Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Technik für den Alltag Schwerhörender

31.01.2007
Oldenburger Forschungsinstitute OFFIS und HörTech engagiert beim europäischen Projekt "Hearing at Home"

Ob Computer und Internet oder Mobiltelefone und Hifi-Systeme - neuste Technologien unserer modernen Kommunikationsgesellschaft bieten dem sozialen Miteinander eine Reihe von Vorteilen. Doch wie kann es gelingen, dass auch schwerhörende Menschen stärker als bisher von solchen Vorteilen profitieren?

Eine Frage, die ein europäisches Forschungsprojekt mit dem Namen "Hearing at Home" beantworten will. Das zweieinhalb Jahre laufende Projekt, an dem mit dem Oldenburger Kompetenzzentrum HörTech und dem ebenfalls in Oldenburg ansässigen OFFIS Institut für Informatik gleich zwei renommierte Forschungsunternehmen der Region mitwirken, verfolgt das Ziel, Schwerhörenden die alltägliche Nutzung von Heimelektronik zu erleichtern.

Gerade für schwerhörende Menschen können neuste Entwicklungen bei Informations- und Telekommunikationstechnologien eine wichtige Unterstützung sein. Mittels Technik können sie Informationsdefizite im häuslichen Alltag und damit das eigene Handicap ausgleichen. Doch nach wie vor scheuen insbesondere viele ältere Menschen mit Hör-Handicap vor einer Nutzung solch moderner Hilfsmittel zurück.

... mehr zu:
»HörTech »Kompetenzzentrum

Abhilfe schaffen soll nun das Forschungsprojekt "Hearing at Home". Am Projekt, das über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren laufen wird, sind neben dem OFFIS Institut sowie dem Oldenburger Kompetenzzentrum für Hörgeräte-Systemtechnik HörTech noch vier weitere Forschungsunternehmen aus dem europäischen Ausland beteiligt. Gemeinsam soll eine Lösung gefunden werden, die Schwerhörenden den Zugriff auf technische Hilfsmittel erleichtert und ihnen zu mehr Lebensqualität verhilft.

"Zentrale Rolle kommt bei unserem Ansatz dem Fernseher zu", erläutert Andreas Hein vom Oldenburger Institut OFFIS, das als Projektkoordinator fungiert: "Den Fernseher bedienen auch Menschen mit Hör-Handicap ganz selbstverständlich. Wir wollen ihn nun als eine Art zentrale Schaltstelle nutzen, über die alle anderen Komponenten der Heim-Elektronik wie beispielsweise Computer, Telefon, Telefax, Wechselsprechanlage oder Hifi-System mit einander vernetzt werden."

Die so vernetzte IT-Heimelektronik soll sich der individuellen Hörschädigung eines Betroffenen angleichen, ihm helfen, Sprache und andere Signale besser zu verarbeiten. "Audio-Signale wollen wir mit Hilfe von Signalklassifikationen und Lärmreduzierung optimieren, die Sprachverständlichkeit erhöhen", erklärt Volker Hohmann vom Oldenburger Kompetenzzentrum HörTech: "Die Algorithmen der einzelnen Geräte werden so verändert, dass sie helfen, den jeweiligen individuellen Hörverlust auszugleichen. Und auch das Fernsehbild soll unterstützen. Durch ein synthetisch auf dem Bildschirm erzeugtes Minenspiel wollen wir das Lippenlesen erleichtern."

Beitrag der HörTech wird es ebenfalls sein, zu untersuchen, welche Akzeptanz die gemeinsam entwickelte Lösung insbesondere bei älteren Betroffenen findet. Diesbezügliche Befragungen werden hier von Markus Meis verantwortet, der seit Jahren erforscht, wie Menschen mit Handicap neuste Technik und insbesondere Medizintechnik nutzen.

Die Zusammenarbeit der beiden Oldenburger Forschungsunternehmen HörTech und OFFIS hat sich seit längerem bewährt. Sowohl die HörTech, die Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Hörsystem-Technik leistet, als auch das OFFIS Institut für Informatik, das sich unter anderem mit der Entwicklung medizintechnischer Software beschäftigt, sind Mitglied der German Medical Technologie Alliance (GMTA), eines deutschlandweit einmaligen Netwerks von Kompetenzzentren für Medizintechnik.

"Gemeinsam mit unseren europäischen Partnern haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, neuste wissenschaftliche Erkenntnisse in den Alltag der schwerhörenden Menschen zu transformieren", so Andreas Hein abschließend: "Durch unseren interdisziplinären Ansatz wollen wir erreichen, dass sich die Betroffenen in ihrer häuslichen Umgebung, in ihrem familiären Umfeld deutlich mehr der neuen Informationstechnologien bedienen als bisher der Fall."

Pressekontakt: Martin Schaarschmidt, ZS&P, Tel: (030) 40 88 94-36, Fax: -94, eMail: m.schaarschmidt@zsp-berlin.de

Britta Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.hearing-at-home.eu
http://www.offis.de
http://www.hoertech.de

Weitere Berichte zu: HörTech Kompetenzzentrum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Gut sortiert: Schüttgutanlagen werden klüger
30.03.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften
29.03.2017 | Technische Universität Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE