Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Modellierte Vergasung in kombinierten Wärme- und Stromkraftwerken

15.02.2006


Das Institut für chemische Verarbeitung von Kohle in Polen führte Untersuchungen im Hinblick auf die Betreibung von kombinierten Wärme- und Stromkraftwerken mit Klärschlamm durch. Schließlich wurde ein maßgebliches Computermodell entworfen.



Kombinierte Wärme- und Stromkraftwerke (CHP - Combined Heat and Power) holen die Wärme ein, die bei herkömmlichen Kraftwerken normalerweise an die Umwelt abgegeben wird und nutzen diese. Aufgrund dieser erhöhten Leistungsfähigkeit werden die CHP-Anlagen oft auch als totale Energieverwertungs- oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen bezeichnet. CHP-Anlagen können außerdem Klärschlamm als Brennstoff nutzen, was sie ökologisch noch attraktiver erscheinen lässt.



Um die Implementierung dieser Technologie in Europa zu fördern, wurde im Rahmen des EESD-Programms das CHP SEWAGE GASFN-Projekt finanziert. Einer seiner Teilnehmer, das polnische Institut für chemische Verarbeitung von Kohle, untersuchte das Potenzial verschiedener Brennstoffgemische. Pilotversuche im Labormaßstab führten zur Entwicklung eines Computermodells zur Optimierung der Vergasung in einem zirkulierenden Wirbelschichtreaktor.

Die getesteten Brennstoffgemische beinhalteten unbearbeiteten und getrockneten sowie mit Kohle vermischten Klärschlamm. Getestet wurden diverse Gemische bei unterschiedlich hohen Temperaturen. Die Daten zur chemischen Zusammenstellung des Gases sowie zur Menge der Pyrolyse-Nebenprodukte wurden erhoben und analysiert. Die Temperatur stellte eine zentrale Kenngröße dar und ein unterer Schwellenwert von 700°C konnte für die effiziente Verbrennung sowohl von nassem als auch von trockenem Klärschlamm ermittelt werden.

Das Computermodell, das vom Institut für chemische Verarbeitung von Kohle entworfen wurde, bezog die experimentellen Ergebnisse wie auch die notwendige Teilchenphysik ein. Es wurde dann angewandt um die optimalen Brennstoffgemische und Verbrennungsbedingungen zu bestimmen. Als bestes Brennstoffgemisch erwies sich Kohle mit einem Maximum von 25% (thermisch oder mechanisch) getrocknetem Klärschlamm. Des Weiteren deutete die Modellierung der polnischen Klärschlammdaten darauf hin, dass CHP-Kraftwerke, die derartige Brennstoffe nutzen, wirtschaftlich entwicklungsfähig sind.

Dr. Marek Sciazko | ctm
Weitere Informationen:
http://www.ichpw.zabrze.pl

Weitere Berichte zu: Brennstoffgemisch Klärschlamm Kohle Vergasung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Neuro-Robotik ermöglicht Querschnittsgelähmten selbstständig zu essen
07.12.2016 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Höhere Energieeffizienz durch Brennhilfsmittel aus Porenkeramik
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

ICTM Conference 2017: Production technology for turbomachine manufacturing of the future

16.11.2016 | Event News

Innovation Day Laser Technology – Laser Additive Manufacturing

01.11.2016 | Event News

#IC2S2: When Social Science meets Computer Science - GESIS will host the IC2S2 conference 2017

14.10.2016 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie