Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Treibstoff für Mikrobrennstoffzellen

13.04.2006


Miniatur-Elektrolyseur für die Befüllung von Metallhydridspeichern

Mikro-Brennstoffzellen werden zunehmend interessant als Ergänzung zu konventionellen Akkus oder Batterien für die Stromversorgung unserer mobilen Kommunikations- und Freizeitgeräte wie Handys, Laptops, Camcorder und PDAs. Doch woher kommt der Wasserstoff für die Brennstoffzelle? Und wie kann er gespeichert werden? Gegenwärtig geschieht dies in den meisten portablen Brennstoffzellen-Anwendungen mit Hilfe von Metallhydridspeichern, in denen der Wasserstoff an Metallpulver angelagert ist. Für die dezentrale und schnelle Befüllung solcher Metallhydridspeicher mit hochreinem Wasserstoff hat das Freiburger Fraunhofer ISE ein Miniatur- Elektrolysesystem entwickelt. In nur zwölf Minuten erzeugt es aus Wasser genügend Wasserstoff, um beispielsweise einen Camcorder für zwei Stunden mit Energie zu versorgen. Ein Prototyp des Mini-Elektrolyseurs wird vom 24.-28. April 2006 auf der Hannover Messe gezeigt.

Um die kurze Beladungszeit für den Metallhydridspeicher zu realisieren, fassten die Wasserstofftechnologen des Fraunhofer ISE 15 Elektrolysezellen zu einem Stapel zusammen. Die einzelnen Zellen sind aus einem speziellen Kunststoff in einem serientauglichen Spritzgussverfahren gefertigt. Dadurch reduzieren sich die Kosten für die bipolaren Platten um circa 90 Prozent und das Gewicht des Elektrolysestapels wird halbiert.

Für die Beladung der Metallhydridspeicher wird der Wasserstoff bei einem Druck von 10 bar bereitgestellt und in einem Membranmodul wartungsfrei getrocknet. Eine nachgeschaltete zweite Trocknungsstufe erlaubt die achtfache Verlängerung der Gebrauchsdauer.

Ein ebenfalls am Fraunhofer ISE entwickeltes, auf einen Micro- Controller basiertes Regelungskonzept gewährleistet einen zuverlässigen Betrieb des Systems auf Knopfdruck. Eine umfassende Sicherheitsanalyse ist Grundlage für die auf Hardware-Komponenten aufgebaute Sicherheitsstrategie des Systems.

»Mikrobrennstoffzellen-Systeme sind für die Energieversorgung von netzfernen und portablen elektronischen Geräten eine Zukunftstechnologie mit hohem Potenzial«, sagt Dr. Christopher Hebling, Leiter der Abteilung Energietechnik am Fraunhofer ISE. In diesem Zusammenhang zeigt das Institut gleichzeitig mit dem Mini-Elektrolyseur auch seine neuesten Arbeiten auf dem Gebiet der Brennstoffzellenentwicklung. »Derzeit weiten wir den Einsatzbereich unserer Mikrobrennstoffzellen auf extreme Temperaturbereiche und damit für den Einsatz im Außenbereich aus«, so Christopher Hebling. Ob bei eisigen Temperaturen von -20° C oder bei extremer Sommerhitze mit +40° C, das Mikro-Brennstoffzellensystem startet immer. Die Miniaturisierung des Elektrolysesystems und das Mikro- Brennstoffzellensystem für die Außenanwendung wurden vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert und in Zusammenarbeit mit Partnern aus Industrie und Forschung durchgeführt, Projektträger ist der VDI/VDE-IT. Hannover Messe, 24.-28. April 2006, Fraunhofer ISE Halle 13 »Hydrogen + Fuel Cells«, Stand E90/2 Mikroenergietechnik ist eine der zwölf »Perspektiven für Zukunftsmärkte« der Fraunhofer-Gesellschaft. Einen Überblick über die Fraunhofer-Aktivitäten auf diesem Gebiet, unter Federführung des Fraunhofer ISE, gibt zudem der Stand der Fraunhofer-Gesellschaft D22 in Halle 2.

Informationsmaterial: Fraunhofer ISE, Presse und Public Relations Tel. +49 (0) 7 61/45 88-51 50, Fax +49 (0) 7 61/45 88-93 42 E-Mail: info@ise.fraunhofer.de

Rosemarie Becker | ISE Fraunhofer
Weitere Informationen:
http://www.ise.fhg.de/german/
http://www.ise.fraunhofer.de
http://www.ise.fhg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Riesen-Drehmomentsensor aus der PTB bringt Präzision vom Labor in den Prüfstand
24.11.2017 | Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)

nachricht Licht ermöglicht „unmögliches“ n-Dotieren von organischen Halbleitern
23.11.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie