Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mitten im Wind

19.10.2006
Offshore-Windparks gibt es bereits in England, Dänemark und den Niederlanden.

In Deutschland stehen die Betreiber von Windkraftanlagen auf hoher See in den Startlöchern. Im Fraunhofer-Center für Windenergie und Meerestechnik CWMT in Bremerhaven bieten Wissenschaftler Know-how für Planung, Bau und Wartung.

In Horns Rev steht seit dem Sommer 2002 der derzeit größte Offshore-Windpark der Welt. Stahlnägel mit einem Durchmesser von vier Metern, 25 Meter tief in den Meeresboden gerammt, verankern die stählernen Riesen mit dem Untergrund. Die Anlage deckt fast zwei Prozent des dänischen Gesamtstromverbrauchs, denn Windräder auf hoher See haben eine etwa 50 Prozent höhere Energieausbeute als ihre Kollegen auf dem Land.

Durch die Umstrukturierung der Energieversorgung – weg von fossilen Brennstoffen – und die Klimaschutzdiskussion erlebt die Windenergie in den vergangenen Jahren auch in Deutschland einen enormen Aufschwung. Das Bundesministerium für Umwelt BMU geht davon aus, dass bis zum Jahr 2030 etwa 15 Prozent des deutschen Strombedarfs durch Anlagen vor den Küsten gedeckt werden könnten.

Das Center für Windenergie und Meerestechnik CWMT ist eine Kooperation der Fraunhofer-Institute für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Bremen und dem Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF. Die Forscher bündeln ihre Kompetenzen für die Windenergienutzung und die Meerestechnik, in enger Kooperation mit der Wind- und Offshore-Industrie. Im CWMT werden Materialien, Oberflächen, Verbindungen, Fertigungstechniken sowie die Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit von Anlagen untersucht. Insgesamt stehen in Bremerhaven, Bremen und Darmstadt 360 Mitarbeiter sowie eine Infrastruktur mit Prüffeldern, Laboren und Analytik auf mehr als 20 000 qm Fläche zur Verfügung. Das Angebot reicht von der Grundlagenforschung bis zur Markteinführung von Produkten. Zum Beispiel werden das Design von Offshore-Bauwerken bezüglich Gewicht, Fertigungskosten und technischer Verfügbarkeit optimiert und Verfahren zum Nachweis der Lebensdauer von Rotorblättern entwickelt. Die Stadt Bremerhaven und das Land Bremen unterstützen die erste Aufbauphase des Zentrums mit dreieinhalb Millionen Euro.

»Wir wollen mit unserem Forschungs-, Entwicklungs- und Prüfzentrum für Windenergieanlagen dazu beitragen, dass die Lebensdauer der gesamten Konstruktion mit allen Komponenten über einen Zeitraum von 20 Jahren gesichert ist. Das geht nur über den Nachweis der technischen Zuverlässigkeit im Rechner und experimentelle Prüfungen«, erklärt der Leiter des CWMT, Hans-Gerd Busmann. » Reparatur und Wartung der Kolosse – sind diese erst einmal auf hoher See verankert – ist aufwändig und teuer«.

Im Kompetenzzentrum Gründungen und maritime Strukturen testen die Bremer und Darmstädter Fraunhofer-Forscher die Prototypen der Anlagen im großtechnischen Experimentier- und Prüffeld und entwickeln numerische Methoden zur Simulation der Offschore-Windenergieanlagen. Die Wissenschaftler erarbeiten im Kompetenzzenrum Rotorblatt hochmoderne statische und dynamische Prüf- und Testverfahren für Rotorblätter der aktuellen und nächsten Anlagengeneration.

Dr. Hans-Gerd Busmann | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ifam.fraunhofer.de
http://www.lbf.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: CWMT Meerestechnik Offshore-Windpark Windenergie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Seilzugsensor MH60 – erfolgreicher Einsatz in rauer Umgebung
20.04.2018 | WayCon Positionsmesstechnik GmbH

nachricht Treiber für Digitalisierung von Industrieanlagen: ABB, HPE und Rittal stellen Secure Edge Data Center vor
20.04.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics