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Geräte und Software gehorchen aufs Wort

05.03.2007
Auf gesprochene Befehle reagierten am Montag, dem 26. Februar 2007, im Multimediazentrum der Hochschule Wismar Geräte wie Kameras oder Projektoren und führten die vom Sprechenden gewünschten Aktionen aus. Dies war die offizielle Übergabe eines neuartigen Sprachsteuerungs¬moduls vom Geschäftsführer der Basis GmbH Wismar, Mirko Gärber, an den Rektor der Hochschule Wismar, Prof. Dr. Norbert Grünwald.

Ein wahres Aktionsfeuerwerk zündete Christian Torff vor Fach- und interessiertem Laienpublikum, um die Leistungsfähigkeit des neu entwickelten Spracherkennungssystems zu demonstrieren. Auf einer Leinwand war eine Präsentation zu sehen, während auf eine andere das Bild einer im Raum stehenden Videokamera geworfen wurde.

Nicht nur die Auswahl der Folien dirigierte er mit kurzen Sätzen, auch eine Direktschaltung mittels Videokonferenz zur Basis GmbH kam auf diese Weise zustande. Fest- und Raummikrofon wechselten, die Lautstärke änderte sich, kurz alles geschah so, wie es der 26-jährige Student der Multimediatechnik angewiesen hatte. Das neue an dieser Sprachsteuerung ist, dass sie verschiedene Geräte über eine Steuereinheit gleichzeitig ansprechen kann. Jeder Benutzer kann außerdem die Steuerung ohne Trainieren des Systems benutzen. Die Erkennungsrate liegt bei fast 100 Prozent. Ein sehr umfangreicher und erweiterbarer Wortschatz ist vorgegeben. Füllworte filtert die Steuereinheit heraus und reagiert prompt, egal ob man "Jalousie hoch!" oder "Bitte schöne Jalousie hoch." verlangt.

Was im Multimediazentrum der Hochschule Wismar auf lockere und sichtbar leichte Art demonstriert wurde, basiert auf den Ergebnissen intensiver Forschungsarbeit sowie dem gezielten Ausbau der Sprachtechnologie als Standortfaktor in Wismar. So haben neben einzelnen Neugründungen die drei Wismarer Firmen Com Vision Betreibergesellschaft mbH, das Institut für Multimediatechnik gGmbH und die Basis Computer- & Systemintegration GmbH je zwei Absolventen der Hochschule Wismar eingestellt, die sich im Vorfeld mit der Sprache als natürlichstes Kommunikationsmittel im technischen Bereich beschäftigt hatten.

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Zu diesen ehemaligen Elektrotechnik-Studenten der Hochschule Wismar gehören auch Nicole Fernholz und Ole Grelck, die zunächst in der Basis GmbH ein Praktikum absolviert hatten. Danach entwickelten die heute 24-Jährigen im Rahmen ihrer Diplomarbeit "eOhr", das gemeinsame Forschungsprojekt der Hochschule Wismar und der Basis GmbH weiter. Ihre Betreuerin an der Hochschule Wismar, Professorin Dr. Antje Düsterhöft, ist in Mecklenburg-Vorpommern die einzige Dozentin, die Sprachtechnologien lehrt. Sie verwies in ihrer kurzen Begrüßung auf den Know-how-Transfer aus dem 4. Landesforschungsschwerpunkt Informations- und Kommunikationswissen¬schaften - Natürlich sprachliches Labor (NatLab) hin, welches das schnelle Integrieren von Sprachsteuerungen und Sprachdialogen an bestehende Systeme zum Ziel hat.

Außerdem möchte sie den Rektor der Hochschule Wismar davon überzeugen, in allen Hörsälen ein derartiges System einzusetzen. Wie schnell dies umgesetzt werden kann, hatte Chistian Torff im Rahmen seiner Belegarbeit bewiesen. Der Multimedia-Student hatte das entwickelte Steuersystem in die Medienanlage der Hochschule integriert und so Geräte, die über serielle Schnittstellen oder Infrarotsensoren verfügen, zu verstehenden Seminarteilnehmern weiterentwickelt. Verstehen heißt in diesem Fall, dass jede Person, egal ob mit tiefen Bass oder hoher Sopranstimme die Technik bedienen kann. Ließ sich die Steuereinheit zu Beginn noch mit "Hektor", wie in der bekannten Star Trek- Serie, ansprechen, so hörte sie später auf den Namen Paula. Auch dieser frei wählbare Name zeigt die Flexibilität des Systems und wie weit die Anwendung von Wissen aus den Bereichen Informatik, Elektrotechnik und Linguistik fortgeschritten ist.

Von Sprachtechnologie-Produkten könnten in Zukunft zum Beispiel behinderte Menschen im privaten Wohnumfeld profitieren. Auch deshalb arbeiten die Wismarer Spezialisten an einer Verkleinerung des Systems und am vollständigen Ausschalten von kleinsten Fehlerquellen, wie dem Herausfiltern von Hintergrundgeräuschen.

Der großen Öffentlichkeit werden die Mitarbeiter der Basis GmbH, Nicole Fernholz und Ole Grelck, deren Geschäftsführer Mirko Gärber, der von 1983 bis 1987 ebenfalls an der Wismarer Hochschule studiert hatte, sowie Professorin Dr. Antje Düsterhöft und Student Christian Torff ihre gemeinsame Entwicklung auf der CeBIT, Deutschlands großer Technologiemesse präsentieren. Sie werden dort am Gemeinschaftsstand der IT-Initiative Mecklenburg-Vorpommerns in Halle 9, Stand C15, mit einer Überraschung aufwarten.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an Prof. Dr. Antje Düsterhöft, Tel.: (03841) 753 629 bzw. E-Mail: duest@et.hs-wismar.de oder den Geschäftsführer der Basis GmbH, Dipl-Ing. Mirko Gärber, Tel.: 03841 32 60-24 bzw. E-Mail: mirko.gaerber@basis-wismar.de.

Kerstin Baldauf | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-wismar.de

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