Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energietechnik: Klimafreundliches Kohlekraftwerk

02.08.2006
Wissenschaftsstadt Dresden - Aktuelles aus der Forschung: Energie 2020

Kohlekraftwerke und Klimaschutz galten lange Zeit als unvereinbar. Während Kohle für die Energiewirtschaft unverzichtbar ist, stellen die Emissionen aus Kohlekraftwerken ein massives Umweltproblem dar. Etwa 20 Prozent des Treibhausgases Kohlendioxid stammen weltweit aus der Kohleverbrennung.

Eine Trendwende zeichnet sich hier mit der Entwicklung des Oxyfuel-Verfahrens ab, einer neuen Technologie, die es ermöglicht, den Ausstoß von Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken um mehr als 95 Prozent zu reduzieren. In einem Verbundprojekt aus Universitäten und Wirtschaftsunternehmen - koordiniert durch die Technische Universität (TU) Dresden - wird diese Technik für den Einsatz in künftigen Braun- und Steinkohlekraftwerken entwickelt. Die TU Dresden verfügt für diese Forschungsarbeiten über eine der europaweit modernsten Oxyfuel-Versuchsanlagen. Zu den Projektpartnern zählen Vattenfall Europe Generation, RWE Power, E.ON Energie, Alstom Power Boiler, Hitachi Power Europe, Siemens Power Generation sowie die TU Hamburg-Harburg und die Hochschule Zittau-Görlitz.

Oxyfuel bezeichnet eine Verbrennungstechnologie, bei der Kohle nicht wie bisher mit Luft, sondern mit reinem Sauerstoff und teilweise zurückgeführtem Rauchgas verbrannt wird, das wiederum einen CO2-Anteil von bis zu 80 Prozent hat. Um Umweltbelastungen zu vermeiden, wird das bei der Verbrennung entstehende Rauchgas einer aufwändigen Behandlung unterzogen. Es wird gereinigt, das Kohlendioxid wird abgetrennt und schließlich in Tiefengestein gelagert. Auf der Basis dieser Technologie könnte eine neue Kraftwerks-Generation entstehen, in der sich der Energieträger Kohle unter umweltfreundlichen Bedingungen nutzen lässt.

... mehr zu:
»Kohle »Kohlekraftwerk »Kohlendioxid

Der Start einer Oxyfuel-Pilotanlage durch Vattenfall Europe Generation ist für das Jahr 2008 geplant.

Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Uwe Gampe
Institut für Energietechnik
Technische Universität Dresden
01069 Dresden
Tel: 0351 - 463 34491
E-Mail: uwe.gampe@tu-dresden.de
Im Jahr seines 800. Jubiläums ist Dresden vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft als "Stadt der Wissenschaft 2006" ausgezeichnet worden. Als vielfältigste Wissenschaftslandschaft im Osten Deutschlands verfügt Dresden über eine Infrastruktur von zehn Hochschulen, drei Max-Planck-, drei Leibniz- und elf Fraunhofer-Instituten. Hinzu kommen zahlreiche Transfereinrichtungen, Netzwerke, Kompetenzzentren sowie forschende Unternehmen. Mit der Reihe "Aktuelles aus der Forschung" möchte das Projektbüro "Stadt der Wissenschaft 2006" herausragende Projekte aus den Dresdner Wissenschaftseinrichtungen vorstellen und Ansprechpartner für die weitere Recherche bieten.

Susann Pfeiffer | idw
Weitere Informationen:
http://www.dresden-wissenschaft.de

Weitere Berichte zu: Kohle Kohlekraftwerk Kohlendioxid

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Elektromobilität: Forschungen des Fraunhofer LBF ebnen den Weg in die Alltagstauglichkeit
27.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

nachricht Wärme in Strom: Thermoelektrische Generatoren aus Nanoschichten
16.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Clevere Folien voller Quantenpunkte

27.03.2017 | Materialwissenschaften

In einem Quantenrennen ist jeder Gewinner und Verlierer zugleich

27.03.2017 | Physik Astronomie

Klimakiller Kuh: Methan-Ausstoß von Vieh könnte bis 2050 um über 70 Prozent steigen

27.03.2017 | Biowissenschaften Chemie