Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mobile Holografie und Lasersysteme

09.06.2005




Alle zwei Jahre treffen sich Experten auf dem Gebiet der Optischen Technologien auf der „Laser – World of Photonics“ in München. Auch das Bonner Forschungszentrum caesar stellt in diesem Jahr wieder auf der Messe aus, die vom 13. bis 16. Juni stattfindet. Die Arbeitsgruppe „Holografie und Lasertechnologie“ unter der Leitung von Prof. Peter Hering präsentiert in Halle B2, Stand 252 ihre neuesten Entwicklungen: eine mobile holografische Kamera, die für die dreidimensionale Vermessung von Gesichtern zur Operationsplanung und Dokumentation verwendet wird und eine besonders schonende Lasertechnologie für die Bearbeitung von nichtmetallischen Stoffen.

... mehr zu:
»Knochen »Lasersystem

Bei der holografischen dreidimensionalen Vermessung von Gesichtern wird mit einem kurzgepulsten Laser ein Porträthologramm des Patienten erstellt, das anschließend digitalisiert wird. Man erhält so ein dreidimensionales Computermodell. Aus den Hologramminformationen wird auch die so genannte Textur erstellt, die eine so hohe Auflösung besitzt, dass selbst Hautporen und kleine Härchen sichtbar werden. Diese farbige Textur, die über das Modell gelegt wird, macht das Bild sehr naturgetreu. In Verbindung mit Computertomografiedaten entstehen Modelle, die sowohl die knöcherne Struktur des Gesichtes als auch das darüber liegende Weichgewebe darstellen. Diese Einsichten eröffnen im Bereich der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie neue Möglichkeiten der Operationsplanung und Dokumentation, um optimale funktionelle und ästhetische Ergebnisse zu erzielen.

Zum ersten Mal wird der Öffentlichkeit auf der „Laser 2005“ ein mobiles System der Holografiekamera vorgestellt. Die mobile Kamera ist innerhalb von 20 Minuten aufgebaut und sehr einfach zu bedienen. Sie erlaubt einen flexiblen Einsatz an verschiedenen Orten und wurde bereits in einer Klinik getestet. Zur Premiere auf der „Laser“ wird am Montagvormittag (13.6.) ein ganz besonderer „Patient“ holografiert: ein prämierter Rassepudel. Dabei wird einerseits die sehr hohe Auflösung des Systems demonstriert, denn die einzelnen Haare des Pudels werden auf dem Hologramm zu sehen sein und andererseits die extrem kurze Dauer der Aufnahme, die ein Verwackeln trotz der Bewegungen des Hundes verhindert.


Die Arbeitsgruppe stellt außerdem ein neues Lasertechnologie-Verfahren vor, mit dessen Hilfe nichtmetallische Stoffe ohne Wärmeschäden bearbeitet werden können. Es ist geeignet für präzises Laser­schneiden, Bohren, Abtragen, Strukturieren und Gravieren verschiedener Materialien. Dies können sein: Kunststoffe (auch empfindliche Thermo­plasten) und Gummi, synthetische Fasern und Fasergewebe (Kevlar, Karbon usw.), Verbundwerkstoffe, Keramiken, Naturmaterialien, Materialien auf Zellulosebasis sowie leicht deformierbare Objekte. Das Verfahren bietet eine hohe Prozessgeschwindigkeit, große Präzision, minimale thermische Veränderung der Schnittränder sowie die Möglichkeit einer 3D-Bearbeitung. Beim Schneiden transparenter Materialien wie PMMA treten keine Änderungen der optischen Eigenschaften auf. Bauteile aus einem extrem leicht deformierbaren Werkstoff können mit einer Maßgenauigkeit von 100 µm gefertigt werden. Die Gruppe passt ihre Technologie für Industriekunden an das jeweils zu bearbeitende Material und Bearbeitungsprojekt an. Sie bietet Machbarkeitsstudien, Verfahrens- und Systementwicklung sowie Dienstleistungen im Bereich Lasermaterialbearbeitung an.

Darüber hinaus kann das Lasersystem zukünftig als hochpräzises Instrument zum Durchtrennen von Knochen dienen, beispielsweise in der Neuro-, Herz- sowie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Es ermöglicht berührungslose Schnitte in beliebigen Geometrien und dreidimensionales Abtragen von Knochen und Knorpeln ohne Wärmeschäden, Knochenmehl und metallischen Abrieb und bietet somit einige Vorteile gegenüber der herkömmlichen Knochensäge. In einem kompakten Knochen werden feine Schnitte von nur 0,2 mm Breite und dabei bis zu 7 mm Tiefe erzeugt. Auch tiefere Schnitte sind möglich, wobei sich jedoch die Schnittbreite vergrößert. Ein mobiler Prototyp des Geräts wurde bereits erfolgreich in mehreren Serien von Tierversuchen getestet. Mit Kooperationspartnern aus Klinik und Industrie soll der Prototyp zum serienreifen Medizinprodukt weiterentwickelt werden. Auf der „Laser“ wird das Schneiden verschiedener Materialien mit dem mobilen Prototypen vorgeführt werden.

Sollten Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an:

Forschungszentrum caesar
Frau Francis Hugenroth
Ludwig-Erhard-Allee 2
53175 Bonn
Telefon: 0228/ 96 56-135
Fax: 0228/ 96 56-111
E-Mail: hugenroth@caesar.de

Francis Hugenroth | caesar
Weitere Informationen:
http://www.caesar.de

Weitere Berichte zu: Knochen Lasersystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht TU Ilmenau erforscht innovative mikrooptische Bauelemente für neuartige Anwendungen
21.09.2017 | Technische Universität Ilmenau

nachricht Bald bessere Akkus?
21.09.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie