Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energie aus Biomasse

25.09.2006
BioLogio - Regionale Logistikstrukturen für Holzbrennstoffe

Der Markt für Energie aus Biomasse hat sich in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig in Deutschland entwickelt. Insbesondere Rest-, Schwach- und Altholz spielen eine wesentliche Rolle bei der Erzeugung von Wärme und Strom aus Biomasse. Aufgrund der dezentralen Quellenstruktur für Holz (viele Anfallstellen mit zum Teil geringen Anfallmengen) sowie dessen dezentraler Anlagen- und Abnehmerstruktur zur energetischen Verwertung rücken logistische Fragestellungen bei den Akteuren dieser Branche zunehmend in den Vordergrund.

Die logistischen Fragen der Biomasse Holz greift das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik derzeit in dem vom Bundesumweltministerium geförderten Forschungsvorhaben "BioLogio - Entwicklung und Ausbau regionaler Logistikstrukturen zur Förderung der nachhaltigen energetischen Nutzung von Biomasse in Deutschland" auf.

Das Projekt BioLogio

Durch engen Austausch mit den Akteuren in der Praxis sollen in dem Projekt Lösungswege aufgezeigt werden, die eine wirtschaftliche und umweltgerechte logistische Bereitstellung von Holzbrennstoffen ermöglichen. Anhand der Modellregion Emscher-Lippe werden die heutigen und zukünftigen Verkehrsstrukturen zur Brennstoffbereitstellung für Klein- und Großanlagen betrachtet. Es werden hierbei durch Experteninterviews, Akteursworkshops sowie Besuchen vor Ort der Erfahrungsaustausch zwischen den regionalen Akteuren initiiert und unterstützt, so dass praxisnahe Problemstellung diskutiert und Lösungskonzepte entwickelt werden.

Die Untersuchungen fokussieren Holzbrennstoffe aus Waldrestholz und Wegebegleitgrün, welche in Voruntersuchungen als relevante Brennstoffquellen in der Modellregion mit den Akteuren identifiziert worden sind.

Zielstellung von BioLogio

In dem Projekt sollen potentielle Brennstoffquellen lokalisiert und quantifiziert werden sowie mögliche Erfassungssysteme erarbeitet werden. Hierfür werden im Rahmen einer Kompetenzstudie wichtige Akteure der Region sowie deren logistischen Lösungen erhoben und dargestellt. Diese Lösungen können dabei organisatorischer aber auch technischer Natur sein.

Ziel wird dabei sein, die regionalen Strukturen und Lösungen auf die bundesweite Übertragbarkeit hin zu überprüfen. Hierfür arbeitet das Fraunhofer IML eng mit den Projektpartnern des BMU-Projekts BioRegio zusammen, welches Strategien zur nachhaltigen energetischen Nutzung von Biomasse in ausgewählten Modellregionen untersucht. Dabei werden die jeweiligen Ergebnisse zwischen den Projektpartnern ausgetauscht und in den eigenen Untersuchungen integriert.

Aussagen von Akteuren:

BioRegio-Projektpartner aus der Modellregion Emscher-Lippe (Fraunhofer Umsicht): In den Regionaltreffen der Emscher-Lippe-Region haben die Akteure die Wichtigkeit der logistischen Prozesse für die erfolgreiche Biomassenutzung herausgestellt. Die nähergehende Betrachtung dieser Prozesse unterstützen sie.

Frau Zimmermann (BMU) freut sich, dass BioLogio nun beginnt und die Ergebnisse durch die enge Kooperation der Projektpartner in die Arbeiten von BioRegio einfließen können. [Die Kooperation zwischen Umsicht und IML erfolgt bspw. durch die Durchführung gemeinsamer Akteurstreffen (BioRegio und BioLogio), gemeinsame Besuche bei Akteuren vor Ort, kontiunierlichen Informationsaustausch über die Aktivitäten, Gespräche etc.]

Konkrete Beispiele der Untersuchungsschwerpunkte

Straßenbegleitgrün wird derzeit kaum als Brennstoff genutzt. Um diese Holzquelle zu erschließen, ist eine detaillierte Datenbasis zu schaffen und ein darauf aufbauendes Logistikkonzept zur Erfassung der Mengen zu entwickeln. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW, der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten NRW (LÖBF) und BioRegio.

Die Bürgermeisterkonferenz des Kreises Recklinghausen (11.08.06) mündete in der Absichtserklärung, "zukünftig bei öffentlichen Neubau- und Sanierungsvorhaben den Einsatz von Biomasse zur Energieversorgung zu prüfen [. Damit] übernehmen die Städte im Kreis Recklinghausen bundesweit eine Vorreiterrolle". Um dies zu unterstützen, wurde beim letzten Akteurstreffen von BioRegio und BioLogio (16.08.06) beschlossen, ein logistisches Konzept für die Beschaffung von Holzbrennstoffen für z.B. kommunale Liegenschaften zu entwickeln. Wichtiger Ansprechpartner für das Projekt BioLogio ist hierbei die WiN Emscher-Lippe.

Weitere Informationen zum Projekt:

Projekttitel: BioLogio - Entwicklung und Ausbau regionaler Logistikstrukturen zur Förderung der nachhaltigen energetischen Nutzung von Biomasse in Deutschland
Projektlaufzeit:
01.06.2006 - 28.02.2007
Fördermittelgeber: BMU

Stefan Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.iml.fhg.de/

Weitere Berichte zu: BioLogio BioRegio Biomasse Holzbrennstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Energieproduzierende Fenster stehen kurz bevor
23.02.2017 | University of Minnesota / Università degli Studi di Milano-Bicocca

nachricht Hauchdünn wie ein Atom: Ein revolutionärer Halbleiter für die Elektronik
23.02.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie