Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nachhaltige EU-Energiestrategie gefordert

07.03.2007
· VDI: Energieeffizienz steigern
· Forschung bei der CO2-Speicherung vertiefen

Vor dem Hintergrund der morgen in Brüssel stattfindenden Frühjahrstagung der europäischen Staats- und Regierungschefs zur Energie- und Klimapolitik fordert die VDI-Gesellschaft Energietechnik (GET) über das bisherige EU-Energiepaket hinausgehende Maßnahmen.

„Nur wenn alle Bereiche und Verbraucher Energie effizienter nutzen, können die Ziele zur Senkung der CO2-Emissionen erreicht werden. Einen wichtigen Anteil der Primärenergieeinsparung kann im Wärmesektor, insbesondere durch Dämmung und effiziente Heizungs- und Lüftungssysteme erbracht werden“, betont Professor Dr. Klaus Riedle, der Vorsitzende der GET. Im Verkehrsbereich sei dem Anstieg des Energieverbrauchs durch verbesserte Antriebe entgegenzuwirken. Effiziente Technik helfe aber nur, wenn wir als Nutzer diese auch einsetzen.

Aus Sicht des VDI ist es nunmehr dringend erforderlich, sich über den künftigen Energiemix zu verständigen und Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in wirtschaftlich und ökologisch vertretbare Richtungen zu lenken. Der Einsatz von 10 Prozent Biokraftstoffen im Kraftstoffmix erfordert zum Beispiel gezielte Arbeiten zur Entwicklung von Biokraftstoffen der zweiten Generation und wird das verfügbare Potenzial an Biomasse in der EU zu einem Drittel in Anspruch nehmen.

Der Stromerzeugung in der EU, die mit ca. zwei Prozent pro Jahr wächst, ist künftig verstärkte Aufmerksamkeit zu schenken. Insbesondere Braunkohle und die am Weltmarkt kostengünstig zu beschaffende Steinkohle werden eine gleich bleibende bis zunehmende Rolle spielen. „Um den Einsatz der Kohle klimaverträglich weiter verantworten zu können, ist insbesondere die Effizienzsteigerung im Kraftwerksbereich weiter voranzutreiben. Umwandlungsgrade von über 50 Prozent bei Kohle und über 60 Prozent bei gasgefeuerten Anlagen sind anzustreben“, sagt VDI-Experte Riedle.

Parallel dazu müssen auch die Technologien weiterentwickelt werden, die es erlauben, das im Kraftwerksprozess anfallende CO2 abzuscheiden und in geeigneten geologischen Formationen zu speichern. „Diese so genannte Carbon Capture and Storage-Technologie, ist bis zur kommerziellen Reife weiter zu entwickeln“, fordert Riedle. Erst dann könne beurteilt werden, ob eine ausschließliche Zulassung von CCS-Technologie für fossile Kraftwerke ab 2020, wie von der EU-Kommission empfohlen, insgesamt eine Verbesserung erreicht. Die bisher bekannten Technologien führen zu erheblichen Verschlechterungen der Wirkungsgrade und widersprechen dem gesetzten Ziel der Primärenergieeinsparung.

Kernenergie kann und wird einen wichtigen Beitrag für eine wirtschaftlich und ökologisch vertretbare Energieversorgung leisten und ist für die Minderung der CO2-Emissionen unabdingbar. Mit der Vollendung des europäischen Binnenmarktes wird Strom aus Kernenergie in der gesamten EU zur Verfügung stehen. Die technologische Weiterentwicklung der Kerntechnik im Hinblick auf Generation IV sollte aus Sicht des VDI ein wichtiges Ziel der Europäischen Forschungspolitik sein.

Grundsätzlich erfordert der Einsatz aller Energien zur Stromversorgung die Betrachtung des primärenergetischen Aufwands der gesamten Kette über Herstellung, Betrieb und Entsorgung. Erneuerbare Energien müssen sich künftig an der Wettbewerbsfähigkeit orientieren. Für die Ingenieure besteht die Aufgabe darin, weitere Entwicklungen voranzutreiben, die die Kosten für die Nutzung erneuerbarer Energien senken.

Angesichts eines schnell veränderlichen Umfelds im globalen Wettbewerb empfiehlt der VDI sicherzustellen, dass immer ausreichende technische Optionen im Energiebereich zur Verfügung stehen. Deren unterschiedliche Einschätzungen in der Öffentlichkeit diskutiert der VDI Fach und Kultur übergreifend. Er möchte damit zur Akzeptanz für eine in die Zukunft gerichtete Energieversorgung beitragen und für die Entscheidungsträger ein verlässlicher, sachbezogener Ratgeber sein.

Sven Renkel M.A. | VDI
Weitere Informationen:
http://www.vdi.de

Weitere Berichte zu: Biokraftstoff CO2-Emission GET Primärenergieeinsparung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht »ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern
18.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Intelligentes Lademanagement entwickelt – Forschungsprojekt ePlanB abgeschlossen
18.10.2017 | Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise