Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klima schützen, Abhängigkeit vom Öl verringern - durch effizientere Heizungstechnik

15.01.2007
Bundesumweltministerium und Mineralölwirtschaft unterzeichnen Gemeinsame Erklärung

Bundesumweltministerium und Mineralölwirtschaft haben sich heute in Berlin auf die breite Markteinführung von schwefelarmem Heizöl und der Öl-Brennwerttechnik geeinigt.

Damit, so die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Astrid Klug, lasse sich Energie einsparen und der CO2-Ausstoß deutlich mindern. "Schwefelarmes Heizöl ermöglicht die Nutzung von Öl-Brennwertkesseln, die gegenüber älteren Ölkesseln um bis zu 30 Prozent effektiver sind. Dies verringert den Ausstoß an Treibhausgasen ebenso wie die Abhängigkeit vom Öl und ist auch noch wirtschaftlicher. Außerdem führt der Einsatz von schwefelarmem Heizöl zu einer geringeren Feinstaub-Belastung", so Klug. Auch ältere Heizölkessel ohne Brennwerttechnik können mit der neuen Heizölqualität betrieben werden.

In der Gemeinsamen Erklärung sagt die Mineralölwirtschaft zu, bis zum 1. Januar 2009 ein flächendeckendes Angebot an schwefelarmem Heizöl in Deutschland sicherzustellen. Im Vergleich zu den erst ab 2008 gültigen EU-Vorgaben wird der Schwefelgehalt von Heizöl dabei um den Faktor 20 gesenkt. Im Gegenzug wird die Bundesregierung die umweltfreundlichere, effizientere Öl-Brennwerttechnik im Rahmen der KfW-Programme finanziell fördern. Ziel ist es, Anreize für den Einbau von jährlich rund 20.000 Öl-Brenn¬wertkesseln zu geben.

Um die Umstellung zu beschleunigen, hat der Gesetzgeber beschlossen, ab 1. Januar 2009 das Heizöl der bisherigen nicht schwefelarmen Qualität mit einem Malus von 1,5 Cent pro Liter zu belegen, während der Steuersatz für die umweltfreundlichere schwefelarme Sorte unverändert bleibt. Da auch herkömmliche Ölkessel die schwefelarme Sorte ohne Probleme nutzen können, wird dieser Steuer-Malus in der Praxis jedoch ins Leere laufen, denn Verbraucher werden sich für das preisgünstigere Heizöl-Angebot entscheiden. Diese Methode hat sich bereits 2001 bei der Einführung von schwefelfreien Kraftstoffen bewährt und war sehr erfolgreich.

Astrid Klug bezeichnete die Vereinbarung als gelungenes Beispiel für innovative Ideen aus Deutschland: "Hier zeigt sich erneut, dass Umweltpolitik zum Treiber werden kann, um ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen zu vereinen." Sie sei ein wichtiger Baustein der Energieeffi-zienz-Strategie der Bundesregierung. "Unser Ziel ist es, die Energieproduktivität der deutschen Volkswirtschaft bis zum Jahr 2020 gegenüber 1990 zu verdoppeln. Neue Technologien, gerade auch in der Heiztechnik, sind Teil der Lösung." Klug begrüßte weiterhin die Aktivitäten von Mine-ralöl- und Heizungswirtschaft für den verstärkten Einsatz von Erneuerbaren Energien zur Wärme-gewinnung, insbesondere der Kombination der Brennwerttechnik mit Solaranlagen sowie Beimi-schung von biogenen Ölen zum Heizöl. Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist neben Effizienz und Energieeinsparung das zweite zentrale Element der neuen Energiepolitik.

Die Mineralölwirtschaft hat im Rahmen der Erklärung zudem zugesagt, auch ein breiteres Ange-bot an schwefelfreiem Schiffsdiesel in den kommenden Jahren sicherzustellen. Damit wird die Voraussetzung geschaffen, dass Abgasreinigungstechnik, wie sie für Straßenfahrzeuge bereits verfügbar ist - etwa Partikelfilter und Stickoxid-Minderungstechnik - auch in Binnenschiffen ein-gesetzt werden kann. Dies trägt dazu bei, die Luftbelastung mit Feinstaub und Stickoxiden ent-lang großer Wasserstraßen und an Standorten von Binnenhäfen deutlich zu verringern. Zugleich wird die Modernisierung der deutschen Binnenschiffsflotte erheblich vorangebracht. Erste, vom Bundesumweltministerium geförderte, emissionsarme und flussangepasste Binnenschiffe werden noch in diesem Jahr ihren regulären Betrieb aufnehmen. Auch wird die Förderung solcher modernen Schiffe im Rahmen des ERP-Umwelt- und Energiesparprogramms künftig möglich sein.

Michael Schroeren | BMU-Pressereferat
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wie Protonen durch eine Brennstoffzelle wandern
22.06.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Omicron Diodenlaser mit höherer Ausgangsleistung und erweiterter Garantie
20.06.2017 | Omicron - Laserage Laserprodukte GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften