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Strom aus Reisschalen: Wissenschaftler aus Magdeburg und Hanoi erforschen Energiegewinnung aus Biomasse

13.07.2006
Bisher werden Restprodukte des vietnamesischen Reisanbaus als Abfall entsorgt. Doch die Reisschalen bergen ein enormes energetisches Potenzial. Im Auftrag der Universität Hanoi haben Magdeburger Fraunhofer-Wissenschaftler eine Anlage entwickelt, die diese Biomasse mittels einer zirkulierenden Wirbelschichtfeuerung (ZWSF) verbrennt.

Die Spezialisten am Fraunhofer IFF und an der Hanoi University of Technology wollen nun in gemeinsamen Forschungen untersuchen, wie gut sich das Material energetisch nutzen lässt. Die ersten Tests an der Experimental-Anlage sind in dieser Woche in Magdeburg angelaufen. Voraussichtlich im Oktober wird die ZWSF in Hanoi erstmals in Betrieb genommen. Das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF und die Hanoi University of Technology bereiten jetzt eine Kooperationsvereinbarung über gemeinsame Forschungsvorhaben vor.

Die Wissenschaftler wollen in dem Projekt detailliert das Verbrennungsverhalten der Reisschalen und anderer typischerweise in Vietnam anfallender Biomasse wie Schilfgras oder Zuckerrohr untersuchen. Insbesondere interessieren sich die Forscher dafür, ob sich in der Wirbelschichtanlage konventionelle Brennstoffe wie beispielsweise Kohlen minderer Qualität mit der Biomasse mischen lassen. "Diese Studien sind für den vietnamesischen Markt besonders relevant.

Sie zielen darauf ab, preiswerte Alternativen zu den teuren fossilen Brennstoffen zu finden. Die Umweltbelastung infolge einer Abfalldeponierung reduziert sich dazu erheblich" so Dr.-Ing. Lutz Hoyer, Leiter des Entwicklerteams der Anlage am Fraunhofer IFF. Dr. Pham Hoang Luong, stellvertrender Institutsleiter der Hanoi University of Technology: "Unsere Universität investiert gerade in die Laborausstattung für den Versuchs- und Lehrbetrieb. In Zukunft werden wir an der Wirbelschichtanlage unsere angehenden Ingenieure ausbilden. Daher freuen wir uns sehr über die Zusammenarbeit mit dem Magdeburger Fraunhofer-Institut."

Anna-Kristina Wassilew | idw
Weitere Informationen:
http://www.iff.fraunhofer.de

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