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Nachhaltige Energieversorgung der Schweiz möglich

19.01.2007
Experten erstellen Road-Map zur Reduktion der Abhängigkeit

Einer Studie der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) zufolge, ist eine nachhaltige Energieversorgung in der Schweiz möglich. Einen entscheidenden Beitrag dazu können heimische erneuerbare Energiequellen liefern. Die Experten warnen allerdings auch davor, dass sich das ambitionierte Ziel aber weder kurzfristig noch einfach realisieren lasse.

"Wie alle Staaten will auch die Schweiz ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren", meint Marco Berg, Präsident der SATW-Energiekommission, im pressetext-Interview. Die SATW zeige in der "Road Map Erneuerbare Energien Schweiz" auf, inwieweit solche Hoffnungen berechtigt sind. "Die Studie skizziert, wie sich das Angebot an erneuerbaren Energien in den kommenden Jahrzehnten entwickeln wird unter der Annahme, dass das technisch nutzbare Potenzial an erneuerbaren Energiequellen in der Schweiz weitgehend erschlossen wird", erklärt der Experte. Dabei werde erstmals aufgezeigt, wie viele Anlagen im Laufe der Zeit konkret erstellt werden müssten, welche Investitionen damit verbunden wären und wie sich dies auf die Gestehungskosten von Wärme, Strom und Treibstoffen auswirken würde. "Daraus wiederum lässt sich ableiten, welchen Beitrag einheimische erneuerbare Energiequellen langfristig zur schweizerischen Energieversorgung leisten können."

"Einen konkreten Fahrplan gibt es derzeit aber noch nicht", bestätigt Berg. "Die Berechnungen zeigen, dass das Angebot an erneuerbaren Energiequellen bis 2050 verdoppelt werden kann. Limitierend ist dabei in vielen Fällen nicht das eigentliche Potenzial, sondern eine volkswirtschaftlich vertretbare Umsetzungsgeschwindigkeit, insbesondere bei der Gebäudeerneuerung", führt Berg an. Dazu zähle nicht nur eine Umrüstung auf Holzheizungen, sondern auch eine Erhöhung der Ernergieeffizienz. "Zentral ist dabei aber die Erkenntnis, dass die Erschließung des gesamten Potenzials an erneuerbaren Energiequellen, inklusive Wasserkraft, nur gut ein Drittel des gesamten Energiebedarfs abdecken kann, falls der Energiekonsum weiterhin auf dem heutigen Niveau verharrt", meint der Experte. Das bleibe auch im Vergleich mit den zurzeit erarbeiteten Energieperspektiven des Bundes nicht besser, denn je nach Szenario bleibe eine Bedarfslücke von 50 Prozent oder mehr.

Eckpunkte der Berechnungen waren zudem auch die derzeitigen Energiesysteme: Die Schweiz bezieht ihren Strom derzeit zu 60 Prozent aus Wasserkraft und zu 40 Prozent aus den fünf Kernkraftwerken. "Die anderen Erneuerbaren Energien spielen derzeit kaum eine nennenswerte Rolle", so Berg. Zum Energieszenario 2050 bis 2070 gehöre zudem das Auslaufen der Strom-Bezugsrechte aus französischen Kernkraftwerken. "Wird die Road-Map jedoch gleichzeitig mit der 2000-Watt-Gesellschaft, die sich der Schweizer Bundesrat als strategisches Ziel gesetzt hat, umgesetzt, könnten künftig drei Viertel der benötigten Energie aus erneuerbaren einheimischen Quellen zur Verfügung stehen", beschreibt Berg das Studienergebnis. Somit scheine eine langfristig stabile und damit nachhaltige Energieversorgung der Schweiz machbar.

Über die konkreten Umsetzungspläne meint Berg: "Derzeit sind die rechtlichen Rahmenbedingungen für Erneuerbare Energien schlecht." Der Ansatz sei rein auf freiwilliger Basis, Einspeisevergütungen gebe es nicht. Gefragt sei eine Auseinandersetzung der Politik mit dem Thema. "Allerdings gibt die Arbeit der SATW keine konkreten politischen Empfehlungen ab, sie will aber auf das große vorhandene Potenzial aufmerksam machen, welches nur ausgeschöpft werden kann, wenn heute mit der Umsetzung begonnen wird", erklärt Berg abschließend im pressetext-Interview.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.schweiz
Weitere Informationen:
http://www.satw.ch

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