Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jülicher Technik ist reif für die Lüfte - Brennstoffzellen-Entwickler bauen "Plug-and-Play"-Reformer für Kerosin

12.08.2005

Aus einem Guss ist der neuste Jülicher Reformer. Das kompakte Modul beinhaltet alle nötige Technik, um selbstständig aus dem Flugzeugtreibstoff Kerosin das Gas Wasserstoff für eine Brennstoffzelle herzustellen. Ein autarkes und stabiles Reformersystem könnte den Weg der Brennstoffzelle ins Flugzeug ebnen. Diese würde neben umweltverträglichem Strom auch billig das nötige Wasser an Bord produzieren.

In ihre kompakte Konstruktion schlossen die Jülicher Forscher alle Mess- und Steuerelektronik ein, ebenso Pumpen, Tanks und Zuleitungen. "Im Prinzip schließt man auf der einen Seite nur noch Kerosin, Luft und Wasser an", sagt Dr. Ralf Peters vom Institut für Werkstoffe und Verfahren der Energietechnik, "und auf der anderen Seite kommt der Wasserstoff für die Brennstoffzelle raus." Damit erfüllt der Prototyp bereits die Erfordernisse von Industrie und Anwendern. Der eigentliche Reformer besteht aus einem Hohlzylinder, an dessen Innenseiten ein Katalysatormaterial die Kohlenwasserstoffe des Kerosins spaltet. Das wasserstoffreiche Gasgemisch könnte dann direkt in eine Hochtemperatur-Brennstoffzelle geleitet werden. Hier entstünde Strom und Wasser, von dem ein Teil für die Kerosin-Spaltung in den Reformer geleitet wird. Der Rest steht in guter Qualität zur Verfügung und kann zu Trinkwasser aufbereitet werden. "Damit müsste bei einer durchschnittlichen Flugreise nur noch wenig Wasser mitgenommen werden. Da spart man eine Menge Gewicht", sagt Peters. Bis zum Ende des Jahres wird Peters den Reformer in Jülich noch auf Herz und Nieren prüfen. Dann wird der Flugzeugbauer Airbus mit eigenen Tests am Boden beginnen. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit geförderte Kooperationsprojekt "APAWAGS -Advanced Power and Water Generating System" läuft noch bis Juni 2007 und soll in Zusammenarbeit von Wissenschaft und Industrie die Chancen der Brennstoffzellentechnik im Flugverkehr ausloten.

Das Forschungszentrum Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, ist mit rund 4200 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen das größte interdisziplinäre Forschungszentrum in Europa mit den Themen Materie, Energie, Information, Leben und Umwelt. Forschungszentrum Jülich GmbH 52425 Jülich Mitglied der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren Öffentlichkeitsarbeit Telefon 02461 61-4661 Telefax 02461 61-4666 E-mail: info@fz-juelich.de

Kosta Schinarakis | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Berichte zu: Brennstoffzelle Helmholtz-Gemeinschaft Kerosin Wasserstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Energieproduzierende Fenster stehen kurz bevor
23.02.2017 | University of Minnesota / Università degli Studi di Milano-Bicocca

nachricht Hauchdünn wie ein Atom: Ein revolutionärer Halbleiter für die Elektronik
23.02.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie