Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektronische Winzlinge auf dem Prüfstand

26.03.2007
Handy, Computer oder Auto – nichts funktioniert ohne Mikroelektronik. Bevor elektronische Systeme aber in Serie gehen können, müssen effiziente Produktionsprozesse dafür entwickelt werden. Gemeinsam mit der Technischen Universität Dresden hat das Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP-D das Zentrum »nanoeva« gegründet – eine Plattform für Forschung und Entwicklung von Prüfverfahren im Nanometerbereich.

Mit Hochdruck arbeitet die Halbleiterindustrie daran, ihre Produkte wie integrierte Schaltkreise immer kleiner werden zu lassen. Damit steigen auch die Anforderungen an weiterverarbeitende Branchen wie die Aufbau- und Verbindungstechnik der Elektronik (AVT), die solche Chips zu elektronischen Systemen zusammensetzt: Chips erhalten die notwendigen elektrischen Anschlüsse oder werden in elektronische Systeme integriert. Bevor sie jedoch im Handy, Computer oder in der Elektronik eines Autos ihren Dienst erfüllen können, sind viele Fragen zu klären. Die größte Hürde besteht darin, die im Labor funktionierenden Systeme in eine effiziente Serienfertigung zu überführen. Dazu ist es auch notwendig, die einzelnen Bauteile gründlich zu prüfen. Sind die Verbindungen korrekt aneinandergefügt? Gibt es möglicherweise irgendwo Risse?

Bei Bauteilen dieser Größenordnung ist eine solche Prüfung eine höchst diffizile Angelegenheit. Schließlich handelt es sich um winzige Teilchen im Mikro- und Nanometerbereich, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Außerdem dürfen die Prüfmethoden die Bauteile nicht zerstören. Arbeitsgruppen am Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren, Institutsteil Dresden IZFP-D haben sich darauf spezialisiert, Prüfverfahren im Kleinstbereich zu entwickeln, ohne die untersuchten Teile dabei zu beschädigen. Die Forscher verwenden dafür hauptsächlich Röntgenstrahlen, Ultraschall oder Methoden der Thermographie. Jetzt haben sie zusammen mit dem Zentrum für mikrotechnische Produktion der Technischen Universität Dresden ZµP eine neue Gemeinschaftseinrichtung gegründet: das »center for non-destructive nano evaluation – nanoeva«.

»Das Dienstleistungszentrum liefert der Industrie geballte Kompetenz aus einer Hand«, erklärt Dr. Henning Heuer, einer der Koordinatoren von nanoeva aus dem Fraunhofer IZFP-D. »Gemeinsam mit Partnerfirmen und anderen Instituten schaffen wir hier eine Basis mit modernstem Equipment. Durch ‚Tool Sharing’ können wir uns sehr teure Ausrüstungen anschaffen, und alle profitieren davon. So kann nanoeva hochwertige Untersuchungen für die Industrie durchführen.« Darüber hinaus bietet nanoeva mit einem Weiterbildungszentrum hervorragende Möglichkeiten, Akademiker und Facharbeiter aus der Industrie zu Spezialisten für zerstörungsfreie Prüfverfahren auszubilden.

... mehr zu:
»AVT »Bauteil »Elektronik »Handy

Ziel dieser strategischen Kooperation ist es zudem, Forschung und Entwicklung im Bereich der nano-Prüftechnik zu verstärken, um mit der rasanten Entwicklung der Miniaturisierung in der Halbleiterindustrie Schritt zu halten. Im Fokus von nanoeva stehen vor allem 3-D-Prüfverfahren für Bauteile in der Größenordnung zwischen einigen hundert Nanometern und wenigen Mikrometern, denn bisher ist dieser Bereich für die zerstörungsfreie Prüfung dreidimensionaler Strukturen ein »weißer Fleck«. Es gilt, Methoden zu entwickeln, die in der AVT kostengünstig und industrietauglich umsetzbar sind. Im Entwicklungs- und Applikationszentrum von nanoeva kümmern sich Wissenschaftler darum, neue Prüfmethoden zu evaluieren und Strategien zu entwickeln, wie die Prüfgeräte in die Herstellungsprozesse eingebunden werden können.

Die Leiter von nanoeva, Prof. Norbert Meyendorf vom IZFP-D und Prof. Klaus-Jürgen Wolter vom ZµP der TU-Dresden, sehen großes Potenzial in der Kooperation. Das Team aus ausgewiesenen Fachleuten beider Institute stehe als Garant dafür, die gestellten Aufgaben erfolgreich zu bewältigen, betonen beide Direktoren.

Dr. Henning Heuer | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.nanoeva.de
http://www.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: AVT Bauteil Elektronik Handy

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Gedruckte »in-situ« Perowskitsolarzellen – ressourcenschonend und lokal produzierbar
17.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht Ein elektronischer Rettungshund
17.05.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Kosmische Ravioli und Spätzle

22.05.2018 | Physik Astronomie

Licht zur Herstellung energiereicher Chemikalien nutzen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics