Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biogas ins Erdgasnetz - eine Option?

11.10.2005


FNR veröffentlicht Studie zur Biogaseinspeisung ins Erdgasnetz


Ob Biogas direkt ins Ergasnetz eingeleitet werden sollte oder nicht ist keine Frage, die mit Ja oder Nein beantwortete werden kann. Es sollte immer der Einzelfall betrachtet werden, denn diese neue Biogasverwertung könnte für manchen Betreiber eine durchaus sinnvolle Alternative sein. Dies zeigt die durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) geförderte Studie "Evaluierung der Möglichkeiten zur Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz". In Zusammenarbeit mit der Gaswirtschaft prüfte das Institut für Energetik und Umwelt gGmbH diesbezüglich die technischen, ökonomischen und rechtlichen Gesichtspunkte gleichermaßen.

Im Zuge einer rasanten Entwicklung im Biogasbereich ist die Biogaseinspeisung von potenziellen Anlagenbetreibern heiß diskutiert. Um so erfreulicher, dass nun eine Studie vorliegt, die einer breiten Interessensgruppe eine fundierte Grundlage für zukünftige Planungen bietet.


Als Ausgangspunkt liegen der Studie sieben Modellanlagen zugrunde, für die eine Gaseinspeisung als mögliche Biogasverwertung angenommen wurde. Es geht also nicht mehr länger nur um die Strom- und Wärmeproduktion an der Anlage direkt, sondern um die Nutzung des Gases anderenorts. Damit könnte es zu einem besseren Gesamtwirkungsgrad und somit zu einer verbesserten Primärenergieausnutzung kommen. Schließlich würde die Verstromung des Gases dort stattfinden, wo die dabei entstehende Wärme benötigt wird.

Um Biogas ins Erdgasnetz einzuspeisen, muss es zuvor auf Erdgasqualität des jeweiligen Ortsnetzes aufbereitet werden. Hier steht den verschiedenen Technologie wie z. B. der Druckwasserwäsche oder dem Druckwechsel-Adsorptions-Verfahren nichts mehr im Weg. Die Kosten der Aufbereitung sind dabei sehr stark von dem Leistungsdurchsatz der Anlage abhängig. Je größer die Anlage desto geringer sind die spezifischen Kosten. Im Fall der Einspeisung und Durchleitung bedingen der Gasdurchsatz und die Trassenlänge die Kosten.

Auch was die rechtliche Seite betrifft, sind mit dem Energiewirtschafts-Gesetz und der Netzzugangs-Verordnung die Rahmenbedingungen für die Einspeisung geschaffen worden.

Allerdings ist es um die Wirtschaftlichkeit noch nicht so positiv bestellt. Unter Berücksichtigung der aktuellen Erdgaspreise konnte das Institut nur in wenigen Fällen einen Vorteil der Einspeisung gegenüber der herkömmlichen dezentralen Verstromung mittels BHKW und der damit verbunden Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) feststellen.

Die Einspeisung kann also bereits heute eine wirtschaftliche Alternative für den Betreiber von Biogasanlagen sein. Dass dies zukünftig keine Einzelfälle mehr sein werden, zeigt die derzeitige Preisentwicklung am Markt der fossilen Energieträger.

Nuse Lack | idw
Weitere Informationen:
http://www.fnr-server.de/pdf/literatur/pdf_211endbericht_einspeisung_biogas_fnr.pdf
http://www.bio-energie.de
http://www.fnr.de

Weitere Berichte zu: Biogas Biogaseinspeisung Erdgasnetz Verstromung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wärme in Strom: Thermoelektrische Generatoren aus Nanoschichten
16.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Flüssiger Treibstoff für künftige Computer
15.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise