Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kerafol übernimmt MEA-Produktion und Know-How vom Fraunhofer IKTS

21.04.2006


Kerafol Keramische Folien GmbH übernimmt in den nächsten Jahren das Fertigungs-Know-How für die Herstellung keramischer MEAs (Membrane Electrode Assembly) für Brennstoffzellen vom Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS Dresden. MEAs bilden das Kernstück der Hochtemperaturbrennstoffzelle (SOFC, Solid Oxide Fuel Cell). Sowohl die Technologien als auch das Qualitätsmanagement zur Elektrodenpastenherstellung, zur Siebdruck-Schichtenherstellung sowie für das Sintern substratgetragener MEAs werden zu Kerafol transferiert. Damit ist Kerafol in der Lage, sich als führender und weltweit agierender Spezialist für substratgetragene Zellen zu positionieren.

... mehr zu:
»IKTS »Kerafol »Keramisch »MEAs

SOFCs dienen der Produktion von elektrischer Energie aus fossilen und nachwachsenden Energieträgern mit hoher Effizienz in mobilen und stationären Systemen. Sie haben daher eine entscheidende Bedeutung im zukünftigen Energiemix, auch und gerade angesichts der aktuellen Bewegungen am Energiemarkt. Während in den vergangenen Jahren die Grundlagen der SOFC-Technologie erarbeitet wurden, gilt es nun, die Herstellkosten zu senken und die Leistung zu erhöhen.

Die Zellen können aus Standard-Materialien wie teil- oder vollstabilisiertem Zirkonoxid bestehen. Zur Erhöhung der Leistungsdichte werden jedoch auch Scandium-dotierte MEAs verfügbar gemacht. Die Wissenschaftler des IKTS erwarten dadurch nahezu eine Verdopplung der Leistungsdichte von derzeit 0.28 W/cm² auf 0.45 W/cm² bei 850 °C und 0.7 Volt. Die derzeit erreichte Langzeitstabilität von unter 0.5 % Leistungsverlust pro 1000 Stunden soll beibehalten werden.


Die Kerafol Keramische Folien GmbH, Eschenbach, ist ein weltweit agierender Spezialist für die Entwicklung und Herstellung von keramischen Folien. Modernste Fertigungsanlagen und Reinraumtechnologie stehen zur Verfügung, um oxid- und nichtoxidkeramische Erzeugnisse im Bereich von 20 µm bis 3 mm Dicke und bis zu 1m Breite über das Foliengießen zu produzieren. Eine der Kernkompetenzen von Kerafol stellt die Herstellung von Zirkonoxid-Substraten dar, die für SOFC-Stacks, Elektronikanwendungen oder für die Sensorik im Automobilbereich in großen Stückzahlen eingesetzt werden. Kerafol bedient mit seinen Substraten und MEAs auf Basis YSZ (Yttrium-Stabilisiertes Zirkonoxid) einen weltweiten Markt und beliefert bereits heute alle namhaften Forschungseinrichtungen und Firmen, die sich mit der Entwicklung von SOFC-Technologien beschäftigen.

Das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme, Dresden, ist eines der weltweit führenden Institute der Hochleistungskeramik und verfügt über langjährige Erfahrungen sowohl bei der Entwicklung von Dickschicht-werkstoffen (Cermet- und Polymerpasten) für die Energietechnik, Sensorik sowie Mikrosystemtechnik. Seit der Gründung des IKTS im Jahre 1992 bilden die keramischen Hochtemperaturbrennstoffzellen einen wesentlichen Forschungsschwerpunkt. Im Rahmen von zahlreichen Projekten wurden die wissenschaftlichen Grundlagen für die Auslegung und Herstellung planarer MEAs und Stacks gelegt und alle Einzeltechnologien, angefangen von der Elektrodenherstellung und -charakterisierung, der Glaslotfolientechnik, dem Aufbau von Bipolarplatten, der Kontaktierung auf Anode und Kathode, dem Fügen und Initialisieren von Stacks bis hin zur 3D-Simulation erarbeitet.

Die hervorragende Kooperation zwischen Kerafol und dem IKTS besteht seit mehreren Jahren und erstreckt sich über viele Gebiete. Im Jahre 2003 begann die gemeinsame Arbeit an kostengünstigen und leistungsfähigen MEAs für SOFCs, die nun mit der Überführung in die Fertigung eine neue Stufe erreicht. Mit diesem Meilenstein in der Kommerzialisierung haben die Wissenschaftler und Ingenieure des IKTS der Brennstoffzellen-Industrie erneut eine wichtige Schlüsseltechnologie zur Verfügung gestellt. Das Institut beabsichtigt, seine Aktivitäten in der Brennstoffzellentechnik zukünftig weiter auszubauen und ist offen für weitere Kooperationen.

Katrin Schwarz | idw
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: IKTS Kerafol Keramisch MEAs

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Leuchtende Nanoarchitekturen aus Galliumarsenid
22.02.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Neuer Sensor zur Messung der Luftströmung in Kühllagern von Obst und Gemüse
22.02.2018 | Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics