Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Wasserdampf trocknen

18.07.2005


Wasserdampf ist bei gleicher Temperatur leichter als Luft. Daher können zu trocknende Produkte ohne Schleusen von unten und kontinuierlich durch die Trocknungsapparatur gefördert werden.
© Fraunhofer TEG


Viele Lebensmittel werden getrocknet, um sie haltbar zu machen. Die industriellen Prozesse verschlingen das Gros der gesamten dort aufgewendeten Wärme. Meist wird warme Luft verwendet, doch mit überhitztem Wasserdampf geht es viel sparsamer und schneller.


Eine alte Bezeichnung für den Monat Juli, die im deutschen Sprachraum bis ins 16. Jahrhundert gebräuchlich war, weist auf eine im Hochsommer dominante Tätigkeit hin: Im Heumonat oder Heumond wurden umfangreich Futterpflanzen getrocknet. Diesem sehr alten Konservierungsverfahren kommt auch im Zeitalter der industriellen Verarbeitung von Lebensmitteln erhebliche wirtschaftliche Bedeutung zu. Seien es Apfelringe, Kartoffelchips oder Schweineohren für Hundesnacks - alle möglichen Nahrungsmittel werden heute in technischen Apparaten mit heißer Luft getrocknet. Ein Nachteil besteht dabei darin, dass in der Regel teure Wärmeenergie zugeführt wird. Zwar hat sich der Aufwand dank verbesserter Prozessführung stark reduziert, doch werden in der Industrie derzeit noch immer etwa vier Fünftel der gesamten Energie zum Trocknen eingesetzt. Die Apparate sind zudem oft sehr groß, und die Trocknungszeiten betragen Stunden bis Tage.

Ein Verfahren, das nur bis zur Hälfte der Energie benötigt, arbeitet mit Wasserdampf statt mit Luft. Klingt dies zunächst etwas absurd, sollte man bedenken, dass bei der Trocknung der Wärme- und Stoffübergang die energie- und zeitaufwendigsten Schritte sind. Mit 130 bis 180 °C überhitzter Wasserdampf ist darin doppelt so schnell wie trockene Luft bei gleicher Temperatur. Dadurch lässt sich die Trocknungszeit im besten Fall auf ein Fünftel verkürzen. "Wesentlich ist aber auch der Weg, auf dem der Dampf durch den Apparat strömt", betont Anja Flügge, die an der Fraunhofer-Technologie-Entwicklungsgruppe TEG verschiedene Projekte im Bereich der Trocknung betreut. "Da wir den Dampf im Kreislauf führen, muss dem System nur die Wärmemenge zugeführt werden, die es zur Verdampfung des Produktwassers verbraucht." Die überschüssige Feuchte wird kontinuierlich zu Wasser kondensiert; leichtflüchtige Inhaltsstoffe wie ätherische Öle können als Wertstoffe davon abgetrennt werden.


Ein weiterer Vorteil des vom britischen Kooperationspartner Ceramic Drying Systems patentierten Verfahrens: Es arbeitet bei Normaldruck und kann daher ohne Schleusen oder Absperrungen kontinuierlich und mit einfacher Fördertechnik betrieben werden. Das "ceramic" im Firmennamen deutet bereits darauf hin, dass außer in der Lebensmittelbranche viele andere industrielle Produkte getrocknet werden müssen. In diesem Fall sind es feuchte keramische Teile wie etwa Stromisolatoren, die bereits im industriellen Maßstab in überhitztem Wasserdampf trocknen.

Ansprechpartner:
Dr. Anja Flügge
Telefon: 07 11 / 9 70-36 08, Fax: -39 94
anja.fluegge@teg.fraunhofer.de

Dipl.-Ing. Siegfried Egner
Telefon: 07 11 / 9 70-36 43, Fax: -39 99
siegfried.egner@teg.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.teg.fraunhofer.de/german/themen/index12.html

Weitere Berichte zu: Dampf Trocknung Trocknungszeit Wasserdampf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Mit unkonfektionierten Kabeln durch die Schaltschrankwand
26.06.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Gehäuse für schwere Steckverbinder in platzsparender Ausführung
26.06.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie