Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochofen: Kunststoff-Pellets statt Koks und Schweröl

26.04.2006


Sekundärrohstoffe statt teurer fossiler Brennstoffe



Die steigenden Preise fossiler Energieträger lassen das Interesse der Industrie an Sekundärrohstoffen stetig anwachsen. Ein Beispiel dafür ist das heute, Dienstag, vorgestellte Projekt der AVE-Entsorgungs Gesellschaft gemeinsam mit der voestalpine Stahl. Für einen Betriebsversuch erzeugt die AVE Kunststoffpellets für den Einsatz im Hochofenprozess. Als Pelletslieferant fungiert die von der gemeinsam mit der Linz Service GmbH gegründete Abfall-Aufbereitungs GmbH (AAG).



"Die großen Vorteile des neuen Systems liegen darin, einerseits den hohen Anteil an Altkunststoffen in Abfällen von Industrie und Gewerbe zu verringern und zudem den Einsatz von fossilen Brennstoffen wie Schweröl oder Koks für die Befeuerung der Hochöfen zu reduzieren", so AVE-Unternehmenssprecher Bernd Schützeneder. Am Gelände der Welser Abfallverwertung werden die Kunststoffabfälle zu Pellets, die maximal neun Millimeter lang sind und sechs Millimeter im Durchschnitt messen, hergestellt. "Diese Größe ist erforderlich, um ein optimales Einblasen in den Hochofen zu ermöglichen", führt Schützeneder aus. Neben der Größe ist auch die genaue Zusammensetzung der Pellets von Wichtigkeit. "Die Pellets bestehen zu 50 Prozent aus gesichtetem Gewerbemüll, zu 30 Prozent aus vorsortiertem MBA-Material (aus mechanisch-biologischen Anlagen) und zu 20 Prozent aus Kunstoffverpackungen aus dem gelben Sack und der gelben Tonne", erklärt Karl Schnopp, technischer Leiter bei AVE, im pressetext-Interview.

Schon im Januar hat die AVE ebenfalls in Wels eine neue mechanische Sortieranlage in Betrieb genommen, um das heizwertreiche Material vom übrigen Gewerbe- und Sperrmüll zu trennen. Die Gewinnung dieses Materials ist der erste Schritt zur Erzeugung der Kunststoffpellets. 30.000 Tonnen dieser Pellets benötigt die voestalpine Stahl für den ersten Betriebsversuch, der im UVP-Verfahren vorgeschrieben wurde und die ökologische Zweckmäßigkeit dieses neuen Verwertungsverfahrens demonstrieren soll. "Der Heizwert der Kunstoffpellets beträgt 25 Megajoule pro Kilogramm", erklärt Schnopp.

"Die Kunststoffpellets sind Ergebnis jahrelanger gemeinsamer Investition in Forschung und Entwicklung", erklärt Schnopp. Im Einsatz von Kunststoff-Abfällen als Reduktionsmittel sehen sie eine innovative Ergänzung zur thermischen Behandlung von Abfällen. "Indem wir uns den im Kunststoff enthaltenen Kohlen- und Wasserstoff zunutze machen, wurde die Möglichkeit einer bisher noch kaum üblichen stofflichen Verwertung geschaffen. Damit erreichen wir einerseits eine nachhaltige Lösung für die Verwertung von Altkunststoffen und andererseits kann in der thermischen Anlage in Wels durch das Aussortieren des heizwertreichen Materials mehr Abfall verbrannt werden", erklärt der Experte abschließend.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ave.at

Weitere Berichte zu: AVE Hochofen Koks Kunststoffpellet Pellet Schweröl

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE
20.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht Wussten Sie, dass Infrarot-Wärme die Pralinenherstellung vereinfacht?
14.02.2017 | Heraeus Noblelight GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovative Antikörper für die Tumortherapie

20.02.2017 | Medizin Gesundheit

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie