Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Beitrag zur Herstellung von Elektronik auf Nitrid-Basis

16.03.2005


Der Einsatz von Nitrid-Materialien in der Elektro- und Optoelektroindustrie kann zur Entwicklung neuer Geräte auf Nitrid-Basis mit gesteigerter Leistung und erweiterten Möglichkeiten führen. Jedoch ist die Verfügbarkeit der Quellen dieses Ausgangsstoffes auf europäischer Ebene noch sehr begrenzt, was zu einem kostenintensiven und zeitaufwendigen Herstellungsprozess für solche Geräte führt.


Untersuchungen dieser neuen Nitrid-Materialien zeigten, dass sie bedeutende Durchbrüche auf dem Gebiet der Elektronik und Optoelektronik erzielen können. So können beispielsweise Halbleiter auf GaN-Basis eine weit verbreitete Anwendung finden, die von Display-Technik und Datenspeicherung bis hin zu medizinischer Diagnostik und Radarsystemen reicht.

Die europäischen Forschungsaktivitäten auf diesem Gebiet liegen, verglichen mit denen anderer Regionen, zurück. Deshalb hat die Industrie in Asien und den USA bereits stärkere Positionen auf dem Optoelektronik-Markt eingenommen. Um die gegenwärtige Lücke zu schließen und die Anwendungsmöglichkeiten für die europäische Industrie zu erweitern, konzentrierte man sich im Rahmen des EURONIM-Projektes auf die Schaffung industrieller Quellen für epitaktische Nitrid-Scheiben. Im Laufe des Projektes wurden neben verschiedenen industriellen Produkten auch qualitativ hochwertige GaN-Scheiben entwickelt.


Nach Silizium (Si) gilt nun GaN als eines der wichtigsten Halbleiter-Materialien für die neue Generation hochfrequenter und leistungsstarker Transistoren, die auch bei sehr hohen Temperaturen noch arbeiten können. Neben seinen außergewöhnlichen Eigenschaften ist GaN auch umweltfreundlicher und weniger giftig als andere Substanzen und senkt so das Gesundheitsrisiko.

Im Rahmen von EURONIM wurden Standard-GaN/Saphir-Templates hergestellt, die die Produktion von Templates mit geringer Versetzungsdichte ermöglichten. Diese Pseudo-Substrate können für zunehmend genutzte Gerätestrukturen auf Nitrid-Basis wie UV-Detektoren oder Transistoren eingesetzt werden. Durch die Anwendung eines speziellen Verfahrens mit dem Namen Epitaxial Lateral Overgrowth (ELO) wurden auch GaN/Saphir-Pseudosubstrate mit sehr geringer Schadensdichte entwickelt.

Darüber hinaus konnte man unter Einsatz der HVPE-Methode (Hydride Vapor Phase Epitaxy) an qualitativ hochwertigem ELO-GaN/Saphir starke GaN-Schichten wachsen lassen. Mithilfe von Laser-Ablöseverfahren oder anderen Technologien kann die Saphirschicht abgeschieden werden. So entsteht reines GaN, das zur Herstellung von Laserdioden verwendet werden kann.

Trotz geringer Verbesserungen, die noch für den Produktionsprozess erforderlich sind, ist das Potenzial der neuen GaN-Strukturen gewaltig. Man erwartet, dass solche Leistungen die Produktion von Substraten zur zunehmenden Nutzung von Nitriden in Europa vorantreiben werden. Darüber hinaus können die Projektergebnisse auch für europäische Nitrid-Fertigungsanlagen Vorteile bei der Entwicklung neuer innovativer und äußerst hochwertiger Elektronik und Optoelektronik bringen.

Pierre Gibart | ctm
Weitere Informationen:
http://www.lumilog.com

Weitere Berichte zu: Elektronik GaN Nitrid-Basis Nitrid-Material Transistor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Ein leistungsfähiges Lasersystem für anspruchsvolle Experimente in der Attosekunden-Forschung
19.07.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

nachricht Solarenergie unterstützt Industrieprozesse
17.07.2017 | FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie