Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fliegende Datenzwerge

17.03.2006


Wo geringe Datenmengen schnell an einen Ort geschickt werden müssen, hilft der neue kabellose und Energie sparende Funkstandard ZigBee. Er wird auf der Hannover Messe im "Wireless Pavillion" am Fraunhofer-Stand A 46 in Halle 7 gezeigt.


Mit dem kabellosen und Energie sparenden Funkstandard ZigBee wird eine Lichtorgel aus Heißluftballons gesteuert. © Fraunhofer IMS



Auf den ersten Blick sieht das Spektakel auf dem mehrere hundert Quadratmeter großen Feld bei Moers aus wie eine überdimensionale Lichtorgel aus den 70er Jahren. Auf den zweiten erkennt man die Heißluftballons, deren Brenner sich im Rhythmus der Musik entzünden und die Ballonhüllen in zwanzig Farben leuchten lassen. Der Effekt ist alt, die Technik, die dahinter steckt, dagegen brandneu: Die Signale werden von der Informationsquelle mit dem neuen Funkstandard ZigBee kabellos an die teilweise mehr als hundert Meter entfernten Heißluftballons gesendet.



Forscher am Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS in Duisburg haben die riesige Lichtorgel zum Leben erweckt. Ohne ZigBee hätten sie bei dem Heißluftballonfestival mehrere hundert Meter Kabel gebraucht, um Laptops mit jedem einzelnen Ballon zu verbinden. Mit dem neuen Funkstandard lässt sich die Information kabellos an den gewünschten Ort schicken. Dabei springen die Daten in einem Netzwerk von Modul zu Modul, bis sie beim Richtigen ankommen. Die ZigBee-Module transportieren Informationen in beide Richtungen, von einem Computer über das Netzwerk zum programmierten Endmodul und andersherum. Jedes Modul ist dafür mit verschiedenen Komponenten ausgerüstet: einem Transceiver, einem Mikrocontroller und unterschiedlichen Schnittstellen für den Anschluss von Sensoren oder Aktoren. Der auf dem Mikrocontroller laufende ZigBee-Protokoll-Stack ist an die spezifischen Bedürfnisse des Kunden angepasst. Er steuert das Netzwerk. Die einzelnen Module des Netzwerks liegen bis zu 80 Meter voneinander entfernt.

Das Netzwerk kann je nach Programmierung sowohl kontrollieren als auch agieren: Temperaturveränderungen, Feuchtigkeit, Erschütterung oder Gasaustritte werden von einem Sensormodul am Ort des Geschehens erkannt und von einem Modem zum anderen bis zum Computer geschickt. Andersherum kann der Computer Befehle an ein Aktormodul schicken, das diese, wie bei den Ballons, vor Ort umsetzt. Der geringe Energieverbrauch des ZigBee-Netzwerks ist, neben der Reichweite, einer der großen Vorteile gegenüber anderen drahtlosen Funkstandards. "Denn die Module werden nur aktiv, wenn etwas passiert", so Martin Lörcks vom IMS. "Verändert sich nichts, wechseln sie in einen Ruhezustand."

Martin Lörcks | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ims.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Funkstandard Mikrocontroller ZigBee

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Linearpotentiometer LRW2/3 - Höchste Präzision bei vielen Messpunkten
17.05.2017 | WayCon Positionsmesstechnik GmbH

nachricht Neues 100 kW-Wechselrichtermodul für B6-Standard halbiert Gewicht und Volumen
17.05.2017 | Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

WHZ erhält hochmodernen Prüfkomplex für Schraubenverbindungen

23.05.2017 | Maschinenbau

«Schwangere» Stubenfliegenmännchen zeigen Evolution der Geschlechtsbestimmung

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Tumult im trägen Elektronen-Dasein

23.05.2017 | Physik Astronomie