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Nachhaltiger Rückgang des Energieverbrauchs prognostiziert

07.06.2005


Der Energieverbrauch in Deutschland wird in den kommenden Jahrzehnten deutlich zurückgehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom BMWA in Auftrag gegebene Referenzprognose des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI) und der Prognos AG/Basel. Das für die Energiepolitik zuständige BMWA vergibt etwa alle fünf Jahre den Auftrag zur Erstellung einer Referenzprognose an unabhängige wissenschaftliche Institute. Derartige Referenzprognosen sollen ein nachvollziehbares, in sich plausibles Bild der zukünftigen Energieversorgung entwerfen und frühzeitig mögliche Konfliktfelder aufzeigen. Die Ergebnisse der Prognose bieten somit eine aktuelle Basis für die künftige energie- und umweltpolitische Diskussion.


Reales BIP und Primärenergieverbrauch 1960 - 2030 (bis 1990 nur alte Bundesländer) - Quelle:EWI/prognos



Auftragsgemäß haben die Gutachter die aus ihrer Sicht wahrscheinliche Entwicklung auf den Energiemärkten bis 2030 dargestellt. Bemerkenswert ist dabei die zunehmende Entkopplung von Wirtschaftsleistung und Energieverbrauch. Diese wird deutlich an der Gegenüberstellung der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts und des Primärenergieverbrauchs, also der für die Versorgung der Volkswirtschaft benötigten Energiemenge. So erwarten die Institute zwischen 2002 und 2030 einen Rückgang des Primärenergieverbrauchs um 15%, obwohl das BIP im selben Zeitraum um 50% wachse. Zugleich verändere sich die Struktur des Primärenergieverbrauchs deutlich. Während die Kernenergie aus dem Energiemix verschwindet, werden Erdgas und erneuerbare Energien deutlich zulegen. Der Anteil von Erdgas steige zwischen 2002 und 2030 von 22% auf 32%. Der Anteil erneuerbarer Energien könne sich mit einem Zuwachs von 3,4% auf 11,5% mehr als verdreifachen.




Der Rückgang des Energieverbrauchs betreffe laut EWI/Prognos alle Verbrauchsbereiche. So werden beispielsweise allein die privaten Haushalte 2030 rund 14% weniger Energie verbrauchen als noch 2002. Grund sei vor allem eine höhere Effizienz. Bei Geräten sorgen neue Technologien für einen immer geringeren Stromverbrauch und auch der Heizenergieverbrauch wird durch sanierte Gebäude und wirkungsvollere Wärmeanlagen zurückgehen.


Zu den wichtigen Ursachen für den Rückgang des Primärenergieverbrauchs gehören zudem die erwarteten Effizienzfortschritte im Umwandlungsbereich, insbesondere auch bei der Stromerzeugung. Bei fossilen Kraftwerken erwarten EWI und Prognos weitere erhebliche Steigerungen der Wirkungsgrade. Auch bei der Stromerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien rechne man insgesamt mit starkem technischen Fortschritt.

Zukunftsweisendes Energieforschungsprogramm

Die in der Energieprognose erwarteten Effizienzsteigerungen sind das Ergebnis intensiver Forschungsanstrengungen. Eine maßgebliche Rolle spielt in diesem Zusammenhang das soeben verabschiedete Energieforschungsprogramm "Innovation und neue Energietechnologien". Ein Schwerpunkt ist die Entwicklung moderner Kraftwerkstechnologien auf Basis von Kohle und Gas, einschließlich CO2-Abtrennung und CO2-Speicherung.

Bundesminister Wolfgang Clement unterstrich bei der Vorstellung des Programms die Wichtigkeit moderner Kraftwerkstechnologien. Damit würden die Voraussetzungen geschaffen, "damit die deutsche Stromwirtschaft bei dem ab 2010 anstehenden Kraftwerkserneuerungsprogramm auf modernste Technik zurückgreifen kann. Bei der Modernisierung des Kraftwerksparks steht eine rasche Steigerung der Effizienz an erster Stelle. Hier setzt das Energieforschungsprogramm an und leistet einen Beitrag, damit aus jeder Tonne Kohle mehr kWh herausgeholt werden können."

Bis 2008 wird die Bundesregierung rund 1,7 Mrd. ¤ für die Förderung moderner Energietechnologien bereitstellen. Das neue Energieforschungsprogramm leistet damit einen herausragenden Beitrag zur Modernisierung der deutschen Energieversorgung. Darüber hinaus ist das neue Programm ein wichtiges Element der Innovationsinitiative der Bundesregierung und unterstützt Wachstum und Beschäftigung.

| Pressestelle des BMWA
Weitere Informationen:
http://www.bmwa.bund.de

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