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Philips entwickelt High-Tech-Holzofen für Entwicklungsländer

21.03.2006


Zusätzliche Stromversorgung externer Geräte möglich


Indische Familien durften den Ofen bereits testen



Der niederländische Elektronikriese Philips hat einen Energie sparenden Holzofen für Entwicklungsländer konstruiert. Der Ofen braucht nicht nur 80 Prozent weniger Brennstoff als herkömmliche Feuerstellen, sondern vermindert auch Rauch und giftige Emissionen. Jährlich sterben in den ärmsten Ländern der Welt etwa 1,6 Mio. Menschen an giftigen Gasen, die durch offene Feuerstellen im Haus freigesetzt werden.

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Die Luftverunreinigung von Innenräumen durch Rauch kann mit dem neuartigen Holzofen im Vergleich zu traditionellen Kochstellen um bis zu 90 Prozent gesenkt werden. Der Ausstoß von flüchtigen organischen Emissionen sogar um bis zu 99 Prozent. Möglich macht dies ein elektronisch gesteuertes Gebläse, das den Ofen mit Luft versorgt und dadurch höhere Temperaturen und ein besseres Verhältnis von Brennstoff und Luft erzielt. Neben der geringeren Luftverschmutzung profitieren die Benutzer auch von schnelleren Kochzeiten und brauchen weniger Brennstoff.

Der Strom für das Gebläse stammt von einem thermoelektrischen Generator, der durch die Wärme des verbrennenden Holzes angetrieben wird. Dadurch ist der Generator unabhängig von einer allgemeinen Stromversorgung und kann zudem externe Geräte wie Radios oder Lampen betreiben. Eine gute Isolierung des Ofens sorgt zudem dafür, dass wenig Energie zum Aufheizen benötigt und nur wenig Wärme an die Umgebung abgegeben wird.

Der neuartige Holzofen befindet sich noch in der Versuchsphase. Im vergangenen Jahr wurde er bereits von Familien in Indien getestet. "Die Akzeptanz war sehr gut", berichtet Beate McGinn, Pressesprecherin von Philips Austria, im Gespräch mit pressetext. Im Anschluss an das Testkochen mit dem neuen Ofen mussten die Probanden das High-Tech-Gerät jedoch wieder abgeben. Wie der Holzofen zu den Menschen in den Entwicklungsländern kommen soll, was er kostet und wie er finanziert werden kann, ist zudem noch unklar.

Philips sucht zur Zeit nach Partnern, um die Technologie zu vermarkten. Spendenaktionen, bei denen der Ofen an die Bevölkerung gratis verteilt wird, seien aber vorerst nicht geplant, so McGinn. "Wir befinden uns noch in der Forschungsphase", begründet die Philips Pressesprecherin das Schweigen zum Kostenfaktor des Ofens. CARE Österreich wollte sich zur Nützlichkeit des Ofens nicht äußern. "Das hängt auch sehr von den Regionen ab", gab CARE Pressesprecherin Angelika Rädler zu Bedenken. "Nicht in allen Gegenden steht den Menschen Holz zur Verfügung und für einen Nomadenstamm ist ein Ofen eher unpraktisch."

Verena Töpper | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.philips.at
http://www.care.at

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