Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jungforscher entwickelt neuartiges Positioniersystem für Miniaturroboter

22.09.2005


Der Alfred-Kuhlenkamp-Preis 2005, verliehen von der VDE/VDI-Gesellschaft Mikroelektronik, Mikro- und Feinwerktechnik (GMM) für hervorragende wissenschaftliche, konstruktive oder experimentelle Arbeiten, wird am Donnerstag, 22.09.2005, in Ilmenau an Dr.-Ing. Uwe Jungnickel (33) vergeben. Jungnickel überzeugte die Jury mit einem neuartigen miniarturisierten Positionssystem. Positioniersysteme sind Kernbestandteile von Robotern mit der Aufgabe, eine Arbeitsplattform, die z. B. ein Werkzeug trägt, in eine gewünschte Position im Raum zu bringen. Die meisten Roboter können im Gegensatz zu ihrem Eigengewicht nur sehr geringe Nutzlasten bewegen. Jungnickels Positioniersystem ermöglicht jedoch beliebige Antriebskonfigurationen, da seine Plattform aus einer Vielzahl von Hebelübersetzungen mit Festkörpergelenken besteht. "Insgesamt zeigt Jungnickels Arbeit ein hohes Innovationspotenzial sowohl in konstruktiver als auch in fertigungstechnischer Sicht und bietet eine Vielzahl von Anwendungen in der Automatisierungstechnik, der Mikromontage aber auch in völlig neuartigen Gebieten wie der Mikromedizin und Mikrobiologie", freut sich der VDE.



Inspiriert wurde Jungnickel durch das ständig wachsende Interesse an Miniatur- und Mikrorobotern, z. B. aus der roboterunterstützten Mikrochirurgie. Die Besonderheit seiner Arbeit besteht darin, dass er erstmals miniaturisierte Positioniersysteme mit mehreren räumlichen Freiheitsgraden als Gesamtsystem betrachtet und damit zwei verschiedene Teilaufgaben - die Antriebe sowie die Kinematik - zusammengefügt hat. Der Clou: Sowohl die Antriebe als auch die Kinematik werden als monolithische Strukturen hergestellt. Für die Positionierung der Arbeitsplattform verwendete der 33-Jährige eine Parallelkinematik. Hierfür entwickelte er Mikroschrittantriebe nach dem "Inchwormprinzip", die monolithisch in einer gemeinsamen Plattform integriert sind. Damit die Ergebnisse in der Breite anwendbar sind, setzte der Wissenschaftler, der sich seine Entwicklung patentieren ließ, bei der Entwicklung seiner Positionssysteme auf eine kostengünstige Realisierbarkeit. Das neuartige Konzept besteht aus wenigen Einzelteilen, die mit geringem Montageaufwand zusammengesetzt werden.



Uwe Jungnickel studierte an der Technischen Universität Darmstadt Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Elektromechanische Konstruktionen. Der gebürtige Wiesbadener arbeitete nach Ende seines Studium 1997 zunächst als Konstrukteur bei ABB Flexible Automation GmbH in der Abteilung mechanische und elektronische Konstruktion. 1999 kehrte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter zurück an seine Alma Mater, wo er 2004 promovierte. Seit seiner Promotion arbeitet Jungnickel als Projektleiter bei Braun in der Abteilung Power Assisted Oral Care. Hier entwickelt er neue elektrische Zahnbürsten mit neuartigen Antriebstechniken und neuen Fertigungstechnologien.

Der mit 3.000 Euro dotierte Preis ist nach dem bedeutenden Braunschweiger Feinwerktechnik-Professor und Nestor der Feinwerktechnik Alfred Kuhlenkamp benannt und wird alle drei Jahre für Innovationen der Mikro- und Feinwerktechnik vergeben.

Pressekontakt: Melanie Schmidt, Tel. 069 6308461, melanie.schmidt@vde.com

Ursula Gluske-Tibud | idw
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

Weitere Berichte zu: Feinwerktechnik Positioniersystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen
12.12.2017 | Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES

nachricht Meilenstein in der Kreissägetechnologie
11.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten