Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gas auch ohne Gülle - Pirow: Feststoffvergärung der Nassvergärung ebenbürtig

12.01.2007
Wer Biogas erzeugen will, kann auf Gülle künftig verzichten. Auch mit nachwachsenden Rohstoffen und biogenen Reststoffen allein lassen sich hohe Gaserträge erzielen.

So die Ergebnisse der Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Agrartechnik Bornim. Mit Förderung durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe hatten sie den Betrieb der Trockenfermentationsanlage in Pirow wissenschaftlich begleitet.

Und in Pirow nicht nur ihre Nasen, sondern auch ihre Messgeräte in Substrate, Gärreste und Gase gesteckt. Das Fazit der gut einjährigen Forschungen: die Methanerträge der Feststoffvergärung stehen denen der Nassfermentation in nichts nach. Eine Erkenntnis, auf die reine Ackerbauern sehnsüchtig warten, waren sie doch bislang von der Biogaserzeugung ausgeschlossen.

Drei gasdichte Garagenfermenter bilden das Herzstück der Anlage der Loock Biogassysteme GmbH im brandenburgischen Pirow. Von einer 150 Kubikmeter großen Garage unterscheidet einen Fermenter nicht nur Belüftungs-, sondern auch Berieselungstechnik. Denn nur wenn die Biomasse vorbelüftet und während des Vergärens regelmäßig mit Flüssigkeit aus vorangegangenen Gärprozessen benetzt wird, können die Bakterien sie richtig abbauen.

Die konkreten Gärversuche liefen über sieben Wochen: Mischungen aus 60 % Maissilage, 13 % Gärrest und 27 % Putenmist wurden vergoren und kontinuierlich beobachtet. Auf die Gaserträge hatten die Wissenschaftler ein besonders waches Auge. Denn sie sollten zeigen, ob die Trockenvergärung mit der Nassvergärung mithalten kann. Sie kann: Erträge von 90 Kubikmeter Methan pro Tonne Frischmasse sind denen konventioneller Anlagen vergleichbar.

Nun gilt es, am Verfahren so zu feilen, dass die Erträge noch besser werden. Vor allem, was den Prozesswasserkreislauf betrifft, besteht noch Spielraum, den die am Projekt beteiligten Partner weiter ausreizen wollen. Nicht nur in Pirow, sondern zum Beispiel auch an der ebenfalls von der FNR geförderten Anlage in Clausnitz. Ihre Tauglichkeit hat die Trockenvergärung nun jedenfalls auch wissenschaftlich unter Beweis gestellt.

Details zum Projekt sind in Band 24 der Gülzower Fachgespräche "Trockenfermentation" nachzulesen. Das Buch kann kostenlos über www.fnr.de, Stichwort Literatur, bestellt werden.

Barbara Wenig

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
Hofplatz 1
18276 Gülzow
Tel.: 03843/69 30-0
Telefax: 03843/69 30-102
e-Mail: info@fnr.de
Internet: http://www.fnr.de
V.i.S.d.P.: Dr.-Ing. Andreas Schütte

Dr. Torsten Gabriel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fnr.de

Weitere Berichte zu: Feststoffvergärung Gülle Nassvergärung Pirow Trockenvergärung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein
20.09.2017 | Technische Universität Hamburg-Harburg

nachricht Strom im Flug erzeugen
20.09.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik