Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strom und Wärme aus Holz und Zitronen

08.06.2005


Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe für die Energieerzeugung hat wirtschaftliche und ökologische Vorteile: Zum einen helfen sie die Rohstoffabhängigkeit zu begrenzen und zum anderen tragen sie nicht zum Treibhauseffekt bei, weil sie kein zusätzliches Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre ausstoßen. In Wien baut Siemens jetzt für den Versorger Wien Energie das größte Waldbiomassekraftwerk Europas. Es soll jährlich bis zu 200.000 Tonnen Waldbiomasse einsetzen, also Bruchhölzer, Äste und Grünschnitt. Für die Energieerzeugung müssen daher nicht eigens Bäume gefällt werden.

... mehr zu:
»Biomassekraftwerk »Hitze »Kraftwerk

Das Kleinkraftwerk wird mit einer Leistung von 24,5 Megawatt fast 50.000 Haushalte der Stadt Wien mit Strom versorgen. Zusätzlich erzeugt das Kraftwerk maximal 37 Megawatt Fernwärme für rund 12.000 Haushalte. Zusammen ergibt dies einen Wirkungsgrad von mehr als 80 Prozent, ein sehr hoher Wert für ein Kraftwerk dieser Art.

Technisch funktioniert das Kraftwerk wie ein herkömmliches Dampfkraftwerk: Die Hitze der verbrannten Biomasse heizt einen Wasserkessel auf. Der so erzeugte Wasserdampf treibt eine Turbine an, die über einen Generator den Strom liefert. Die Besonderheit bei diesem Kraftwerk ist, dass der Dampf direkt nach dem Durchlauf durch die Turbine nicht gleich zum Abkühlen gebracht wird, sondern im so genannten Zweidruckprozess ein zweites Mal in den Kessel geleitet und erhitzt wird. So wird die Hitze des Brennstoffs besser ausgenutzt und der Wirkungsgrad insgesamt erhöht.


Da Pflanzen zum Wachsen etwa soviel CO2 benötigen, wie beim Verbrennen wieder frei wird, ist der Einsatz von Biomasse generell CO2-neutral. Würde die Energie von einem herkömmlichen Kraftwerk erzeugt, müssten mehrere Tausend Tonnen Heizöl eingesetzt werden, wobei etwa 144.000 Tonnen zusätzliches CO2 freigesetzt würde.

Ein Grund für den Erhalt des Auftrags zum Bau des österreichischen Biomassekraftwerks war, dass Siemens über das nötige großtechnische Know-how für eine solche Anlage von diesem Ausmaß verfügt. Die Ingenieure von Siemens begleiten das Projekt bis zur Einbindung in die bestehende Kraftwerks-Infrastruktur. Die Inbetriebnahme soll im Sommer 2006 erfolgen.

Biomasse anderer Art verwendet das auch von Siemens errichtete Biomassekraftwerk in Malchin in Mecklenburg-Vorpommern: Hier werden anteilig Zitronenschalen der benachbarten Geliermittelfabrik verfeuert. Im Gegenzug liefert das Kraftwerk der Fabrik den benötigten Prozessdampf. (IN 2005.06.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com

Weitere Berichte zu: Biomassekraftwerk Hitze Kraftwerk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Energieproduzierende Fenster stehen kurz bevor
23.02.2017 | University of Minnesota / Università degli Studi di Milano-Bicocca

nachricht Hauchdünn wie ein Atom: Ein revolutionärer Halbleiter für die Elektronik
23.02.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie