Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einfluss von Wetter und Klima auf Energieversorgung

29.04.2005


Präzise Information für die Solarenergie: Mittlere Tagessumme der Sonneneinstrahlung in Europa im April 2001, berechnet aus Satellitendaten (Quelle: Universität Oldenburg)


Universität Oldenburg und Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt gründen Virtuelles Institut für Energiemeteorologie


Das wechselhafte Wettergeschehen nimmt durch die hohen Wachstumsraten von Sonnen- und Windenergie zunehmend Einfluss auf die Energieversorgung. Um diese neuen Energien wirtschaftlich einzusetzen, sind präzise Informationen über das verfügbare Angebot nötig. Verlässliche Vorhersagen der erwarteten Energieproduktion sind ebenfalls ein "Muss" für eine erfolgreiche Anwendung.

Um die Forschung auf diesem Gebiet voranzutreiben und damit die Solar- und Windenergietechnologien verstärkt in die Energieversorgung einzubeziehen, haben die Universität Oldenburg (Institut für Physik, Abteilung Energie- und Halbleiterforschung) und drei Institute des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) aus Oberpfaffenhofen (Meteorologie) und Stuttgart (Energietechnik) das Virtuelle Institut für Energiemeteorologie (vIEM) gegründet. Der Aufbau des virtuellen Instituts wird durch die Helmholtz-Gemeinschaft mit 720.000 ¤ für drei Jahre gefördert, wovon 375.000 ¤ auf die Universität Oldenburg entfallen. Sprecher ist der Oldenburger Meteorologe Dr. Detlev Heinemann.


Mit der Einrichtung von virtuellen Instituten soll die wissenschaftliche Kompetenz auf wichtigen Forschungsgebieten gebündelt werden. Sie werden gemeinsam von Hochschulen und Helmholtz-Zentren getragen. Die beteiligten Partner arbeiten - ohne ein zentrales Institutsgebäude - mit einem gemeinsamen Management, treten gemeinsam nach außen auf, werben Drittmittel ein und bilden Nachwuchs aus.

Erneuerbare Energien werden zukünftig einen hohen Anteil an der gesamten Energieversorgung übernehmen. Die Abhängigkeit von Wetter und Klima und das dadurch stark schwankende zeitliche und räumliche Angebot werfen allerdings neue Fragen auf. Meteorologische Fragestellungen rücken damit weitaus stärker in den Vordergrund, als dies bislang der Fall war.

Die Energiemeteorologie als junges Forschungsgebiet ist einer der Schwerpunkte der Oldenburger Energieforschung. Sie verknüpft Know-how und Methoden aus der Meteorologie mit physikalisch-technischen Verfahren zur Charakterisierung von Energietechnologien. Ziel dieses interdisziplinären Ansatzes ist es, Energieversorgungssysteme unter dem Einfluss der schwankenden Energieflüsse von Sonne und Wind zu beschreiben. Wechselwirkungen zwischen Energienutzung und Klimasystem stehen dabei ebenfalls auf der Agenda des neuen Instituts: Kann die Energienutzung das lokale Klima beeinflussen? Wird der globale Klimawandel Folgen für die Nutzung von Sonnen- und Windenergie haben?

"Unsere Ergebnisse sollen helfen, die hochwertigen Energien von Sonne und Wind effizienter zu nutzen und somit unmittelbar zur Entlastung der Umwelt beizutragen", erklärt Dr. Detlev Heinemann. "Mit dem virtuellen Institut bietet sich uns die Möglichkeit, wichtige Zusammenhänge an der Schnittstelle zwischen Energieforschung und der Atmosphärenphysik über die Grenzen von Disziplinen und Organisationen hinweg zu untersuchen."

Die Energiemeteorologen setzen für ihre Forschungsarbeiten u.a. auf Satellitendaten, mit denen das Sonnenenergieangebot am Erdboden präzise bestimmt werden soll, sowie auf umfangreiche Computermodelle, die das zu erwartende Angebot an erneuerbarer Energie in Form von Energiewettervorhersagen liefern sollen. Eine wichtige Frage für die Integration von erneuerbaren Energien in die Stromnetze ist zum Beispiel, wann und wo diese zur Verfügung stehen. Hierzu müssen neue Modelle entwickelt werden. Das neue virtuelle Institut vIEM will als langfristig angelegter Verbund zur Lösung dieser Fragen wesentlich beitragen.

Gerhard Harms | idw
Weitere Informationen:
http://www.viem.de
http://www.energiemeteorologie.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht TU Ilmenau erforscht innovative mikrooptische Bauelemente für neuartige Anwendungen
21.09.2017 | Technische Universität Ilmenau

nachricht Bald bessere Akkus?
21.09.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie