Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer supraleitender Transformator ist leicht und kompakt

20.02.2002


Forscher der niederländischen Technologiestiftung STW und der Universität Twente haben in Zusammenarbeit mit den Unternehmen Smit Transformatoren und Smit Draad einen Prototyp einer Spule für einen supraleitenden Transformator entwickelt, der nicht nur leicht und kompakt ist, sondern auch effizient mit Energie umgeht. Die ersten Unternehmen sind mehr als interessiert.

Die Spule wurde aus supraleitenden Drähten hergestellt, die auf einer neuen, patentierten Art und Weise isoliert wurden. Außerdem entwarfen die Forscher zusammen mit dem Unternehmen Smit Transformatoren eine Methode, um Spulen von einem empfindlichen Leiter zu wickeln.
Die supraleitenden Drähte wurden aus einem keramischen Material BSCCO (ausgesprochen ’Bisko’) hergestellt. Dieser sogenannte Hochtemperatursupraleiter lässt elektrischen Strom nur ohne Wiederstand laufen, wenn das Material bis zu 196 Grad unter Null gekühlt wurde. Die neue Isolation sollte gegen derart niedrige Temperaturen beständig sein. Deshalb wählten die Forscher einen Polyimidfilm.
Ein silberner Mantel umhüllt die dünnen Filamente des supraleitenden Stoffs, um zu verhindern, dass sie brechen. Der Mantel ist im Schnitt rechteckig, 4 mm breit und 0,3 mm dick, vergleichbar mit dem Band einer Kassette. Eine konventionelle Isolation mit einer Lackschicht würde die rechteckigen Leiter unzuverlässig machen, weil die Lackschicht an den scharfen Rändern des Leiters zu dünn wird. Dadurch könnten leicht Funken überspringen (Durchschlag) und Schaden herbeigeführt werden.
Um Schäden zu verhindern, entwickelten die STW-Forscher ein alternatives Isolationsverfahren. Zusammen mit dem Unternehmen Smit Draad entwarfen sie eine Methode, bei der rund um das supraleitende Band eine Isolierschicht der Länge nach gefaltet wird. Die Isolation verhindert Durchschlag bis einige Kilovolt.
Inzwischen wurde die Methode auf Anfrage verschiedener Unternehmen angewandt. So verkauft Marktführer ASC (American Superconductor Corporation) Leiter, die von Smit Draad isoliert wurden.
Die Forschungsgruppe versorgt verschiedenen Anwendungen für kompakte und leichte supraleitende Geräte, in denen die neuen supraleitenden Spulen und Kabel eine Rolle spielen. Der kompakte Bau der Transformatoren eignet sich sehr zu Anwendungen in Zügen. Auch könnten supraleitende Kabel die Energielieferung an Großverbraucher wie die Computerindustrie oder kompakte Innenstädte garantieren. Die derzeitigen Kupferkabel haben soviel Widerstand, dass beim Elektrizitätstransport zuviel Wärme freiwird.
Die STW hat mit Smit Draad einen Vertrag über die Nutzung der Kenntnisse aus dem STW-Projekt geschlossen.
Nähere Informationen bei Dr. Dipl.-Ing. Jan-Jaap Rabbers (Universität Twente, Lehrstuhlgruppe Niedrige Temperaturen), Tel. +31 (0)53 4894839, Fax +31 (0)53 4891099,
E-Mail: j.j.rabbers@tn.utwente.nl

Msc Michel Philippens | idw

Weitere Berichte zu: Isolation Spule Transformator

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Hochtemperaturspeicher für Ökostrom
13.10.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

nachricht Preisgünstige Batterien aus Abfall-Graphit
11.10.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise