Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verbraucherschutzministerium vergibt Studie zur Kraftstoffproduktion in der Landwirtschaft

03.06.2005


Die Neubrandenburger Technoplus GmbH untersucht die Machbarkeit der dezentralen Pflanzenöl- und Biodieselerzeugung


Um einen Ausgleich für die gekürzte Agrardieselvergütung zu schaffen, laufen in Kürze Fördermaßnahmen des Bundesverbraucherschutzministeriums (BMVEL) an, die den Umstieg auf Biokraftstoffe in der Landwirtschaft unterstützen. Hierfür stehen in diesem und im nächsten Jahr je zehn Millionen Euro zur Verfügung. Die Entscheidung über die Förderung von dezentralen Pflanzenölpressen und Biodieselanlagen hängt von den Ergebnissen einer vom BMVEL ausgeschriebenen Marktanalyse ab, die nun an die Neubrandenburger Technoplus GmbH vergeben wurde.

Die Landwirtschaft ist nicht nur potenzieller Nutzer von Biokraftstoffen wie reinem Pflanzenöl und Biodiesel, sie produziert auch die Rohstoffe zu deren Herstellung. Wenn nun noch die dazwischen liegende Stufe, die Kraftstoffproduktion, in die Hand der Landwirte übergeht, können diese von der gesamten Wertschöpfungskette selbst profitieren. Zudem werden regionale und annähernd geschlossene Stoffkreisläufe realisiert, mit positiven Auswirkungen auf die Umwelt, wie der Vermeidung von Transportwegen.


Noch ist der quasi energieautarke Bauer nur in sehr wenigen Fällen Realität. Zurzeit existieren etwa 220 dezentrale Ölpressen hierzulande, vor allem im süddeutschen Raum, kleine Biodieselanlagen mit einer Jahresproduktion von weniger als 5.000 Tonnen gibt es erst vereinzelt. Doch das Interesse an der Eigenerzeugung biogener Kraftstoffe nimmt zu.

Als größtes Handicap wird die Wirtschaftlichkeit angesehen, denn grundsätzlich gilt: Je größer eine Anlage ist, desto geringer sind die spezifischen Produktionskosten. Vorteile bietet die dezentrale Erzeugung andererseits durch den geringeren Logistikaufwand: Die Rohstoffe kommen aus der direkten Umgebung der Anlage. Ob dies die wirtschaftlichen Nachteile aufwiegen kann, ist eine der Fragestellungen einer Studie, die das BMVEL im März diesen Jahres ausgeschrieben hatte. Die Neubrandenburger Technoplus GmbH erhielt Mitte Mai den Zuschlag; auf Grundlage der Ergebnisse ihrer Marktanalyse will das Ministerium Ende des Jahres darüber entscheiden, ob die Förderung 2006 in das Maßnahmepaket mit aufgenommen wird.

Neben der Ökonomie sollen auch die ökologischen Auswirkungen der Kraftstoff-Eigenerzeugung untersucht werden sowie die Frage, inwieweit ein solcher Prozess in einem landwirtschaftlichen Betrieb überhaupt beherrschbar ist. Immerhin ist die Biodieselproduktion ein, wenn auch einfaches, chemisches Verfahren, das qualifizierter Arbeitskräfte bedarf.

Darüber hinaus gehört die Durchführung von Interviews mit Betreibern bereits bestehender Anlagen zum Auftragsumfang der Studie, sowie ein Workshop, bei dem die Eignung von Ölpflanzen wie Leindotter, Sonnenblume und Purgiernuss für die Kraftstoffproduktion diskutiert werden soll.

Weitere Themen sind die Qualitätssicherung, die Einhaltung des Weihenstephaner Qualitätsstandards beziehungsweise der Biodiesel-Norm DIN EN 14124 sowie die Vermarktungsmöglichkeiten für die Nebenprodukte, vor allem für das in der Biodieselproduktion anfallende Glycerin.

Dr. Torsten Gabriel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fnr.de
http://www.bio-kraftstoffe.info

Weitere Berichte zu: BMVEL Kraftstoffproduktion Technoplus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wie Protonen durch eine Brennstoffzelle wandern
22.06.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Omicron Diodenlaser mit höherer Ausgangsleistung und erweiterter Garantie
20.06.2017 | Omicron - Laserage Laserprodukte GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften