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Zukünftig stärker auf umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Kraftstoffmix setzen

16.03.2005

Das Ministerium für Verkehr, Energie und Landesplanung NRW und das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW teilen mit:

"Wir wollen unsere 97-prozentige Abhängigkeit vom Mineralöl im Verkehrsbereich deutlich lockern. Dazu benötigen wir ein erweitertes Kraftstoffspektrum. Das neue Kompetenz-Netzwerk `Kraftstoffe der Zukunft` wird dazu beitragen, die Abhängigkeit vom Erdöl zu mindern, zukunftsfähige Kraftstoffe weiter am Markt zu etablieren und Fortschritte in der Entwicklung neuer, moderner und ökologischer Motoren zu erzielen", sagte NRW-Infrastrukturminister Dr. Axel Horstmann heute in Essen. Zusammen mit Umweltministerin Bärbel Höhn stellte er auf der "E-world energy & water" das von der Landesregierung neu geschaffene Kompetenz-Netzwerk vor.

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Zukunftsfähige Kraftstoffe müssten insbesondere mehr als bisher den Anforderungen der Versorgungssicherheit, des Klima- und Umweltschutzes und der Wirtschaftlichkeit genügen, so der NRW-Infrastrukturminister. "Um die Mobilität in unserem Land zu sichern und das Klimagas CO2 zu reduzieren, setzen wir auf den Aufbau eines Kraftstoffmixes aus biogenen Kraftstoffen wie Biodiesel und Bioethanol und gasförmigen Kraftstoffen, insbesondere dem Erdgas. Bioprodukte und Erdgas können dabei auch Ausgangsprodukte für synthetische Kraftstoffe sein." Dr. Horstmann weiter: "Es geht um Zukunftstechnologien, die die Innovationskraft Nordrhein-Westfalens im Energie- und Chemiesektor abermals beweisen werden. An Rhein und Ruhr kann wie nirgendwo sonst Schub gegeben werden für einen vernünftigen und sicheren Energiemix, jetzt endlich auch im Verkehrswesen."

Im Juli 2002 hat das Land die Informationsinitiative "Rhein-Ruhr gibt Gas" gestartet. Ziel der erfolgreichen gemeinsamen Initiative von der Erdgas-, der Mineralöl- und der Automobilindustrie, dem Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e. V., dem Verband kommunaler Unternehmen, dem ADAC und der Energieagentur NRW ist es, über die Vorteile von Erdgas im Fahrzeugbereich zu informieren. Bis Ende 2004 standen bereits 550 Erdgastankstellen bundesweit, von denen sich 110 Tankstellen in NRW befinden. Derzeit sind bundesweit rund 27.000 Erdgasfahrzeuge zugelassen, Tendenz steigend.

Die NRW-Landesregierung unterstützt darüber hinaus den Einsatz von Rapsöl und Biodiesel durch zahlreiche Programme und Modellprojekte. Mehrere Unternehmen haben bereits ihre Fahrzeugflotte auf Biodiesel oder Rapsöl umgestellt, an über 350 Tankstellen allein in NRW kann mittlerweile Biodiesel getankt werden.

"Auch mit dem Ausbau der Bioenergien in ihren unterschiedlichen Nutzungsformen werden wir maßgeblich dazu beitragen, die Klimaschutzziele zu erfüllen, Umweltbelastungen durch Erdölgewinnung und -transport zu reduzieren und den Anteil der erneuerbaren Energien deutlich zu steigern. Das wird sich auch auf dem Arbeitssektor auswirken³, erklärte Umweltministerin Bärbel Höhn. "Nach neuesten Schätzungen geht die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe davon aus, dass bis zum Jahr 2020 die Biotreibstoffe bis zu 25 Prozent des deutschen Treibstoffverbrauches decken können. Dies entspricht einer jährlichen Produktion von etwa elf Millionen Tonnen Treibstoff und einer Anbaufläche von etwa 3,5 Millionen Hektar. Bleibt die Wertschöpfungskette bei uns, ergibt sich allein daraus ein Arbeitsplatzpotential von 175.000 Arbeitsplätzen vor allem im ländlichen Bereich. Ziel des neu geschaffenen Kompetenz-Netzwerk ´Kraftstoffe der Zukunft´ muss es sein, für den Bereich der zukunftsfähigen Kraftstoffe in NRW möglichst viel Kompetenz für die Herstellung von Anlagen, die Organisation und Logistik der Stoffströme, die Optimierung von Anbaumethoden von Energiepflanzen, für die Zertifizierung und Normung von neuen Kraftstoffen zu bündeln sowie gute Rahmenbedingungen für die Zukunft zu schaffen."

Im Kompetenz-Netzwerk "Kraftstoffe der Zukunft" wirken Unternehmen, Wissenschaft und Forschung. Das neue Netzwerk wird unter dem Dach der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW angesiedelt und seinen Sitz in den Räumlichkeiten des Wissenschaftsparks Gelsenkirchen haben. Getragen wird es von den Ministerien für Verkehr und Energie, für Umwelt und für Wissenschaft. Die Firma agiplan ist mit dem Aufbau beauftragt. Das Unternehmen, das weit reichende Erfahrungen besitzt, hat ein Konzept erarbeitet, das Grundlage des Netzwerks sein wird. Prof. Helmut Schulte, Geschäftsführer des Unternehmens, hat den Aufbau des Netzwerks übernommen. Im Rahmen der "E-world energy & water" wird am 16. März ein eigener Fachkongress, getragen von der Landesinitiative und der Energieagentur in Kooperation mit dem ADAC, zu diesem Thema stattfinden.

Die dreitägige internationale Leitmesse für Energietechnik "E-world energy & water" umfasst mehr als 380 Aussteller, die Informationen zu allen Bereichen der Energieversorgung bieten. In dem wachsenden Markt der Energieleistungen nehmen auch die erneuerbaren Energien einen immer größer werdenden Anteil ein. In NRW erzielten 2002 allein im Bereich erneuerbarer Energien rund 15.000 Arbeitnehmer bei etwa 2.100 Firmen einen Umsatz von rund 3 Mrd. Euro. Bundesweit wurden in 2002 mit erneuerbaren Energien 10 Mrd. Euro Umsatz erzielt und 120.000 Arbeitsplätze gesichert.

Dr. Frank-Michael Baumann | Landesinitiative Zukunftsenergie
Weitere Informationen:
http://www.energieland.nrw.de

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