Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue EMV-Richtlinie hat weitreichende Folgen für die CE-Kennzeichnung

12.07.2005


Obwohl sich an den technischen Details nicht viel geändert hat, zieht die neue EMV-Richtlinie 2004/108/EG entscheidende Veränderungen nach sich. Es ist zu erwarten, dass die Bedeutung der CE-Kennzeichnung weiter sinkt.



Das Konformitätsbewertungsverfahren nach der aktuell noch gültigen Richtlinie (EMV-RL 89/336) sieht vor, dass Hersteller, die die zutreffenden harmonisierten Normen bei zu prüfenden Geräten nicht vollständig anwenden, eine so genannte zuständige Stelle nach dem EMVG einschalten müssen, die dann eine Konformitätsbewertung durchführt. Maßgeblich für die CE-Kennzeichnung durch den Hersteller ist dann die EG Konformitätsbescheinigung der zuständigen Stelle, die die Einhaltung der Schutzziele bescheinigt. Die neue EMV-Richtlinie (EMV-RL 2004/108/EG) hingegen ermöglicht es den Herstellern in Zukunft, eigene Wege bei der Konformitätsbewertung zu gehen: Die erfolgreiche Beurteilung (Assessment) der elektromagnetischen Verträglichkeit durch den Hersteller löst die bisherige Konformitätsbewertung der unabhängigen dritten Stelle ab. Dem Hersteller obliegt es, ob er freiwillig eine neutrale "Benannte Stelle" mit der Beurteilung der technischen Dokumentation beauftragt oder ob er das EMV-Assessment in Eigenregie durchführen möchte. Für die Marktaufsicht wird es nun zunehmend schwerer, gegen Hersteller vorzugehen, die die harmonisierten Normen nicht einhalten und sich die Konformität mit den Schutzanforderungen in einem Assessment selbst bestätigen - die Bedeutung der CE-Kennzeichnung wird zwangsläufig weiter sinken.



In Produkthaftung stehend, kann sich der Einkäufer nicht allein auf die CE-Kennzeichnung verlassen. Die Selbstdeklaration der Hersteller gibt dem Einkäufer keine ausreichende Rechtssicherheit mehr bezüglich der Einhaltung der Schutzziele der Richtlinie. Der Wert einer neutralen Zertifizierung durch eine unabhängige Instanz wird somit steigen: Das VDE-Prüfinstitut steht hierfür Unternehmen als "Benannte Stelle" zur Zertifizierung zur Verfügung und bietet ihnen seine Expertise im Bereich der Produktprüfung an. "Das VDE-EMV Zeichen und unsere ausgestellten Gutachten sind Garant für die Einhaltung der Schutzziele. Auf dieser Grundlage kann der Hersteller die CE-Kennzeichnung mit gutem Gewissen auf sein Produkt anbringen," so Dr. Stephan Kloska, Leiter des EMV-Labors im VDE-Institut. "Die Kompetenz hinsichtlich seines Gerätes liegt zwar eindeutig beim Hersteller, bezüglich der Beurteilung der elektromagnetischen Verträglichkeit ist aber vor allem ein umfangreiches Normenwissen sowie eine hohe Kompetenz in den Prüf- und Messverfahren erforderlich. Wir stehen hier interessierten Unternehmen als kompetenter Produktprüfer und Coach bei der Durchführung des Assessments zur Seite." Neben der Zeichengenehmigung gehören die Werks- und Produktkontrolle sowie die Überwachung der Aktualität der Normen zum Dienstleistungsspektrum des VDE-Instituts.

Ursula Gluske-Tibud | idw
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wie Protonen durch eine Brennstoffzelle wandern
22.06.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Omicron Diodenlaser mit höherer Ausgangsleistung und erweiterter Garantie
20.06.2017 | Omicron - Laserage Laserprodukte GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften