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Wasserstoff-Lösungen aus dem Kompetenz-Pool

15.11.2005


Die "HyTecGroup" des Forschungszentrums Karlsruhe ist der größte deutsche Forschungsstützpunkt auf dem Gebiet der Wasserstofftechnologie



Bei der weltweiten Suche nach umweltfreundlichen Alternativen zum Erdöl kommt dem Energieträger Wasserstoff herausragende Bedeutung zu. Der noch ungelösten Aufgabe, das energiereiche Gas flächendeckend nutzbar zu machen, stellt sich das Forschungszentrum Karlsruhe mit einem interdisziplinär angelegten Forschungsstützpunkt, dem deutschlandweit größten auf dem Gebiet der Wasserstofftechnologie. In der jetzt formierten "HyTecGroup" arbeiten rund 50 Wissenschaftler daran, die größten Hindernisse auf dem Weg in die Wasserstoff-Wirtschaft zu überwinden. Mit einem Info-Event am heutigen 14. November präsentiert sich die Gruppe der Öffentlichkeit.



Ein alltagstauglicher Baustein nachhaltiger Energieversorgung - etwa in Gestalt der Brennstoffzelle - ist Wasserstoff noch längst nicht. Bedeutenden Vorteilen (hoher Energieinhalt, nahezu schadstofflose Energiefreisetzung) stehen ebenso gewichtige Schwierigkeiten gegenüber. Diese betreffen insbesondere die Erzeugung des flüchtigen Energieträgers, seinen Transport und seine Speicherung sowie den sicheren Umgang mit ihm. Am Forschungszentrum Karlsruhe arbeiten rund 50 Wissenschaftler und Ingenieure daran, die ungelösten Fragen dieser Themengebiete ein entscheidendes Stück voranzubringen. Jetzt haben sie sich zur HyTecGroup zusammengeschlossen, dem größten deutschen Forschungsstützpunkt auf dem Gebiet der Wasserstofftechnologie.

"Ausgangspunkt der HyTecGroup ist ein integrierter, fächerübergreifender Ansatz, der es den beteiligten Forschern ermöglicht, ihre Kompetenzen, Erfahrungen und Ideen zielorientiert zu bündeln", sagt Dr. Maximilian Fichtner, Gruppenleiter am Institut für Nanotechnologie des Forschungszentrums und Sprecher der HyTecGroup. "Zahlreiche nationale und internationale Forschungspartner sowie gemeinsame Projekte mit namhaften Automobilherstellern und Energieversorgungsunternehmen sprechen für die Überzeugungskraft dieses Konzeptes", ergänzt Dr. Thomas Jordan, Wissenschaftler am Institut für Kern- und Energietechnik des Forschungszentrums.

Die HyTecGroup vernetzt die Arbeiten von 5 der 22 Institute des Forschungszentrums: Am Institut für Technische Chemie wird in einer Pilotanlage nasse Biomasse in ein wasserstoffreiches Produktgas umgewandelt. Am Institut für Mikroverfahrenstechnik zielen die Arbeiten dagegen auf die mobile Erzeugung von Wasserstoff, und zwar mithilfe so genannter Mikrostrukturreaktoren, die in Kraftfahrzeugen oder Privathaushalten Verwendung finden können. Am Institut für Nanotechnologie werden Speicher auf der Basis von Nanomaterialien entwickelt, die eine schnelle Aufnahme und Abgabe großer Wasserstoffmengen ermöglichen. Am Institut für Kern- und Energietechnik erkunden die Wissenschaftler in Experimenten und Simulationen den sicheren Umgang mit Wasserstoff. Am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse schließlich werden die Chancen und Risiken einer künftigen Wasserstoff-Wirtschaft denjenigen anderer Energieträger systematisch gegenübergestellt.

Die Arbeiten der HyTecGroup sind eingebettet in die Forschungsbereiche des Forschungszentrums Karlsruhe für "Energie", "Schlüsseltechnologien" und "Erde und Umwelt". Gemeinsamer Fokus der hier betriebenen Arbeiten sind die zunehmend wichtigen Fragen nach der Erzeugung und der Umwandlung von Energie. Erklärter Anspruch des Forschungszentrums ist es dabei, Primär- wie Sekundärenergieträger im Hinblick auf Ressourcenschonung, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit umfassend zu erforschen.

Das Forschungszentrum Karlsruhe ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, die mit ihren 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,1 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands ist. Die insgesamt 24000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft forschen in den Bereichen Struktur der Materie, Erde und Umwelt, Verkehr und Weltraum, Gesundheit, Energie sowie Schlüsseltechnologien.

Dr. Joachim Hoffmann | dw
Weitere Informationen:
http://www.fzk.de

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