profiliga
23.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Plug & Play: Drei auf einen Streich
29.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie