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Wissenschaft und Wirtschaft verabreden gemeinsam Strategien für die Energieforschung der Zukunft

04.10.2001


Eine zuverlässige Energieversorgung in der Zukunft erfordert es, Forschung und Entwicklung für das ganze Spektrum von Energietechniken voranzutreiben. Darin zeigten sich Wissenschaft und Wirtschaft auf dem Symposium "Energie - Bedarf, Effizienz, Bereitstellung" am 1. und 2. Oktober einig. Forscher aus den deutschen Wissenschaftsorganisationen und aus Hochschulen verabredeten mit Experten der in diesem Wirtschaftssektor tätigen Branchen gemeinsame Strategien für die Energieforschung der Zukunft. Die etwa 200 Symposiumsteilnehmer stimmten darin überein, dass sowohl die fossilen und erneuerbaren Energien als auch die Kernenergie und die Fusion ein hohes Maß an Forschungs- und Entwicklungsarbeiten und deren staatliche Förderung erforderten. Auf keine der Optionen könne man verzichten.

Investitionen in die Energieforschung sind, so die Auffassung der Symposiumsteilnehmer, die Gegengabe der heutigen an die künftige Generation für den Verbrauch an Energieressourcen und die Belastung der Atmosphäre mit Treibhausgasen. Deutschland hat die Kompetenz zu Spitzenleistungen in dieser gesellschaftlichen Vorsorgeforschung. Das wurde vom Wissenschaftsrat ausdrücklich bestätigt. Die Energieforschung weiter zu fördern, wird von den Teilnehmern als eine wichtige Aufgabe des Staates gesehen.

Beispiele für künftigen Forschungsbedarf sind in der Kraftwerkstechnik Hochtemperaturprozesse, mit denen die Wirkungsgrade verbessert werden können oder auch effizientere Brennstoffzellen, die zugleich für den Übergang von fossilen Energieträgern zu einer Wasserstofftechnologie eine strategische Bedeutung haben. In der Verkehrstechnik sind die auf Verbrennungsmotoren basierenden Antriebssysteme weiter zu entwickeln. Es besteht auch Forschungs- und Entwicklungsbedarf bei der Herstellung und Nutzung, einschließlich Transport und Speicherung, alternativer Kraftstoffe. Für den Bereich Bauen und Wohnen wird die Forschung für eine innovative Wärmedämmung und für eine optimierte Leit- und Haustechnik für notwendig erachtet.

Erneuerbare Energien erlangen zunehmend energiewirtschaftliche Bedeutung. Da ihr Erfolg aber noch immer von Unterstützungsprogrammen getragen wird, bedürfen effizientere technische Verfahren einer gezielten Forschungsförderung. Ziel muss es sein, Photovoltaik, Windenergie, solar- und geothermische Wärme- und Stromerzeugung sowie Biomasse durch weitere Forschung zu voller Wettbewerbsfähigkeit zu verhelfen.

Auf Kernenergie kann vor dem Hintergrund des weltweit stark anwachsenden Energieverbrauchs nicht verzichtet werden, ohne dem Weltklima empfindlichen Schaden zuzufügen. Die Sicherheits- und Entsorgungsforschung sind in diesem Bereich von besonderer Bedeutung. Für die inhärente Sicherheit von Kernenergieanlagen und zum Schutz gegen Anschläge von außen wird ein Forschungsprogramm empfohlen. Auch die Entsorgung wird für die Zukunft als ein Forschungsthema angesehen. Das langfristige Gefährdungspotenzial ist zu mindern, beispielsweise durch die Entwicklung von Verfahren zur Umwandlung von langlebigen in kurzlebige radioaktive Isotope.

Bei der am weitesten in die Zukunft reichenden und in beispielloser internationaler Zusammenarbeit betriebenen Kernfusionsforschung hat Deutschland eine Spitzenposition inne. Noch ist nicht klar, ob auf dem Weg der Fusion eine technisch realisierbare und wirtschaftliche Energiequelle erreicht wird. Doch die Forschungsergebnisse der letzten 20 Jahre ermutigen dazu, diese Option aktiv weiter zu verfolgen.

Die gemeinsame Vision von Wissenschaft und Wirtschaft - so das Resümee des Symposiums - ist eine Energieversorgung Deutschlands, Europas und der Welt, die langfristig sicher und umweltfreundlich den sozialen und wirtschaftlichen Bedürfnissen der wachsenden Zahl von Menschen auf dem Planeten Erde genügt.

Das Energie-Symposium von Wissenschaft und Wirtschaft wurde von Professor Klaus-Dieter Vöhringer, DaimlerChrysler AG, im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Industrie und von Professor Dr. Joachim Treusch, Forschungszentrum Jülich, seitens der deutschen Wissenschaftsorganisationen organisiert.

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