Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikrosysteme könnten viele Menschenleben retten

13.03.2006


Ein erheblicher Teil der Herz-Kreislauf-Patienten, die an ihrer Erkrankung sterben, könnte mit Hilfe des „TeleMonitoring“ gerettet werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein vom VDE jetzt veröffentlichtes Positionspapier.



Die Zahl chronisch herzkranker Patienten wächst in den Industrienationen besorgniserregend. Allein in Deutschland treten jährlich 200.000 bis 300.000 Neuerkrankungen auf. National wie international gelten Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems als häufigste Todesursache. Durch den Einsatz neuartiger Mikrosysteme in Verbindung mit den Möglichkeiten des TeleMonitoring ließen sich einer VDE-Expertise zufolge aber zweistellige Milliardenbeträge einsparen und zahlreiche Menschenleben retten.



Beim TeleMonitoring senden medizinische Sensoren am Körper des Patienten kontinuierlich Daten wie Blutdruck, Puls oder EKG an ein telemedizisches Zentrum, einen dafür ausgerüsteten Arzt oder an ein Krankenhaus. Dort werden die eingehenden Daten gespeichert und bewertet. Auf der Basis dieser „rund-um-die-Uhr“-Kontrolle sollen Prävention und Behandlung von Erkrankten wesentlich verbessert, Folgekrankheiten vermieden sowie Leben erhalten und verlängert werden. In diesem Zusammenhang setzt sich der VDE auch für einen Paradigmenwechsel im Gesundheitswesen ein, der die präventive Medizin vor der kurativen Medizin in den Vordergrund rückt.

Derzeit werden akute kardiovaskuläre Ereignisse häufig zu spät bemerkt und das ohnehin kurze Zeitfenster der Behandlung schließt sich, bevor ein medizinischer Eingriff erfolgen kann. So sterben in Deutschland rund 30 Prozent der Patienten, die einen Herzinfarkt erleiden, noch vor dem Eintreffen in der Klinik, zumal Herzinfarkte häufig am Morgen nach dem Aufstehen auftreten. TeleMonitoring kann helfen, die Zeitspanne bis zur Ersthilfe entscheidend zu verkürzen.

Zu den Firmen, die mit leistungsstarken Produkten zum TeleMonitoring demnächst auf dem Markt vertreten sein werden, gehört zum Beispiel die Biotronik GmbH. In einem Verbundprojekt entwickelt das Unternehmen zurzeit einen Herzschrittmacher, der erstmals einen integrierten hämodynamischen Sensor enthält. In Verbindung mit einer leistungsstarken Ferndatentelemetrie soll die Innovation Patienten, die an einer Herzinsuffizienz leiden, zu Gute kommen. In ähnlicher Weise soll das von der Dr. Osypka GmbH in der Entwicklung befindliche „Intravasale Monitoring System für Hypertoniker (HYPER-IMS)“ zur kontinuierlichen Überwachung der Pulsrate und des Blutdrucks dienen. Einen Schritt weiter geht die Metrax GmbH. In einem als MµGuard bezeichneten Projekt ist neben der Überwachung kardiologisch relevanter Signale gleichzeitig auch der Vorhalt eines externen Defibrillators zur Vermeidung des plötzlichen Herztodes vorgesehen.

Der VDE geht davon aus, dass TeleMonitoring-Systeme im Gesundheitswesen künftig eine stärkere Rolle spielen werden. Die Zunahme chronischer Krankheiten, der Kostendruck die Alterung der Gesellschaft, der technologische Fortschritt, aber auch das Drängen der Bevölkerung auf bestmögliche Versorgung werden nach Einschätzung des Verbandes für den nötigen Rückenwind sorgen.

Rolf Froböse | Rolf Froböse
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

Weitere Berichte zu: Mikrosystem TeleMonitoring Überwachung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wie Protonen durch eine Brennstoffzelle wandern
22.06.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Omicron Diodenlaser mit höherer Ausgangsleistung und erweiterter Garantie
20.06.2017 | Omicron - Laserage Laserprodukte GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie