Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die unterirdische Speicherung von Wärmeenergie

27.03.2006


Die Fähigkeit, Energie auf wirtschaftliche Weise zu speichern, kann durch die Nutzung unterirdischer Energiespeichersysteme erlangt werden, die über effiziente, saubere und separate Speichereinheiten verfügen. Zu den Alternativen zählen Kraftwerke, die nicht nur eine große Fläche in Anspruch nehmen, sondern außerdem eine enorme Umweltverschnutzung verursachen.



Im Rahmen des TESSAS-Projekts, was soviel bedeutet wie Speicherung von Wärmeenergie hoher Temperaturen in gesättigten Sandschichten mithilfe vertikaler Wärmetauscher, wurde die Nutzung unterirdischer Bohrlochspeicher untersucht. Diese umfassen die Anbringung vertikaler Wärmetauscher unterhalb der Erdoberfläche, wodurch die Übertragung von Wärmeenergie hin zum bzw. weg vom Erdboden gewährleistet wird.



Zu den Faktoren, die in einem solchen System berücksichtigt werden müssen, zählen die thermischen Eigenschaften des Bodens wie Bohrlochwiderstand und Wärmeleitfähigkeit. Diese Merkmale werden sehr stark von der Zusammensetzung des Erdbodens beeinflusst, wobei Faktoren wie Homogenität, Sand-, Schlamm- oder Lehmgehalt, Wassersättigung und Grundwasserspiegel eine wichtige Rolle spielen. In der Vergangenheit wurden Laborexperimente zur Bestimmung der thermischen Eigenschaften angewandt. Dies führte zu einem empfohlenen Wert innerhalb eines breiten Spektrums möglicher Werte. Dadurch ergab sich ein größerer Spielraum für Fehler.

Zur Verbesserung der Schätzungen wurden im Rahmen von TESSAS lokale Messungen durchgeführt, bei denen die eigentliche Situation und alle einfließenden Parameter überwacht werden. Durch die Erfassung von Temperaturen und Strömungen bei der Lieferung von Wärme an einen vertikalen Wärmetauscher wurden die Merkmale einer homogenen wassergesättigten Schicht gemessen. Dieses Testverfahren, das auch unter der Bezeichnung Thermal Response Test bekannt ist, wurde darüber hinaus zur Sammlung von Informationen zu drei verschiedenen Materialarten zur Auffüllung der Bohrlöcher genutzt. Die Bohrlochauffüllung mit dem ausgebohrten Sand lieferte bessere Ergebnisse als Füllungen mit einer sortierten Sandmischung.

Solche Ergebnisse sind für die Schaffung einer optimalen Bohrlochgestaltung von besonderer Bedeutung. Weiterhin können auch Systeme mit Erdreichwärmepumpen, die vertikale Wärmetauscher nutzen, von diesen Ergebnissen profitieren.

Interessierte Gruppen, die eine lokale Bewertung eines unterirdischen Systems hinsichtlich seiner thermischen Eigenschaften wünschen, sind aufgefordert, sich an der Forschung auf diesem Gebiet zu beteiligen. Durch die kontinuierliche Forschung in diesem Bereich sollte sich die Speicherung unterhalb der Erdoberfläche zu einem der besten Verfahren zur sauberen und effizienten Energiespeicherung entwickeln.

Hans Hoes | ctm
Weitere Informationen:
http://www.vito.be

Weitere Berichte zu: Erdboden Erdoberfläche Speicherung Wärmeenergie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht SmartMeter analysieren mit Algorithmen den Stromverbrauch
01.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS

nachricht Energiehybrid: Batterie trifft Superkondensator
01.12.2016 | Technische Universität Graz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie