Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das erste Mikroskop für 1000 Gigahertz-Chips: Neue Messtechnik für die schnellsten Halbleiterchips der Welt

28.06.2006
TU Braunschweig: Die Leistungsfähigkeit von Computerchips wächst rasant. Kommende Prozessorengenerationen werden mit Frequenzen von 1.000 Gigahertz (das entspricht einem Terahertz) arbeiten können, also 250 mal schneller als beispielsweise die derzeit handelsüblichen Pentium IV-Prozessoren.
In den Labors der Chiphersteller wird an diesen Hochleistungsprozessoren längst gearbeitet. Doch die hochpotenten Winzlinge stellen die Technik vor neue Herausforderungen: Ihr Funktionieren kann nämlich mit den konventionellen Technologien nicht mehr genau genug überprüft werden. Eine völlig neue Messtechnik ist dazu erforderlich. Das an der Technischen Universität Braunschweig entwickelte Terahertz-Rastermikroskop bietet jetzt erstmals ein präzises Messverfahren für die Chips der Zukunft: Eine der wesentlichen Voraussetzungen dafür, dass diese in Serie produziert und marktfähig werden können.

Das Gerät ist in der Lage, die Elektronik bis auf wenige tausendstel Millimeter an den zu untersuchenden Chip heranzubringen. Auf diese Weise können die Signale aus dem Chip berührungslos gemessen werden. Dadurch entstehen keine Datenverluste, wie sie beim herkömmlichen Signaltransport über Kabel zustande kommen würden. Das Terahertz-Rastermikroskop wurde am Institut für Elektrische Messtechnik und Grundlagen der Elektrotechnik der TU Braunschweig entwickelt. "Als Sensoren verwenden wir ultraschnelle sogenannte Josephson-Kontakte aus Hochtemperatursupraleitern", erläutert Institutsleiter Prof. Meinhard Schilling. "Sie sind auf einer winzigen Prüfspitze angebracht und können erstmals an jedem Ort des Chips signalführende Leitungen mit höchster Präzision anfahren. Dort können sie die Signale berührungslos erkennen und sogar Frequenzen von mehreren Terahertz analysieren."

Die Entwicklung liefert damit eine Schlüsseltechnologie für die Chipherstellung nicht nur der nächsten, sondern auch der übernächsten Generation. In Zusammenarbeit mit der Firma Infineon soll das Mikroskop jetzt erstmals zum Einsatz kommen.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Meinhard Schilling
Telefon: 0531 / 391-3866
Telefax: 0531 / 391-5768
E-Mail:

Technische Universität Braunschweig
Institut für Elektrische Messtechnik
und Grundlagen der Elektrotechnik
Hans-Sommer-Straße 66
D-38106 Braunschweig

Dr. Elisabeth Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.emg.ing.tu-bs.de
http://www.tu-braunschweig.de

Weitere Berichte zu: Messtechnik Mikroskop Terahertz Terahertz-Rastermikroskop

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Körperenergie als Stromquelle
22.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht „Cool“ bleiben im Büro: Wasser als Kältemittel im Alltag bald vor Durchbruch?
22.08.2017 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen