Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kraftpaket für die Wildnis

11.10.2006
Die geowissenschaftlichen Messnetze haben Lücken, denn wo kein Strom ist, lassen sich auch keine Daten gewinnen. Viele abgelegene Gegenden sind bis heute weiße Flecken in der Datenlandschaft. Ein neues Energiesystem schafft Abhilfe.

Wettervorhersagen, Katastrophenwarnungen, Verkehrsmeldungen - niemand will heute auf aktuelle Informationen verzichten. Anwohner wollen erfahren, wie weit ein Hochwasser steigen wird, Wissenschaftler spüren Erdbeben nach und Investoren verlangen nach Wind-Daten vom Standort eines geplanten Windparks.

Die Voraussetzung für die Ermittlung all dieser Daten ist ein engmaschiges Netz von automatisch arbeitenden Messstationen. Doch dieses Netz hat Löcher, weil an vielen Orten die Energie für den Betrieb der Geräte fehlt. Wo keine Stromleitung liegt, müssen die Messstationen autark arbeiten. Derzeit kommt der nötige Strom meist von Solarzellen, die allerdings den Energiebedarf nicht immer decken: Vor allem im Winter, wenn sich Schnee und Eis auf die Module legen und zusätzliche Energie zum Beheizen der Sensoren nötig ist, reicht die Sonnenkraft nicht aus. Manchmal ist es auch einfach zu teuer, den Strom allein mit Photovoltaik zu gewinnen.

Einen Ausweg verspricht das Verbundprojekt "EVEREST", an dem sich 14 Forschungs- und Industriepartner aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien unter der Federführung des Freiburger Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE beteiligen. Das neuartige System kombiniert Solarzellen und Batterien mit anderen Energiequellen, wie einer Brennstoffzelle, einem Windrad, einem Stirling- oder einem thermoelektrischen Generator. Ein innovatives Energiemanagementsystem, von ISE und der Göttinger Elektronikfirma Pairan entwickelt, vernetzt die einzelnen Aggregate, schaltet sie je nach Bedarf zu und übermittelt alle Betriebsdaten an die Zentrale.

Die "EVEREST-Box" gibt es in der Mini-Version mit einer Leistung von rund 50 Watt und als Maxi-Ausführung mit bis zu 1 000 Watt. Ihre modulare Bauweise ermöglicht einen vielseitigen Einsatz. Die Box kann Windmessstationen in lawinengefährdeten Alpengebieten versorgen, Erdbebenwarten in Regionen mit nasskaltem Schmuddelwetter oder abseits gelegene Umweltmessstellen. Aber nicht nur geowissenschaftliche Stationen lassen sich mit dem robusten Kraftpaket ausrüsten, sondern auch Einrichtungen der Telekommunikation, der Verkehrs- oder Sicherheitstechnik.

Eine erste Bewährungsprobe müssen die EVEREST-Boxen im kommenden Winter auf dem Schwarzwald-Berg Schauinsland bestehen. Im nächsten Jahr sind weitere Härtetests in den Alpen, in einem Flusstal sowie auf einer Meeresplattform geplant.

Marion Horn | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2006/10/Mediendienst102006Thema2.jsp

Weitere Berichte zu: Energiesystem ISE Kraftpaket Messstation Solarzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Forscher entwickeln effizientere Systeme für Brennstoffzellen und Kraft-Wärme-Kopplung
19.04.2017 | EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie e. V.

nachricht Forscher entwickeln Elektrolyte für Redox-Flow-Batterien aus Lignin aus der Zellstoffherstellung
18.04.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen