Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Johann-Philipp-Reis-Preis: Damit Maschinen sprechen lernen

01.11.2001


Für ihre interdisziplinären Studien über die Erwartungen der Benutzer an gesprochene Sprache und die Nachbildung von Sprache durch Maschinen wurde PD Dr. Ute Jekosch (Institut für Kommunikationsakustik IKA der RUB, Leiter: Prof. Dr.-Ing. Jens Blauert) am gestrigen Dienstag mit dem Johann-Philipp-Reis-Preis 2001 der Informationstechnischen Gesellschaft (ITG) im Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik (VDE) ausgezeichnet. Der Preis ist mit 20.000 dotiert und wird jährlich an Forscher verliehen, die herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Nachrichtentechnik leisten.

Manchmal schwierig: Maschinen verstehen

Nachdem sich die gesprochene Sprache für die Kommunikation mit Maschinen lange Zeit nur sehr schlecht eignete, haben die letzten zehn Jahre entscheidende technischen Fortschritte gebracht: Heutige maschinelle Spracheingabesysteme wie Spracherkennung und sprachverstehende Systeme und Sprachausgabesysteme wie z. B. die Sprachsynthese aus geschrieben Text bieten bereits eine beachtliche Nutzqualität. Aus rein technischer Sicht sind sie anwendungsreif - Probleme gibt es jedoch bei der Systemeinführung, wenn die Erwartungen der Benutzer an die Sprachqualität nicht erfüllt werden.

Nutzererwartungen ermitteln

Was die Qualität von Lautsprache angeht, haben Systembenutzer sehr genaue Vorstellungen. Gesprochene Sprache ist für sie selbstverständlich, und bei natürlicher Sprache gibt es zwischen der Form sprachlicher Äußerungen und ihrer Bedeutung und Funktion keine Widersprüche. Bei maschineller Sprache kommt dies jedoch häufig vor - Verständnisschwierigkeiten sind die Folge. Die Herausforderung an die Forschung ist es, die Erwartungen der Systembenutzer zuverlässig zu ermitteln um dann Sprache für den jeweiligen Gebrauchszusammenhang technisch nachbilden zu können. Dr. Ute Jekosch, die als Sprach- und Kommunikationswissenschaftlerin in der Elektrotechnik und Informationstechnik arbeitet, geht diese Aufgabe interdisziplinär an. Sie entwickelte z. B. bereits Methoden zur Qualitätsmessung und -abschätzung von Sprachübertragungssystemen.

Anfänge des Telefons

Der Johann-Philipp-Reis-Preis wird seit 1987 jährlich an junge Ingenieurinnen/Ingenieure und Naturwissenschaftlerinnen/Naturwissenschaftler verliehen, deren nachrichtentechnische Neuerungen auch volkswirtschaftliche Auswirkungen erwarten lassen. Auf Johann Philipp Reis geht die Idee zurück, Sprache elektrisch zu übertragen. Seine Arbeit war wegweisend für die Entwicklung des heutigen Telefonnetzes.

Weitere Informationen

PD Dr. Ute Jekosch, Institut für Kommunikationsakustik, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-22493, Fax: 0234/32-14165

Dr. Josef König | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht „BioFlexRobot“: Weiche Gelenke machen Roboter sicherer
29.05.2017 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Geräteschutzschalter erfüllt NEC Class 2
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

Wissenschaftler haben eine neue Methode entwickelt, um die Eigenschaften von Graphen ohne das Anlegen störender elektrischer Kontakte zu charakterisieren. Damit lassen sich gleichzeitig der Widerstand und die Quantenkapazität von Graphen sowie von anderen zweidimensionalen Materialien untersuchen. Dies berichten Forscher vom Swiss Nanoscience Institute und Departement Physik der Universität Basel im Wissenschaftsjournal «Physical Review Applied».

Graphen besteht aus einer einzigen Lage von Kohlenstoffatomen. Es ist transparent, härter als Diamant, stärker als Stahl, dabei aber flexibel und ein deutlich...

Im Focus: New Method of Characterizing Graphene

Scientists have developed a new method of characterizing graphene’s properties without applying disruptive electrical contacts, allowing them to investigate both the resistance and quantum capacitance of graphene and other two-dimensional materials. Researchers from the Swiss Nanoscience Institute and the University of Basel’s Department of Physics reported their findings in the journal Physical Review Applied.

Graphene consists of a single layer of carbon atoms. It is transparent, harder than diamond and stronger than steel, yet flexible, and a significantly better...

Im Focus: Detaillierter Blick auf molekularen Gifttransporter

Transportproteine in unseren Körperzellen schützen uns vor gewissen Vergiftungen. Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel haben nun die hochaufgelöste dreidimensionale Struktur eines bedeutenden menschlichen Transportproteins aufgeklärt. Langfristig könnte dies helfen, neue Medikamente zu entwickeln.

Fast alle Lebewesen haben im Lauf der Evolution Mechanismen entwickelt, um Giftstoffe, die ins Innere ihrer Zellen gelangt sind, wieder loszuwerden: In der...

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftsforum Chemie 2017

30.05.2017 | Veranstaltungen

Erfolgsfaktor Digitalisierung

30.05.2017 | Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

30.05.2017 | Physik Astronomie

Riesenfresszellen steuern die Entwicklung von Nerven und Blutgefäßen im Gehirn

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Nano-U-Boot mit Selbstzerstörungs-Mechanismus

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie