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Energietechnik: Jedem Haushalt sein eigenes Kraftwerk

01.09.2006
Wissenschaftsstadt Dresden - Aktuelles aus der Forschung: Energie 2020

Erstes "Spin-in" bei Fraunhofer

Jeder, der möchte, kann sich in Zukunft von den Energiekonzernen unabhängig machen. Ein Brennstoffzellensystem im Keller - und das ganze Haus wird mit Wärme und Strom versorgt. Wo der Strom nicht selber verbraucht wird, kann er an die Netzbetreiber verkauft werden. Möglich wird dies durch die Arbeit des Fraunhofer Instituts für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) in Dresden.

Die Fraunhofer-Forscher haben eine Technologie entwickelt, mit der Brennstoffzellen aus Keramik hergestellt werden können. Einer der Vorzüge von Keramik besteht darin, dass dieses Material auch sehr hohen Temperaturen (bis zu 850 Grad Celsius) standhält. In einer solchen Hochtemperatur-Brennstoffzelle können deswegen neben Wasserstoff auch andere Energieträger eingesetzt werden, wie beispielsweise Methan, Diesel, Erd- oder Biogas.

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Der Vorteil von Brennstoffzellen liegt in ihrer hohen Effizienz. Sie produzieren mit der gleichen Menge Rohstoff sehr viel mehr Energie als alle anderen bekannten Systeme. Im Falle der Fraunhofer-Zelle kommt hinzu, dass der Strom vor Ort hergestellt wird. Gegenwärtig geht allein durch den Transport vom Kraftwerk zu den einzelnen Haushalten ein Großteil der Energie unterwegs verloren. Diese Verluste können in Zukunft eingespart werden, was wiederum der Umwelt zugute kommt.

Für die Produktion und Vermarktung der Hochtemperatur-Brennstoffzellen hat das Fraunhofer IKTS eine ungewöhnliche Firmengründung auf den Weg gebracht: ein so genanntes Spin-in. Im Gegensatz zum Spin-off, also der Ausgründung eines Unternehmens aus einem Forschungsinstitut, haben sich die Fraunhofer- Forscher eine Firma ins Haus geholt. Die Staxera GmbH ist ein Joint Venture aus zwei Firmen, der Webasto GmbH und der H.C. Starck GmbH. Sie zählt weltweit zu den ersten Herstellern von Hochtemperatur-Brennstoffzellen aus Keramik überhaupt. Von der räumlichen Nähe versprechen sich beide Seiten hohe Synergieeffekte.

Kontakt:
Dr. Michael Stelter
Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme
Winterbergstraße 28
01277 Dresden
Tel: 0351 - 2553 648
E-Mail: Michael.Stelter@ikts.fraunhofer.de
Im Jahr seines 800. Jubiläums ist Dresden vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft als "Stadt der Wissenschaft 2006" ausgezeichnet worden. Als vielfältigste Wissenschaftslandschaft im Osten Deutschlands verfügt Dresden über eine Infrastruktur von zehn Hochschulen, drei Max-Planck-, vier Leibniz- und elf Fraunhofer-Instituten. Hinzu kommen zahlreiche Transfereinrichtungen, Netzwerke, Kompetenzzentren sowie forschende Unternehmen. Mit der Reihe "Aktuelles aus der Forschung" möchte das Projektbüro "Stadt der Wissenschaft 2006" herausragende Projekte aus den Dresdner Wissenschaftseinrichtungen vorstellen und Ansprechpartner für die weitere Recherche bieten.

Susann Pfeiffer | idw
Weitere Informationen:
http://www.dresden-wissenschaft.de

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