Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundesweit erste Niedertemperatur-Brennstoffzelle für Einfamilienhäuser im Praxistest

05.07.2005


EnBW weitet ihr Brennstoffzellenprogramm aus


Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG weitet ihr landesweites Programm zur Förderung der Brennstoffzellentechnologie für die Hausenergieversorgung aus. Neben Hochtemperatur-Brennstoffzellen vom Typ SOFC (Solid Oxide Fuel Cell) wird die EnBW künftig im Leistungsbereich für Einfamilienhäuser auch eine Niedertemperatur-Brennstoffzelle des Typs PEMFC (Polymer Elektrolyt Membrane Fuel Cell) erproben. Technologiepartner der EnBW ist dabei die european fuel cell gmbh, ein Unternehmen der Baxi Gruppe. Mit einer elektrischen Leistung von 1,5 kW und einer thermischen Leistung von 3 kW ist diese Brennstoffzelle hervorragend für die Energieversorgung von Einfamilienhäusern geeignet. Dieser so genannte Beta-Prototyp wird deutschlandweit die erste Brennstoffzellenanlage dieser Bauart sein, die direkt bei Kunden installiert und damit unter Realbedingungen getestet wird. Einen entsprechenden Vertrag haben beiden Unternehmen unterzeichnet. "Brennstoffzellen sind eine Schlüssel- und Zukunftstechnologie, die mittelfristig eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Lösung für die dezentrale Strom- und Wärmeerzeugung eröffnen kann. Mit unserem Engagement wollen wir die Markteinführung und damit die weitere Nutzung der umweltschonenden Brennstoffzellensystemen fördern", so Prof. Dr.-Ing. Thomas Hartkopf, Technikvorstand der EnBW.

Brennstoffzellen bilden einen Innovationsschwerpunkt der EnBW. Insgesamt 18 Brennstoffzellenanlagen hat die EnBW derzeit installiert und in Betrieb. 17 Anlagen werden für die Hausenergieversorgung, eine Anlage in der industriellen Produktion eingesetzt. "Für die Brennstoffzelle spricht ihre Vielseitigkeit und ihr vergleichsweise hohe Energieausnutzung sowie die Tatsache, dass am Ort der Energieumwandlung deutlich geringere Schadstoffemissionen frei gesetzt werden als bei herkömmlichen Techniken", erläutert Prof. Dr. Thomas Hartkopf, Vorstandsmitglied der EnBW.


Obwohl alle Brennstoffzellen im Prinzip ähnlich funktionieren und Wasserstoff als Energieträger über eine kontrollierte elektrochemische Reaktion in Strom und Wärme umsetzen, ist, die technologische Umsetzung dieses Prinzips zum Teil sehr unterschiedlich. Bei rund 900 Grad Celsius arbeitet die SOFC unter allen Brennstoffzellen mit den höchsten Temperaturen. Dies stellt zwar hohe Anforderungen an die eingesetzten Materialien, bietet aber Vorteile aufgrund der einfachen Gasaufbereitung. Insgesamt 16 Vorseriengeräte diesen Typs hat die EnBW derzeit im Einsatz. Mit deutlich niedrigeren Temperaturen arbeitet die PEM-Brennstoffzelle. Die Arbeitstemperatur liegt bei 70 bis 90 Grad Celsius. Niedrige Betriebstemperaturen und ein einfacher Aufbau der Brennstoffzelle lassen perspektivisch günstige Herstellungskosten erwarten. Niedertemperatur-Brennstoffzellen benötigen jedoch sehr reinen Wasserstoff. Um diesen reinen Wasserstoff aus dem eingesetzten Erdgas zu gewinnen, ist daher ein erhöhter technischer Aufwand nötig. Beide Brennstoffzellen-Typen werden mit wasserstoffreichem Erdgas, welches zuvor entsprechend aufbereitet wird, betrieben und können wie konventionelle Gasbrennwertgeräte im Gebäude problemlos installiert werden.

"Ziel der EnBW ist, diese Zukunftstechnologie unter Realbedingungen zu testen und hinsichtlich ihrer Energiebilanz und der Ausschöpfung des ökologischen Potenzials weiter zu optimieren", so Hartkopf. Die für die Weiterentwicklung der Technologie wichtigen und in den Projekten der EnBW gesammelten Erfahrungen werden in Kooperation mit den Herstellern und Forschungseinrichtungen ausgewertet.

Bereits seit Ende des Jahres 2000 verfolgt die EnBW eine integrierte Strategie zur Förderung der zukunftsträchtigen Brennstoffzellentechnologie bei ihren Kunden. In zahlreichen Brennstoffzellenprojekten baut sie dabei im Brennstoffzellentest verschiedener Größen von 1 kW bis maximal 250 KW elektrischer Leistung Kompetenz auf. Ziel der EnBW ist es herauszufinden, inwieweit und für welche Anwendungsfälle diese Technologie in absehbarer Zeit eine sinnvolle Option für die dezentrale Strom- und Wärmeerzeugung bietet.

Ein Projekt der EnBW fokussiert die industrielle Nutzung der Brennstoffzelle. So erzeugt im Michelin-Reifenwerk die installierte Brennstoffzelle neben elektrischem Strom unter anderem 200 Grad Celsius heißen Prozessdampf, der direkt zur Vulkanisation von Lkw-Reifen verwendet wird. Dabei ist die Brennstoffzellenanlage in das bereits bestehende konventionelle System der Wärmeerzeugungsanlagen eingebunden. Insbesondere von diesem Aspekt erhofft sich die EnBW wertvolle Erkenntnisse hinsichtlich des Zusammenspiels verschiedener Anlagentechniken.

Für Privatkunden bietet die EnBW bereits seit Anfang 2002 das spezielle Brennstoffzellen-Produktpaket "EnBW Cell-Plus" an. Ausgewählte Pionierkunden, bei denen ein kleines Brennstoffzellen-Kraftwerk im Keller installiert wird, erhalten ein komplettes Dienstleistungsangebot seitens der EnBW - angefangen von der Planung bis hin zur Wärmelieferung. Die EnBW installiert, betreibt und überwacht die Anlagen direkt im Heizungskeller der Kunden. Die Hauseigentümer bezahlen - ähnlich wie bei einem Leasing-Vertrag - nur für den tatsächlichen Nutzen den sie beziehen - das bedeutet in diesem Fall: Wärme für Heizung und Warmwasser. Der erzeugte Strom wird entweder direkt beim Kunden verbraucht oder ins Stromnetz eingespeist. Das technische und finanzielle Risiko bei diesen Protoyp- bzw. Vorserienanlagen übernimmt die EnBW und nimmt auch hierbei eine Vorreiterrolle ein. Innovative Technik von morgen - schon heute im Einsatz.

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.enbw.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln
24.05.2018 | Technische Universität München

nachricht Gedruckte »in-situ« Perowskitsolarzellen – ressourcenschonend und lokal produzierbar
17.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was einen guten Katalysator ausmacht

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Superkondensatoren aus Holzbestandteilen

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Schaltschrank-Plattform für die Energiewelt

24.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics