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Energie-Netzwerke für Asien

06.12.2006
Wie können Klimaschutz und eine bessere Energieversorgung in Asien miteinander vereinbart werden? Diese Frage stand vom 11. bis zum 15. November im Mittelpunkt einer Tagung von 32 asiatischen Energieexperten aus neun Ländern in Denpasar, Indonesien.

Sie alle haben zwischen 1990 und 2005 an der Universität Flensburg im Studiengang SESAM und dessen Vorläufer ARTES Energiemanagement studiert und arbeiten heute in Regierungsorganisationen, Privatunternehmen und internationalen Organisationen - viele von ihnen in führenden Positionen. Insgesamt 95 asiatische Fachleute aus 14 Ländern wurden in den vergangenen 16 Jahren an der Universität Flensburg im Energiebereich ausgebildet.

Eine der Hauptursachen für den Klimawandel sind die CO2 Emissionen, die bei der Nutzung von fossilen Energieträgern für die Energieversorgung entstehen. Nach neuesten Schätzungen würde bei Fortführung der derzeitigen Politik der internationalen Energieagentur der weltweite Verbrauch fossiler Energieträger bis 2030 um rund 55 Prozent steigen; in den asiatischen Entwicklungsländern würde er sich sogar mehr als verdoppeln. Doch gilt dies nicht für die Menschen, die dort in ländlichen Regionen leben. Auch im Jahre 2030 wären noch rund 1,9 Milliarden Menschen in Asien auf Holz, Kuhdung und landwirtschaftliche Abfälle als Brennstoff zum Kochen angewiesen. Das hat gesundheitliche Folgen: Etwa 1,3 Millionen Menschen sterben jährlich weltweit an den Folgen der Rauchbelastung durch die Nutzung dieser traditionellen Energieträger. Über die Probleme der Energieversorgung und über zukunftsweisende Ansätze diskutierten die Absolventen der Universität Flensburg zusammen mit ihren ehemaligen Dozenten Dr. Dieter Klein und Dipl.-Ing. Wulf Boie sowie dem ehemaligen Leiter des Studiengangs, Prof. Uwe Rehling. Eingeladen hatten zu der Tagung die Universität Flensburg, und der deutsche Akademische Austauschdienst, der auch für die Finanzierung sorgte.

Viele der SESAM und ARTES-Absolventen stammen aus Nepal, dort arbeiten sie heute bei AEPC, der staatlichen nepalesischen Koordinierungsstelle für Energieprojekte. Direktor von APEC ist Dr. Govind Pokharel, auch ein Absolvent des Studiengangs, der in Flensburg promovierte. Ein wichtiges Thema ist in Nepal derzeit die Anbindung der vielen von Dorfgemeinschaften betriebenen ländlichen Kleinwasserkraftanlagen an das nationale Netz. Dadurch kann nicht nur die Stromversorgung der Städte verbessert werden, der Verkauf von Strom an den nationalen Energieversorger schafft auch Einkommen, das für die Entwicklung der Dörfer ausgegeben werden kann. Pate standen bei diesen Überlegungen auch die Bürgerwindparks, die die Absolventen in Deutschland und während eines Auslandspraktikums in Schottland kennen gelernt haben.

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In Nepal haben 24 ehemalige Flensburger schon 2004 einen Absolventen-Verein gegründet, die "Flensburg Association for Energy Management (FAEM)". Unter dem Motto "Der Zugang zu Energie ist ein Recht, kein Privileg" betreibt FAEM Lobbyarbeit für die erneuerbare Energie und die Verbesserung der ländlichen Energieversorgung, veranstaltet regelmäßig Fachtagungen und unterstützt SESAM Absolventen nach ihrer Rückkehr bei der Wiedereingliederung in das Arbeitsleben. Die Teilnehmer der Tagung beschlossen auch in anderen asiatischen Ländern solche Alumni-Vereine zu gründen. Auch länderübergreifend wollen die Teilnehmer in Kontakt bleiben: Ein von den nepalesischen Alumni koordiniertes asiatisches FAEM-Netzwerk soll den fachlichen Austausch untereinander verbessern.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Dipl.-Ing. Wulf Boie, Sustainable Energy Systems and Management (SESAM), Universität Flensburg, Munketoft 3b, 24937 Flensburg, Tel.: 0461-805 2500, E-Mail: boie@uni-flensburg.de.

Dr. Helge Möller | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-flensburg.de/

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